5.000 Tage Liberalisierung des Energiemarktes in Deutschland

Liberalisierung des Energiemarktes seit 1998

Verbraucher können auf dem deutschen Strommarkt nach Zahlen des BDEW im Schnitt zwischen 102 Anbietern wählen.

Am 29. April 1998 wurde in Deutschland der Energiemarkt liberalisiert. Auf dieses Datum weist der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer aktuellen Pressemitteilung hin. Am 6. Januar 2012 besteht der freie Energiemarkt genau 5.000 Tage. Die Energiewirtschaft zieht nun Bilanz und fordert von der Politik mehr Einsatz bei der Stärkung des Wettbewerbs auf dem deutschen Energiemarkt.

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Liberalisierung in allen EU-Mitgliedsstaaten Priorität

Vor allem die Umsetzung der Liberalisierung des Energiemarktes in allen EU-Staaten betrachtet der BDEW als Priorität. Deutschland habe bezüglich des Wettbewerbs auf dem Energiemarkt eine Vorreiterstellung, in anderen EU-Ländern seien die Strom- und Gaspreise immer noch staatlich geregelt. Zudem seien diese Märkte auch schwer zugänglich für deutsche Energieversorger – ein Nachteil für die deutsche Industrie.

 

Liberalisierung: Energiemarkt in Deutschland mit hoher Wettbewerbsdichte

Heute können Verbraucher aus einer Vielzahl an Strom- und Gasanbietern wählen, die Energie an ihrem Standort liefern – im Durchschnitt stehen Privatkunden 102 Stromanbietern und 37 Gasanbietern zur Verfügung. Insgesamt sind 1.100 Stromanbieter und etwa 800 Gasanbieter auf dem deutschen Energiemarkt derzeit tätig und bieten konkurrenzfähige Strom- und Gastarife an. 1998 war die Liberalisierung aber einer Revolution in der Energiebranche gleichzusetzen. „Die Liberalisierung des deutschen Energiemarktes ist eine Erfolgsgeschichte“, so Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des BDEW. Auch der deutsche Stromerzeugungsmarkt sei mit rund 450 Unternehmen stark entwickelt. Gleichzeitig sei die vielfach diskutierte Konzentration im europäischen Vergleich durchaus gering und weiter rückläufig. Europäische und deutsche Kartellwächter hätten dies regelmäßig bestätigt, sagte Müller weiter.

 

Eingriffe des Staates bedrohen freien Wettbewerb

Der freie Wettbewerb ist laut BDEW jedoch durch die Eingriffe des Staates bedroht. Sowohl bei der Erzeugungsstruktur als auch beim Netzbetrieb und der Preiszusammensetzung würde der Staat zu stark regulieren. So sei der staatliche Einfluss beispielsweise beim Ausbau der erneuerbaren Energien zu spüren. “Der Anteil der Stromerzeugung zu festgelegten Preisen steigt ständig und wird schon bald alle anderen Erzeugungsarten dominieren und richtigerweise das neue Leitsystem sein”, so Müller. Auch im Kraftwerksbau steige der Einfluss des Staates, indem der Bundesnetzagentur immer mehr Zuständigkeiten zugesprochen würden. Netzregulierung und -renditen seien ebenfalls zu stark durch den Staat geprägt. Statt einer unternehmerischen sei auch hier eine behördliche Regulierung vorhanden.

 

BDEW fordert mehr Vertrauen in die unternehmerische Gestaltung

Als Grundlage für die weitere Entwicklung des deutschen Energiemarktes sieht der BDEW das Vertrauen in die unternehmerische Gestaltungsfähigkeit im freien Wettbewerb. Dies müsse die Politik im Rahmen der Energiewende vorantreiben. Bei der Erfüllung der klimapolitischen Ziele sollte Deutschland nicht nur auf staatliche Regulierung setzen. Die Energiewirtschaft plädiert hier für eine wettbewerbliche und marktwirtschaftliche Ordnung im Energiemarkt. „Denn nur der Markt als Kern eines wettbewerblichen Rahmens kann Ineffizienzen beseitigen und damit für die Verbraucher optimale Lösungen bieten”, betonte Müller.

 

Mit Material von BDEW

Bild © ciscoripac – Fotolia.com

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