VW-Skandal: Änderung der Abgasmessung in Deutschland?

VW-Skandal: Änderung der Abgasmessung in Deutschland?

Wird der VW-Skandal in den USA dazu führen, dass es in Deutschland zur Änderung der Abgasmessung kommt?

Bereits vor Monaten wurde bekannt, dass die Abgaswerte von einigen VW-Fahrzeugen in den USA manipuliert wurden. Hierbei hatte der deutsche Autohersteller die Software verändert. Dadurch sind bei den Abgasmessungen im Labor geringere Emissionen aufgezeichnet worden als im realen Fahrbetrieb. Damit gelang es dem Autokonzern, eine Zulassung durch die US-Umweltschutzbehörde EPA zu erhalten. Um solch ein Ereignis in Deutschland zu vermeiden, drängt die Große Koalition nun auf eine Änderung der Abgasmessung in Deutschland.

 

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Vertrauen zurückgewinnen

Laut einem Antrag von Unions- und SPD-Bundestagfraktion („Kfz-Emissionen senken und deutsche Automobilindustrie stärken“) soll die Aussagekraft von Emissionstests verbessert und die Transparenz solcher Untersuchungen wesentlich erhöht werden. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, beim Kraftfahrt-Bundesamt staatliche Prüfstände aufzubauen, mit denen die Emissionen gemessen werden sollen. Sören Bartol von der SPD-Fraktion meint dazu, dass Manipulationen wie bei Volkswagen nicht ein zweites Mal auftreten dürfen, da sonst das Vertrauen der Verbraucher erschöpft sei.

 

Ferner fordert die schwarz-rote Koalition, dass alle Autohersteller ihre Motorensoftware zugänglich machen sollen und dass die Bevölkerung über Ergebnisse der Nachprüfung informiert werden soll. Der Antrag wird voraussichtlich am 18. Februar 2016 im Bundestag diskutiert.

 

Europaweite Regelungen in Planung

Sowohl die CDU/CSU- als auch die SPD-Fraktion sprechen sich außerdem für europaweite und einheitliche Straßentests aus. Diese sollen nicht nur transparent und unter standardisierten Bedingungen durchgeführt werden, sondern ebenso manipulationsresistent sein. Letztlich könnten somit valide Ergebnisse erzielt werden, die eine effiziente Überwachung der Abgas- und Verbrauchswerte ermöglichen. Die Ergebnisse sollen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und präsentiert werden.

 

Bereits am 12. Februar 2016 signalisierten die EU-Länder, dass europaweite Tests für Dieselfahrzeuge kommen. Die Länder stimmten einem neuen Rechtsrahmen zu, nach dem Emissionen nicht mehr im Labor, sondern im Straßenverkehr unter realistischen Bedingungen gemessen werden. Einschränkungen sind jedoch vorhanden: In den ersten Jahren wären relativ große Abweichungen von den Grenzwerten möglich.

 

Nach Euro-6-Agbasnorm sind nur 80 Milligramm Stickoxid (NOx) je Kilometer erlaubt. In einem ersten Schritt, von 2017 bis 2020, kann dieser Wert um mehr als das Doppelte überschritten werden. Erst ab 2020 sieht die Regelung vor, dass nur noch ein Überschreiten von 50 Prozent möglich ist. Dazu müssen jedoch neue Testverfahren entwickelt und Details geregelt werden.

 

Wichtig für Bevölkerung und Industrie

Der ADAC begrüßt den Vorstoß der Großen Koalition und der EU-Länder. Gerade die Offenlegung der Testergebnisse sei ein richtiger Schritt. Dahingehend fordert der Automobilclub, dass die tatsächlichen Emissionen durch eine Feldüberwachung erhoben werden, von der auch die bereits auf der Straße befindlichen Autos betroffen wären. Damit würde man mehr Transparenz für die Autofahrer in Deutschland schaffen, so der Vizepräsident des ADAC, Thomas Burkhardt.

 

Mit dem Antrag haben SPD und Union aber nicht allein das Wohl der Verbraucher im Blick. Auch für die Wirtschaftskraft und die Arbeitsplätze in Deutschland heben die Regierungsfraktionen die Bedeutung der Automobilindustrie hervor. In diesem Zusammenhang betonen sie, dass in den nächsten Jahren die Effizienz der Verbrennungsmotoren erhöht werden müsse, die Zukunft jedoch eher beim Wasserstoff- und Stromantrieb liege.

 

 

 

Mit Material von dpa

Bild © Jürgen Fälchle – Fotolia.com

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