Das ändert sich 2017 für Versicherte

Änderungen in der Versicherung ab 2017

Ab 2017 gibt es zahlreiche Änderungen bei den gesetzlichen und privaten Versicherungen, über die Verbraucher Bescheid wissen sollten.

Das alte Jahr 2016 ist schon wieder rum und das neue steht bereits vor der Tür. Was den Versicherungsbereich angeht, gibt es allerlei Neuerungen, für die manche Versicherte ab 2017 tiefer in die Tasche greifen müssen. Eine der größten Änderungen ist die Pflegereform, durch die alle Arbeitnehmer im nächsten mehr für die gesetzliche Pflege zahlen müssen. Auch privat Krankenversicherte müssen ab Januar nächsten Jahres mehr Geld verdienen, wenn sie weiterhin in der Privaten Krankenversicherung (PKV) bleiben wollen.

 

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Garantiezins sinkt 2017 weiter

Seit Jahren sinken die Zinsen für Tages- und Festgeld, da die Europäische Zentralbank den Leitzins kontinuierlich gesenkt hat – derzeit auf 0,0 Prozent. Für Verbraucher, die 2017 eine kapitalbildende Lebensversicherung oder eine betriebliche Altersvorsorge abschließen wollen, hat das Folgen: Während Verträge von 2016 noch eine Verzinsung von 1,25 Prozent erhalten haben, bekommen Neuverträge ab 2017 einen Garantiezins von nur noch 0,9 Prozent. Verbraucher mit Altverträgen brauchen sich allerdings keine Sorgen machen. Für sie gilt weiterhin der Zinssatz, der bei Abschluss des Vertrages gültig war.

Wer sich den aktuellen Prozentsatz sichern möchte, sollte noch im Dezember einen Vertrag abschließen oder auf Produkte auf Fond- oder ETF-Basis (Exchange-Traded Funds) setzen. Diese können eine höhere Verzinsung bieten, die jedoch von der Entwicklung an den Aktienmärkten abhängt. Eine bessere Rendite geht folglich mit einem höheren Risiko einher.

 

Gesetzliche Pflegeversicherung erhält Reform

Um die Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung zu finanzieren, steigt der Beitrag um 0,2 Prozentpunkte. Kinderlose über 23 Jahre zahlen ab Januar 2017 2,8 Prozent statt 2,6 Prozent, Arbeitnehmer mit Kindern 2,55 Prozent. In beiden Fällen sind das Mehrkosten von 38,40 Euro im Jahr (Bruttolohn im Monat: 3.200 Euro).

Was beinhaltet die Reform? Aus den bisher drei Pflegestufen werden fünf Pflegegrade. Gerade Demenzpatienten mit Pflegestufe 0 profitieren davon, denn sie steigen in den Pflegegrad 2 auf und erhalten so bessere Leistungen. Angst vor einer Herabstufung muss aber keiner haben, da der Bestandsschutz durch § 141 SGB XI gilt. Das heißt, Pflegebedürftige dürfen nicht weniger Leistungen erhalten als zuvor.

 

Neue Typ- und Regionalklassen können Kfz-Beitrag erhöhen

Im September 2016 hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die neuen Typ- und Regionalklassen veröffentlicht. Vor allem PS-starke Modelle und SUVs werden durch die Neueinstufung teurer. Wer im September die Jahresrechnung erhalten hat, sollte einen Blick auf den Vergleichsbeitrag werfen. Ist dieser geringer als der 2017 zu zahlende Beitrag, kann außerordentlich gekündigt werden. Steigt der Beitrag, weil der Versicherte in eine teurere Schadenfreiheitsklasse herabgestuft wird, besteht hingegen kein Sonderkündigungsrecht.

 

Grenze für volle Rentenpunkte steigt

Auch wer Jahrzehnte lang in die gesetzliche Rente eingezahlt hat, bekommt nicht immer volle Rentenpunkte. 2016 mussten Arbeitnehmer der alten Bundesländer (ABL) dafür 36.267 Euro brutto im Jahr verdienen, 31.595 Euro waren es in den neuen Bundesländern (NBL). Da das Durchschnittseinkommen gestiegen ist, sind es im nächstens Jahr gut 37.100 Euro brutto in den alten und 33.150 Euro brutto in den neuen Bundesländern. Die Punkte sind wichtig, da sie wie ein Katalysator wirken und die spätere Rente bemessen. 2016 steigerte ein voller Rentenpunkt den monatlichen Rentenwert eines Arbeitnehmers der ABL um 30,45 Euro. In den neuen Bundesländern waren es, 28,66 Euro.

Gerade für junge Leute oder Berufseinsteiger, die nicht so viel verdienen, kann eine private Vorsorge in Form von Riester-Rente oder betrieblicher Altersvorsorge (bAV) sinnvoll sein. Während Kinderlose mit einer bAV gut bedient sind, können sich Paare mit Kindern oder Alleinerziehende mehr Zulagen bei der Riester-Rente sichern ­– vorausgesetzt, sie geben eine Steuererklärung ab.

 

Änderungen in der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung

Wer in der privaten Krankenversicherung (PKV) versichert ist, musste 2016 mindestens 56.250 Euro brutto verdienen. Im nächsten Jahr sind es sogar 57.600 Euro, was einem monatlichen Bruttoverdienst von 4.800 Euro entspricht. Wer deswegen nicht in die PKW wechseln kann, sollte über eine Krankenzusatzversicherung nachdenken. Diese bietet zahlreiche Zusatzleistungen, ähnlich denen der privaten Krankenversicherung. Dabei sichert man entweder einen bestimmten Bereich ab, wie beispielsweise Zahnzusatz, oder mehrere gleichzeitig. Im letzten Fall sind die Kosten zwar geringer, der Schutz allerdings weniger umfangreich.

 

 

Bild: © Falko Matte – Fotolia.com

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