Billiger Sprit: Deutsche nutzen Auto nicht häufiger

Billiger Sprit: Deutsche nutzen Auto nicht häufiger

Billiger Sprit: Deutsche nutzen Auto nicht häufiger

Laut Mineralölwirtschaftsverband kostete Dieselkraftstoff im Januar durchschnittlich 99 Cent. Das ist nach Angaben des ADAC der tiefste Stand seit 2009. Während dieser Trend die Anleger an der Börse in Aufruhe versetzt, können sich Autofahrer freuen. Denn der gefallende Rohölpreis wirkt sich auch auf die Benzinpreise aus. Das lasse den Schluss zu, dass die Leute wieder vermehrt ihr Auto nutzen. Doch laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ist das in Deutschland nicht der Fall. Zwar achten die meisten Bundesbürger auf den Spritpreis, das führe aber nur bei jedem zehnten zu einer vermehrten Nutzung des Autos.

 

  • Kfz-Versicherungen -
    vergleichen und sparen!
  • Bis zu 850,- Euro sparen
  • Exakte Prämienberechnung
  • Kfz-Versicherungswechsel leicht gemacht!
  • (Anbieter und Verfügbarkeit unterscheiden sich regional)

Kaum Einfluss auf das Fahrverhalten

Für gut 75 Prozent der Deutschen sind günstige Benzinpreise wichtig bzw. eher wichtig. Vor allem junge Fahrer zwischen 18 und 34 Jahren geben an, aus diesem Grund ihr Fahrzeug öfter zu nutzen. In der Gesamtheit stellt diese Altersgruppe aber nur zehn Prozent dar. Der restliche Teil der Autofahrer gebe sich eher verhalten und bewege den eigenen Wagen deswegen nicht häufiger. Ein Fünftel der Befragten gibt sogar an, dass geringe Benzinpreise weniger oder keine Rolle spielen würden.

 

Kaufverhalten ebenso kaum beeinflusst

Aber nicht nur das Fahrverhalten wird durch die geringen Spritpreise kaum beeinflusst. Auch das Kaufverhalten würden viele Deutsche auf Grund des günstigen Sprits nicht ändern: Sich angesichts der Entwicklung einen leistungsstärkeren Pkw zu kaufen, halte nur eine Minderheit für sinnvoll. Auch der Kauf eines elektrischen Autos komme für mehr als die Hälfte der Befragten deswegen nicht in Frage. Das könnte sich aber bald ändern: Die Bundesregierung überlegt, den Kauf von E-Autos künftig durch eine Prämie zu fördern. Wie diese genau finanziert werden soll, stehe aber bisher noch zur Diskussion.

 

Wie setzen sich Kraftstoffpreise zusammen?

Obwohl der Ölpreis seit der Jahreshälfte 2014 um ca. 70 Prozent gesunken ist, schlägt sich diese Entwicklung nicht ein zu eins auf den Spritpreis nieder. Der Grund: Der Einkauf des Rohstoffs Öl nur ein Kostenfaktor bei der Berechnung der Benzinpreise. Auch hier kommen Steuern und Abgaben hinzu, die mehr als die Hälfte der Kosten verursachen. Dazu zählen u.a. die Mineral-, die Öko- und die Mehrwertsteuer. Der restlichen Bestandteile beinhalten nicht nur die Kosten für den Einkauf, sondern ebenso für die Produktion und den Vertrieb.

 

Sinkt der Ölpreis weiter?

Dass sich die Entwicklung fortsetzt und der Ölpreis sogar unter die Marke von unter 25 US-Dollar je Barrel (rund 159 Liter) fällt, ist eher unwahrscheinlich. Sollte das niedrige Niveau aber die nächste Zeit gehalten werden, könne ein durchschnittlicher Autofahrer in 2016 mehr als 200 Euro Benzinkosten sparen.

 

Zum deutschlandweiten Benzinpreis-Vergleich

 

Allerdings zeichnet die Internationale Energieagentur (IEA) kein positives Bild. Sie spricht davon, dass der Ölpreis in den nächsten fünf Jahren drastisch ansteigen könne. Zu Beginn des nächsten Jahres sehe die IEA das Ende eines dauerhaft niedrigen Ölpreises. Anlass für diese Prognose ist die fehlende bzw. mangelnde Investition in die Fördertechnik. So hätte die Produktion in den USA deutlich nachgelassen. IEA-Chef Fatih Birol warnt Verbraucher daher, sich nicht von dem geringen Preis beirren zu lassen.

 

Mit Material von dpa, ADAC

Bild © Angelika Bentin – Fotolia.com

keine weiteren Kommentare mglich.