Diagnose Alzheimer: Worauf Versicherungskunden achten sollten

Diagnose Alzheimer

Wer die Diagnose Alzheimer erhält, sollte den Versicherer informieren, auch wenn keine Meldepflicht besteht.

Kunden mit der Diagnose Alzheimer müssen zwar die Erkrankung ihrer Versicherung nicht melden. Hat der Erkrankte jedoch einen Schaden verursacht, machen viele Versicherer Ärger, wenn sie über die Erkrankung im Vorfeld nicht informiert wurden. Doch wer mit der Diagnose Alzheimer konfrontiert wird, hat anderes im Sinn, als die Versicherung zu informieren. Und laut Branchenverband der Versicherer und Verbraucherschützern ist die Erkrankung nicht meldepflichtig, so ein Bericht der FTD. Dennoch warnt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, dass in der Realität hinsichtlich der Schadensregulierung Probleme entstehen können, wenn die Diagnose dem Versicherer nicht mitgeteilt wurde. Auch wenn formaljuristisch eben keine Meldepflicht besteht.

 

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Privathaftpflicht: Vollständig Demenzkranke gelten als schuldunfähig

Immer wieder machen Erkrankte und Angehörige die Erfahrung, dass Versicherer eine Regulierung verweigern, weil sie über die Demenzerkrankung nicht Bescheid wussten. Zwar erhalten Demenzkranke im fortgeschrittenen Stadium konstante Betreuung, dass sie größere Schäden verursachen kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Vollständig an Demenz Erkrankte gelten juristisch als schuldunfähig und können daher im Schadenfall nicht haftbar gemacht werden. Dementsprechend muss auch die Privathaftpflicht nicht zahlen. Es besteht jedoch die Möglichkeit eine Zusatzklausel abzuschließen, die den Versicherungsschutz auf Deliktunfähigkeit erweitert. Dennoch: Unabhängig davon, ob diese Zusatzklausel besteht oder nicht, sollten Kunden den Versicherer informieren, wenn die Diagnose Alzheimer lautet, empfiehlt Bärbel Schönhof, zweite Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

 

Vertragsbedingungen der Unfallversicherung überprüfen

Wer eine private Unfallversicherung abgeschlossen hat, sollte sich darüber informieren, ob der Schutz auch bei der Diagnose Alzheimer bestehen bleibt. Denn bei vielen alten Verträgen umfasst der Versicherungsschutz nicht die Demenzerkrankung. Auch wenn dies bei einigen neueren Policen geändert ist, sollte auch hier ein Blick ins Kleingedruckte geworfen werden. Dies ist vor allem wichtig, da viele Anbieter nicht zahlen, wenn der Unfall im Zusammenhang mit der Erkrankung steht.

 

Private Pflegezusatzversicherung sinnvoll

Privat Krankenversicherte sind auch in der privaten Pflegeversicherung. Zwar unterscheiden sich die Leistungen bei den gesetzlichen und privaten Pflegeversicherungen nicht, sie reichen aber für Demenzkranke vielfach nicht aus. Auch wenn die Regierung Verbesserungen versprochen hat, ist es unwahrscheinlich, dass eine herkömmliche Pflegeversicherung die benötigten Leistungen erbringt. Der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung kann daher in vielen Fällen sinnvoll sein, so Schönhof.

 

Rechtsschutzversicherung unter keinen Umständen kündigen

Nach der Diagnose Alzheimer sollte die Rechtsschutzversicherung in keinem Fall gekündigt werden. So ist sie nicht nur hilfreich bei Streitigkeiten mit der Pflegeversicherung, wenn es etwa um die Bestimmung der Pflegestufe geht. Es könnten beispielsweise auch Probleme mit der Kfz-Versicherung geben. Viele Demenzerkrankte sehen nicht ein, dass sie nicht mehr in der Lage sind, am Straßenverkehr teilzunehmen. Verursachen sie einen Schaden, greift zwar die Kfz-Haftpflicht, aber der Versicherer kann sich die Summe anteilig vom Erkrankten wiederholen, erklärt Schönhof.

 

Mit Material von Financial Times Deutschland

Bild© Peter Maszlen – Fotolia.com

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