Digitale Steuererklärung ohne Papierbelege soll bald kommen

Digitale Steuererklärung: Info

Zeitersparnis schon ab 2017? Der rechtliche Rahmen für die digitale Steuererklärung wird derzeit debattiert.

Schon im Jahr 2017 soll die digitale Steuererklärung in Deutschland Alltag werden. Das sehen die aktuellen Pläne des Bundesfinanzministeriums vor. Der entsprechende Gesetzesentwurf wird diese Woche im Kabinett diskutiert. Schon jetzt ist es möglich, eine digitale Steuererklärung abzugeben. Das bekannte Elster-Verfahren weist zwar wachsende Nutzerzahlen auf, ermöglicht aber noch nicht die vollständig digitalisierte Steuererklärung. Grund dafür sind die rechtlichen Rahmenbedingungen. Derzeit müssen Steuerpflichtige auch bei Nutzung des Elster-Verfahrens ihre Belege noch per Post an das Finanzamt senden. Auf die bisher von den Finanzämtern benötigten Papierbelege soll in Zukunft verzichtet werden. Ziel des neuen Gesetzesentwurfs ist es, den Versand der Papierbelege zur Ausnahme und die digitale Steuererklärung langfristig zum Standard zu machen.

 

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Einführungsphase bis zum Jahr 2022 angesetzt

Mit dem Gesetzesentwurf stellt das Finanzministerium die Weichen, um schon im Jahr 2017 mit dem neuen Steuerverfahren zu beginnen. Damit soll die alte Steuererklärung nicht auf einen Schlag abgeschafft werden. Die Einführungs- und Übergangsphase für die digitale Steuererklärung wird mindestens bis zum Jahr 2022 dauern. Auch danach wird es nach den aktuellen Plänen noch möglich sein, die Steuererklärung klassisch auf Papier einzureichen. Das Finanzministerium will mit dem Gesetzesentwurf Anreize für die digitale Steuererklärung schaffen. Vor allem unkomplizierte Steuererklärungen sollen in Zukunft nicht nur digital eingereicht, sondern auch maschinell geprüft und verarbeitet werden. Belege und Quittungen sind dann nur noch auf direkte Anforderung hin an das Finanzamt zu senden. Ausgenommen davon sind komplexere Steuererklärungen, wie beispielsweise von Selbstständigen.

 

Prüfung der digitalen Steuererklärung in Zukunft automatisch

Ein automatisches Prüfsystem übernimmt die Kontrolle der digitalen Steuererklärungen. Dabei soll ein Risikofilter herausfinden, ob in der Steuererklärung Unregelmäßigkeiten, Abweichungen oder Besonderheiten vorkommen. Liegen diese vor, erfolgt die Prüfung der Dokumente durch einen Beamten. Das Finanzministerium machte bisher keine Angaben zur Arbeitsweise des geplanten Risikofilters. Schon jetzt können Steuerpflichtige, die ihre Steuererklärung mit dem Elster-Programm erstellen, am heimischen Computer vor Einreichen der Dokumente eine Plausibilitätsprüfung durchführen. Der Risikofilter der automatischen Prüfung wird darüber hinaus voraussichtlich auch Steuererklärungen stichprobenartig für die individuelle Prüfung heraussuchen.

 

Automatisierter Datenabgleich teilweise bereits eingeführt

Schon im Jahr 2014 begab sich die Regierung mit der Einführung der vorausgefüllten Steuererklärung in Richtung digitale Steuererklärung und Automatisierung. Ist die Rechtsgrundlage für die Vollautomatisierung erst geschaffen, sollen Steuerpflichtige mittels Elster ihre persönlichen Daten beim Fiskus abrufen, überprüfen und direkt in die digitale Steuererklärung übernehmen können. Auch die Daten und Informationen Dritter – etwa der Krankenkasse oder des Arbeitgebers – sollen in Zukunft elektronisch eingefügt werden. Mit einem Knopfdruck kann die fertige Steuererklärung dann an das Finanzamt versendet werden. In Zukunft soll auch der abschließende Versand des Steuerbescheids im Idealfall digital erfolgen.

 

Digitale Steuererklärung soll Finanzämter entlasten

Mit der digitalen Steuererklärung sparen nicht nur die Steuerpflichtigen in den meisten Fällen Zeit. Auch die Finanzämter selbst können durch die in der Regel automatische Überprüfung Personalzeit und damit Personalkosten einsparen. Das Ziel des Fiskus: Die Mitarbeiter sollen anders eingesetzt, die freiwerdende Zeit für komplexere Aufgaben genutzt werden. Gemeint sind damit Steuerprüfungen bei Selbstständigen und Unternehmen sowie die Steuerfahndung. Aber auch die Haushaltsplanung der Kommunen und Länder spielt nach Expertenmeinung eine Rolle bei der Veränderung.

 

Bearbeitungszeit reduziert sich durch automatische Prüfung

Für Steuerpflichtige wird nicht nur die Zeit zur Erstellung der Steuererklärung kürzer. Mit der vollautomatisierten Auswertung wird sich auch die Zeit bis zum Versand des Bescheids deutlich reduzieren. Derzeit warten Arbeitnehmer im Durchschnitt fünf Wochen auf den Versand des Steuerbescheids. In einigen Bundesländern liegt die Wartezeit noch deutlich höher. Spitzenreiter war im Jahr 2014 das Land Bremen: Hier warteten Steuerpflichtige fast 90 Tage auf die Antwort vom Fiskus. Gerade bei Arbeitnehmern, die mit Rückzahlungen rechnen konnten, stieß die Wartezeit auf starke Kritik.

 

Änderung der Abgabefristen für die digitale Steuererklärung geplant

Im Zuge der Einführung des automatischen Kontrollsystems werden sich auch die Abgabefristen für die Steuererklärung ändern. Wer die persönliche Beratung durch einen Steuerberater nutzt, erhält zwei Monate zusätzlich zur Abgabe. Stichtag ist dann nicht mehr der 31. Dezember des folgenden Jahres, sondern erst Ende Februar. In Zukunft sollen allerdings Strafgebühren anfallen, wenn die längere Abgabefrist überschritten wird. Ob auch Steuerpflichtige ohne Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein in Zukunft eine verlängerte Frist erhalten, ist noch nicht bekannt. Derzeit werden verspätete Steuererklärungen nur in relativ wenigen Fällen mit Säumnisgebühren belegt, vor allem, wenn die Verspätung rechtzeitig angekündigt wird. Die sogenannte „stillschweigende Fristverlängerung“ gibt Steuerpflichtigen einen Aufschub von mehreren Monaten.

 

Elster wird bei Steuerpflichtigen immer beliebter

Betrachtet man die Daten zur Nutzung der Steuererklärungssoftware Elster, so zeigt sich, dass die aktuellen Pläne des Finanzministeriums einem bei Steuerpflichtigen seit Jahren anhaltenden Trend entsprechen. Seit dem Jahr 2009 hat sich die Zahl der mit der Software erstellten Steuererklärungen mehr als verdoppelt. Im Jahr 2009 nutzten rund 8,3 Millionen Steuerpflichtige Elster zur Erstellung ihrer Steuererklärung. Im Jahr 2015 wurden bereits 18,5 Millionen Steuererklärungen mit der Software angefertigt. Für Arbeitnehmer und andere Steuerpflichtige ist die elektronisch übermittelte und erstellte Steuererklärung eine Arbeitsersparnis bereits durch die Plausibilitätsprüfung und die integrierte Erklärung der Formularfelder.

 

Mit Material von tagesspiegel.de, wiwo.de, welt.de und elster.de

Bild © Doc RaBe – Fotolia.com

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