Die Jagd auf den Quadrocopter – Drohnenabwehr heute

Drohnenabwehr- Nicht nur Flughäfen rüsten auf.

In Deutschland gibt es derzeit mehr als 400.000 Drohnen.

Seit Quadrocopter für den privaten Gebrauch verfügbar sind, wird der Ruf nach Systemen, die vor diesen Fluggeräten schützen, immer lauter. Da diese modernen Drohnen nicht nur Kameras mit sich tragen, sondern einige Modelle sogar Lasten transportieren und abwerfen können, werden sie in den falschen Händen zu einer großen Gefahr. Welche Ideen zur Abwehr bestehen, haben wir uns einmal angeschaut.

 

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Welche Sicherheitsfeatures hat ein Quadrocopter?

Grundsätzlich will wohl kein Hersteller, dass seine Fluggeräte andere Menschen gefährden oder Schäden anrichten. Daher reagieren alle Quadrocopter ähnlich, wenn die Funkverbindung beim Fernsteuern abreißt oder der Akku zu wenig Power hat: Sie bleiben in der Luft stehen. Sekunden später leiten sie entweder die sichere Landung vor Ort ein oder kehren an ihren Startplatz zurück. Die Rückkehr zum Ausgangspunkt wird via GPS also per Satellitenortung navigiert. Zusätzlich verfügen Drohnen in der Regel über Sensoren, die alle Hindernisse in unmittelbarer Umgebung rechtzeitig wahrnehmen und ein automatisches Ausweichmanöver einleiten.

Um einen Quadrocopter daran zu hindern, in ein bestimmtes Territorium einzudringen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wenn die Drohne per Steuerung geflogen wird, reicht es normalerweise, wenn die Funkverbindung unterbrochen wird. Abschirmende Hindernisse oder elektromagnetische Störsender erzeugen diesen Effekt. Die Drohne kehrt daraufhin zu ihrem Startplatz zurück oder landet.

 

GPS-Jammer und GPS-Spoofing

Sollte eine Drohne automatisch zu einem festgelegten Punkt fliegen, so navigiert sich das Fluggerät per GPS. Damit der Quadrocopter sein Ziel verfehlt, wird seine Orientierung gestört. Dies ist zum einen durch einen GPS-Jammer möglich, der alle Satellitensignale in einem bestimmten Umkreis unterbindet. Je näher das Fluggerät dem Jammer kommt, desto weniger findet sich die Drohne zurecht. Letztlich kann sie gar nicht mehr ermitteln, wo genau sie sich befindet.

Zum anderen kann auch ein Gerät eingesetzt werden, das einen Satelliten imitiert. Das so genannte GPS-Spoofing arbeitet mit einem Sender, der Satellitensignale mit falschen Informationen verschickt. Die Drohne berechnet dadurch einen Standort, der ganz woanders liegt. Mittlerweile ist es mit dieser Technik sogar möglich, Quadrocopter im automatischen Flugmodus gezielt fremdzusteuern.

 

Von Viren und dem König der Lüfte

Mit anderen Konzepten werden die Drohnen, sprichwörtlich vom Himmel geholt. So sendete ein Hacker ein Computervirus an einen Quadrocopter, der sich darauf hin abschaltete und abstürzte. Ähnlich kompromisslos agieren Wärter in amerikanischen Gefängnissen, die Netze auf Drohnen schießen, die zum Schmuggeln von Waffen oder Drogen benutzt werden. Auch beim Militär gibt es keine Gnade. Hier wird ein Hochenergielaser auf kleinste Fluggeräte gerichtet, der diese direkt zerstört.

Auch tierische Unterstützung gibt es bei der Abwehr von Drohnen. In den Niederlanden werden Adler abgerichtet, um beispielsweise Quadrocopter anzugreifen. Wie bei kleinen Beutetieren packen die riesigen Greifvögel die fliegenden Maschinen und drücken sie mit ganzer Kraft zu Boden.

 

Aufrüstung gegen Drohnen

Heute gibt es allein in Deutschland etwa 400.000 Drohnen. So suchen nicht nur Flughäfen oder Fußballstadien nach Abwehrmöglichkeiten von Quadrocoptern, auch Prominente werden heute von Paparazzi-Drohnen bespitzelt und rüsten auf. Bald schon sollte sich jeder Besitzer solcher Fluggeräte genau überlegen, wo er diese fliegen lässt – spätestens, wenn der Nachbar auf einmal einen Adler zum Haustier hat.

 

Mit Material von welt.de und heise.de

Bild: © absurdovruslan / Fotolia.com

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