DSL: Umzug beendet Vertrag nicht automatisch

DSL: Umzug beendet Vertrag nicht automatisch

Bei einem Umzug wird der DSL-Anschluss nicht automatisch gekündigt, sondern wird in aller Regel fortgeführt wie bisher.

Bei einem Umzug gilt es viele Dinge zu beachten. Neben Behördengängen gehört auch die Klärung der Strom- und Gasversorgung dazu. Schnell kann dabei das Internet vergessen werden. Viele Dinge lassen sich heute online einfacher und schneller erledigen. Daher ist der Internet-Anschluss in der neuen Wohnung mitunter genau so wichtig wie die Energieversorgung. Doch bevor ein neuer Vertrag abgeschlossen wird, muss der alte erst einmal gekündigt werden. Dass DSL beim Umzug jedoch automatisch gekündigt wird, ist wohl eher ein Irrtum. Denn nur unter bestimmten Bedingungen greift in diesen Fällen das Sonderkündigungsrecht.

 

  • Jetzt DSL-Anbieter vergleichen
    und sparen!


Keine automatische Kündigung

Obgleich es praktisch wäre: Nach einem Umzug werden Festnetz- und Internetvertrag nicht automatisch gekündigt. Die Provider unterliegen keiner rechtlichen Pflicht, den Kunden bei Wohnungswechsel vorzeitig aus dem Vertrag zu entlassen. Hierbei handelt es sich vielmehr um eine Kulanzregelung. Weiterhin steht es dem Anbieter frei, Gebühren für einen Anschlusswechsel zu verlangen. Allerdings dürfen diese nicht höher sein als bei einem Neuanschluss. Sollte sich der Provider mit einer frühzeitigen Kündigung einverstanden erklären, kann er dafür ebenfalls eine Abschlagszahlung verlangen.

>>> Weitere Tipps und Infos zum Thema DSL und Umzug

 

Das ist beim DSL-Umzug nicht rechtens

Völlig machtlos sind Kunden natürlich nicht. Im Sommer 2012 fand eine verbraucherfreundliche Änderung des Telekommunikationsgesetzes statt. Nach dieser dürfen Provider nach einem Umzug den Anschluss in der neuen Wohnung nicht mehr als Neuanschluss einstufen. Für den Kunden hatte dies früher die Folge, dass die Vertragslaufzeit wieder um 24 Monate verlängert wurde.

 

Wann greift das Sonderkündigungsrecht beim DSL-Anschluss durch einen Umzug? Erst wenn der bisherige Anbieter die Versorgung im neuen Gebiet nicht mehr gewährleisten kann, ist die außerordentliche Kündigung möglich. Oder aber, wenn der Anbieter eine Änderung des Vertrages vornimmt, die der Zustimmung des Kunden bedarf. Die Kündigungsfrist liegt in aller Regel zwischen einem und drei Monaten.

 

In der genannten TKG-Novelle von 2012 wurde außerdem das Problem der Versorgungslücke geklärt: Bei einem Umzug darf die DSL-Lücke nicht länger als 24 Stunden andauern. Tritt dieser Fall dennoch ein, muss der alte Anbieter für die Versorgung des Kunden Sorge tragen. Und zwar solange, bis der neue Anbieter den Anschluss geschaltet hat.

 

Was beim Anbieterwechsel beachtet werden sollte

Wird der DSL-Anschluss beim Umzug behalten, sollte der bisherige Anbieter darüber in Kenntnis gesetzt werden. Zieht man innerhalb eines Vorwahlbereiches um, kann in der Regel die Rufnummer portiert werden. Bei wenigen Anbietern ist es aber unter Umständen nicht möglich, die Rufnummer mitzunehmen.

 

Wechselt man den Provider beim Umzug, ist die Rufnummermitnahme zumeist kein Problem. Allerdings verlangt der alte Anbieter dann eine Service-Pauschale und er ist rechtlich auch nicht zur Durchführung der Rufnummermitnahme verpflichtet. Wichtig dabei ist, dass Verbraucher nicht selbst kündigen, sondern der neue Provider dem alten mittels Portierungsauftrag kündigt.

 

Sollte sich beim Wechsel herausstellen, dass unerwartet ein längerer Zeitraum ohne Internet überbrückt werden muss, sind UMTS-Sticks mit mobilem Internet eine gute Lösung. Das Datenvolumen genügt in der Regel für das alltägliche Surfen und für gelegentlichen Video-Stream. Intensive Downloads oder Online-Spiele sind technisch zwar möglich, dieses Mehr an Leistung ist jedoch im Vergleich zum festen Internet- und Telefonanschluss relativ teuer.

 

 

Mit Material von dpa

Bild © Imaginis / Fotolia.com

keine weiteren Kommentare mglich.