Energiewende: Bundesländer müssen enger zusammenarbeiten

Energiewende durch Bundesländer gefährdet

Ausbau der erneuerbaren Energien sollte sich an natürlichen Potenzialen orientieren.

Im Norden sind Windanlagen effizienter, doch im Süden wird ihr Ausbau forciert. Das Land Schleswig-Holstein, das sowohl als Standort für Windkraft als auch beim Ausbau der Stromnetze eine Schlüsselfunktion innehat, warnt vor einem Scheitern der Energiewende, wenn die Bundesländer künftig nicht enger zusammenarbeiten. Nach Ansicht des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministers Jost de Jager (CDU) sind unter diesen Bedingungen die Kosten zu hoch und die Koordination nicht ausreichend. Doch gerade der Umbau der Energieversorgung erfordert eine umfassende Koordination zwischen den Ländern, so ein Bericht des Handelsblatts.

 

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Energiewende: Bundesländer gehen eigene Wege

Damit die Industriestandorte und Ballungszentren auch in Zukunft die benötigte Energiemenge abrufen können, müssen die Bundesländer in puncto Energiewende ihre Arbeit besser koordinieren, erklärt Jager. Bislang würden die Strategien der Länder auf unterschiedliche Zeithorizonte sowie Ziele ausgerichtet. Die Gefahr, die hierbei besteht, ist, dass die Bundesländer sich bei der Energiewende verzetteln. Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und der Höhe der Einspeisevergütung sei ein einheitlicher Rahmen definiert, innerhalb dessen sich die Förderung der Stromgewinnung aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse und Geothermie bewegt. Doch viele Länder haben eigene, zusätzliche Förderprogramme ins Leben gerufen oder weisen großzügig Flächen aus, um Investoren zu locken. Mit diesen Mitteln verfolgen sie eigene Ziele, die diejenigen der Bundesregierung übersteigen. Brandenburg strebt beispielsweise für 2020 eine 90-prozentige Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien an. Das Ziel der Bundesregierung für dieses Jahr liegt jedoch nur bei 35 Prozent.

 

Oettinger: Beste Standorte nach Effizienzkriterien finden

Auch Dena-Chef Stephan Kohler bezeichnet den Ausbau der erneuerbaren Energien als unstrukturiert und fordert daher einen bundesweiten Ausbauplan. Diese Auffassung teilt auch de Jager. Statt am regionalen Bedarf und an der Entwicklung der Infrastruktur sollte sich der Ausbau an objektiven energiewirtschaftlichen Faktoren orientieren. Anfang Juni stellen die Übertragungsnetzbetreiber einen Netzentwicklungsplan vor, auf dessen Basis die weitere Umsetzung der Energiewende gesteuert werden sollte. Vor allem die natürlichen Potenziale sollten die Ausrichtung des Ausbaus erneuerbarer Energien vorgeben, so Jager. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Kosten des Umbaus in einem zu verkraftenden Rahmen bleiben. Doch durch Alleingänge wie etwa der Windanlagenbau an ungeeigneten Standorten in Baden-Württemberg ist dieses Ziel gefährdet. Auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger teilt diese Ansicht. So sollten für einen effizienten Ausbau der erneuerbaren Energien die besten Standorte genutzt werden. Und das bedeutet: „Wind im Norden, Sonne im Süden“, fordert Oettinger.

 

Mit Material von Handelsblatt

Bild ©iStockphoto.com/AndreasWeber

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