Erbschaftssteuer sparen: Für nahe Verwandte gelten hohe Freibeträge

Erbschaftssteuer sparen: Für nahe Verwandte gelten hohe Freibeträge.

Erbschaftssteuer sparen leicht gemacht

Wann immer größere Summen den Besitzer wechseln, hält auch der Staat die Hand auf. Erbschaften sind da keine Ausnahme. Doch immerhin gelten für nahe Verwandte hohe Freibeträge. Wer diese clever nutzt und sich schon zu Lebzeiten Gedanken über den eigenen Nachlass macht, kann auch größere Vermögen steuerfrei an seine Nachkommen übertragen.

In Deutschland werden jedes Jahr enorme Summen vererbt oder verschenkt. 2015 waren es laut Statistischem Bundesamt 102 Milliarden Euro. 6,3 Milliarden Euro davon strich der Staat in Form von Erbschafts- und Schenkungssteuer ein.

Festgeld - Banken im Vergleich! Sichern Sie sich hohe Zinsen!
Berechnungskriterien
  • Berechnungskriterien: Festgeld

  • (min. 500,- Euro - Anlagebetrag hat Einfluss auf Höhe der Zinsen)

  • (Anlagedauer hat Einfluss auf Höhe der Zinsen)

 

Freibeträge und Steuerklassen bei der Erbschaftssteuer

Die Erben zahlen Steuern aber nur auf den Teil Nachlasses, der über ihren persönlichen Freibetrag hinausgeht. Der Steuersatz hängt von der Höhe der Erbschaft und dem Verwandtschaftsgrad ab. Ehegatten, Kinder, Enkel, Eltern und Großeltern liegen in der günstigsten Erbschaftssteuerklasse I.

Auf eine Erbschaft von 500.000 Euro müsste der eigene Ehepartner gar keine Steuern zahlen. Die Summe entspricht exakt seinem Freibetrag. Ein Kind müsste nach Abzug seines Freibetrags (das sind 400.000 Euro) noch 100.000 Euro versteuern. In Steuerklasse I liegt der Steuersatz dafür bei 11 Prozent. Es werden also 11.000 Euro Erbschaftssteuer fällig.

Geschwister erben sogar nur 20.000 Euro steuerfrei. Sie fallen außerdem in die ungünstigere Steuerklasse II. Ihr Steuersatz läge in diesem Beispiel bei 25 Prozent. Sie müssten also 120.000 Euro Steuern abführen. Ein nicht verwandter Erbe läge in Steuerklasse III und müsste sogar 144.000 Euro zahlen.

Auf dieselbe Erbschaft zahlen Geschwister also 109.000 Euro mehr Steuer als die Kinder des Erblassers. Entfernter oder gar nicht Verwandte zahlen sogar 133.000 Euro mehr.

 

Freibeträge bei der Schenkungssteuer mehrfach nutzen

Sparen können Vermögende, indem sie einen Teil ihres Vermögens schon zu Lebzeiten verschenken. Zwar beansprucht der Staat auch hier einen Anteil – in den meisten gelten für Schenkungen dieselben Steuersätze und Freibeträge wie für Erbschaften. Doch der große Vorteil liegt darin, dass Nachkommen die Freibeträge bei Schenkungen alle zehn Jahre nutzen können.

Wer die Möglichkeiten voll ausschöpft und im Alter von 50 Jahren damit beginnt, das eigene Vermögen auf seine Kinder zu übertragen, kann bis zu seinem 80. Geburtstag jedem seiner Kinder steuerfrei 1,6 Millionen Euro zukommen lassen. Jedes Enkelkind kann im selben Zeitraum 800.000 Euro steuerfrei einstreichen.

Auf diese Weise lassen sich häufig auch größere Vermögen ganz oder teilweise steuerfrei auf die späteren Erben verteilen. Großzügige Geldgaben sollten aber wohlüberlegt sein. Eine Schenkung lässt sich in der Regel nicht zurückfordern – auch dann nicht, wenn man sich später zerstreitet.

 

Das Vererben von Immobilien ist ein Sonderfall

Selbstbewohnte Immobilien dürfen an Ehegatten und Kinder übrigens generell steuerfrei vererbt werden. Ihr Wert wird nicht auf die Freibeträge angerechnet. Die einzige Bedingung ist, dass der begünstigte Erbe die Immobilie noch mindestens weitere 10 Jahre selbst bewohnt. Vermietete Immobilien hingegen sind steuerpflichtig. Allerdings kann die Steuerschuld bis zu 10 Jahre lang gestundet werden, wenn der Erbe die Immobilie ansonsten zwangsweise verkaufen müsste.

 

 

Mit Material von: Statistisches Bundesamt (destatis.de), Bayerisches Landesamt für Steuern (finanzamt.bayern.de) und welt.de

keine weiteren Kommentare mglich.