Erneuerbare Energien: Erdkabel für Stromtrassen-Bau

Erdkabel für Stromtrassen-Bau beschlossen

Teure Erdkabel sollen für Stromtrassen-Bau verwendet werden, um den Strom von Norden nach Süden zu transportieren.

Es scheint ein kleiner Erfolg zu sein für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. Bundestag und Bundesrat haben kürzlich genehmigt, dass Erdkabel für den Stromtrassen-Bau gegenüber den deutlich günstigeren Freileitungen den Vorzug erhalten sollen. Allerdings sind damit massive Zusatzkosten in Milliardenhöhe verbunden, die nicht nur Unternehmen, sondern auch Verbraucher treffen. Die neuen, unter der Erde verlegten Gleichstromleitungen sollen den aus Windenergie erzeugten Strom von Nord- nach Süddeutschland transportieren.

 

  • Spare jetzt Stromkosten!



  • eigenen Verbrauch eingeben

Intention des Erdkabelbaus

Vor allem einem Ziel folgt die Entscheidung des Bundesrats und Bundestags: das Vorantreiben der Energiewende. Denn zuvor gab es teils heftigen Widerstand gegen den ursprünglichen Bau der Stromtrassen in Form von Freileitungen. Vor allem die CSU in Bayern hatte hier stark protestiert. Daher wundert es wenig, dass sie die Entscheidung besonders begrüßen.

 

Aber es gibt auch andere Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Per Gesetz ist es verboten, Gleichstromleitungen im Umkreis von 200 bis 400 Metern von Siedlungen zu bauen. Es wird aller Voraussicht nach jedoch Ausnahmen bei Erdkabeln für Wechselstrom geben. Lediglich bei einzelnen Projekten sollen die Wechselstromkabel unter der Erde verlegt werden.

 

Umweltverbände begrüßen Schritt

Auch die Umweltorganisationen sehen mit der Entscheidung für Erdkabel ein positives Zeichen gesetzt, wovon sie sich einen schnellen Netzausbau erhoffen. Damit geht auch das langfristige Ziel einher, erneuerbare Energien stärker ins Stromnetz zu integrieren und dadurch die fossilen Brennstoffe in ihrer Bedeutung zurückzudrängen. Problematisch ist jedoch, dass die Stromnetze aktuell über nicht genügend Kapazitäten verfügen, den Strom aus dem Norden in den Süden Deutschlands zu übertragen. Das führe öfter zu einer Abschaltung der Windkraftanlagen im Norden und zu einer Zuschaltung von Kraftwerken, die auf fossile Brennstoffe zurückgreifen – der Klimaschutz gelinge so allerdings nicht.

 

Weitere Maßnahmen geplant

Im Zuge einer effektiveren Nutzung von Energie hat der Bundesrat außerdem einer besseren Förderung von Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen zugestimmt. Ferner wird die Umstellung von Kohle auf Gas gezielt gefördert, indem das Finanzierungsvolumen auf 1,5 Milliarden Euro erhöht und bis Ende 2022 verlängert wird. Korrekturen forderte die Länderkammer ebenfalls beim Strommarktgesetz: Denn nach Ansicht der Länder sind die ökonomischen Bedingungen für den Betrieb von Energiespeichern schlechter geworden. Schließlich soll der Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen besser genutzt werden.

 

Höhere Kosten für Verbraucher

Viele Kunden haben bereits die Mitteilung bekommen, dass sich die Strompreise zum 1. Januar 2016 erhöhen werden – auf Grund der gestiegenen EEG-Umlage. Ob sich der Strompreis noch weiter nach oben bewegen wirkt, liegt nahe, kann aber nicht mit Sicherheit gesagt werden. Kunden sollten daher ihren Stromtarif überprüfen und ggf. einen Anbieterwechsel in Betracht ziehen, kommt es zu einer weiteren Erhöhung der Versorgungskosten.

 

Mit Material von dpa

Bild © TenneT TSO GmbH

 

keine weiteren Kommentare mglich.