EU-Roaming: Gebühren werden abgeschafft

Die EU schafft ab Sommer 2017 Roaming-Gebühren ab.

Bei der Handy-Nutzung im EU-Ausland fallen ab 15. Juni 2017 keine Gebühren mehr an.

Seit Anfang Februar ist es endgültig beschlossene Sache: Bei der Handy-Nutzung im EU-Ausland fallen ab 15. Juni 2017 keine Gebühren mehr an. Die EU-Kommission hat die Zusatzkosten im Mobilfunk abgeschafft. Das bedeutet, dass Verbraucher bereits im nächsten Sommerurlaub zu den gleichen Kosten wie zu Hause telefonieren und surfen können. Bisher erhobene Aufschläge fallen weg, es gelten Bedingungen wie im Inland – hohe Mobilfunkrechnungen nach dem Urlaub sollten damit Geschichte sein.

 

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Wofür wurden bisher Kosten fällig?

Beim Roaming verlangten die europäischen Mobilfunkbetreiber bisher für die Durchleitung von Telefonaten oder Daten ihrer Kunden durch fremde Netze eine Gebühr. Diese stellte der eigene Mobilfunkbetreiber später seinem Kunden in Rechnung: Telefonieren und Surfen im Ausland konnte deshalb sehr teuer werden.

In einem letzten Schritt hatte sich das Europaparlament nun auf die noch festzulegenden Großhandelspreise geeinigt. Die europäischen Mobilfunkunternehmen stellen sich für die Auslandsnutzung ihrer Kunden gegenseitig Kosten in Rechnung. Dafür etabliert die EU nun Obergrenzen. Diese sollten dafür sorgen, den Wettbewerb auf den europäischen Telekommärkten – auch für kleinere Anbieter – zu sichern, klang es aus dem Europaparlament.

 

Aus Preisobergrenze wird Gebührenstopp

Die Roaming-Abschaffung hat einen langen Weg hinter sich: Begonnen im Jahr 2007 wurde die wichtige Entlastung für Verbraucher seit 10 Jahren schrittweise umgesetzt. Einige Anbieter hatten schon im letzten Jahr komplett auf alle Zusatzkosten beim EU-Roaming verzichtet.

Erst im Herbst 2016 hatte die EU-Kommission Pläne fallen gelassen, die Befreiung von Roaming-Gebühren auf 90 Tage pro Jahr zu beschränken. Nun sollen Anbieter stattdessen einen Missbrauch wie etwa das dauerhafte Telefonieren mit günstigeren ausländischen SIM-Karten unterbinden können.

 

Auswirkungen auf heimische Verträge zu befürchten?

In der Branche gibt es Befürchtungen, dass durch den Wegfall der Roaming-Gebühren die Kosten für Inlandstarife steigen könnten. Mobilfunkanbieter würden so versuchen, die Gewinneinbußen durchs weggefallene Roaming auszugleichen. Es bleibt abzuwarten, wie die Märkte reagieren und ob die Anbieter die Tarife angepassen.

 

Außerhalb der EU: Günstige Optionen nutzen

Im Urlaub außerhalb der EU müssen Verbraucher weiterhin mit hohen Gebühren rechnen – vor allem bei der Datennutzung. Ein Megabyte (MB) Daten kostet bis zu 20 Euro. Unser Spar-Tipp: Die meisten Mobilfunkanbieter haben spezielle Auslands-Datenpakete im Programm, die Kunden während der Urlaubszeit flexibel zum bestehenden Vertrag hinzubuchen können. Eine weitere Möglichkeit ist, sich eine Prepaid-SIM-Karte eines örtlichen Anbieters zu besorgen. Damit telefonieren Reisende zu Inlandspreisen ohne Roaming-Gebühren.

Verbraucher sollten beachten, dass die Regelung nur für EU-Länder gilt. Beliebte Reiseziele wie die Schweiz oder die Türkei sind nicht inbegriffen, Großbritannien wird nach dem Brexit ebenfalls herausfallen.

 

Mit Material von onlinekosten.de, verivox.de

Bild: © teressa – Fotolia.com

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