Europäische Strompreise im Vergleich: Deutschland fast an der Spitze

Europäische Strompreise im Vergleich

In Deutschland zahlen Verbraucher im Vergleich zu anderen europäischen Ländern mit die höchsten Abgaben und Steuern.

Wer in Deutschland Strom verbraucht, bezahlt deutlich mehr als fast überall sonst in der Europäischen Union. Im Durchschnitt ist der Strompreis hierzulande ganze 44 Prozent höher. Warum ist das so? Wir haben uns die Daten näher angeschaut.

 

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Europäische Strompreise schwanken stark

Wenn man die Strompreise in Europa gegenüberstellt, fallen die großen Preisunterschiede besonders auf. Am teuersten ist es in Dänemark. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh bezahlte hier letztes Jahr durchschnittlich 1.235 Euro. Am günstigsten war es im gleichen Zeitraum in Bulgarien. Ein Haushalt mit dem gleichen Verbrauch bezahlte hier nur 382 Euro, also mehr als zwei Drittel weniger.

 

Deutschland ist bei den europäischen Strompreisen fast Spitzenreiter

Nach Dänemark bezahlen Verbraucher in Deutschland europaweit die höchsten Strompreise. Bei 4.000 kWh wurden hier im vergangenen Jahr durchschnittlich 1.188 Euro fällig. Darauf folgen die belgischen Strompreise (1.018 Euro). Knapp unter 1.000 Euro liegen die Strompreise in Italien (965 Euro), Portugal (940 Euro), Irland (922 Euro) und Spanien (874 Euro).

 

Europäischer Strompreis für 4.000 kWh liegt im Durchschnitt bei 823 Euro

Im Durchschnitt aller EU-Länder liegen die Stromkosten bei 823 Euro. Das bedeutet, dass die deutschen Strompreise 44 Prozent über dem EU-Durchschnitt liegen. Ein Grund ist die überdurchschnittlich hohe Belastung mit Steuern, Umlagen und Abgaben. Diese machen inzwischen über die Hälfte des Strompreises aus.

In Deutschland ist die staatliche Last an Steuern und Abgaben mit 53 Prozent fast am höchsten. Noch höher ist die Staatsquote nur in Dänemark. Dort gehen ganze 70 Prozent für Steuern und Abgaben drauf. Die Steuerparadiese im Bereich Strom liegen in England und Malta. Dort kassiert der Staat jeweils nur knapp 5 Prozent. Im EU-Durchschnitt machen Steuern, Umlagen und Abgaben rund ein Drittel der europäischen Stromrechnung aus.

 

Wie sieht es mit dem Vergleich der europäischen Strompreise nach Kaufkraft aus?

Neben Bulgarien sind die Strompreise auch in Ungarn (446 Euro) und Estland (483 Euro) vergleichsweise günstig. Doch die Kaufkraft in diesen Ländern ist auch geringer als in Dänemark und in Deutschland. Es zeigt sich allerdings: Auch wenn die Kaufkraft berücksichtigt wird, sind die Strompreise in Deutschland am zweitteuersten.

Gemessen an der Kaufkraft sind die Strompreise in Portugal am höchsten (1.207 Kaufkraftstandard (KKS)). Dann folgen Deutschland mit 1.151 KKS und Rumänien mit 1.031 KKS. Den günstigsten Strom  bekommen entsprechend diesem europäischen Vergleich die Einwohner Finnlands (504 KKS), Luxemburgs (577 KKS) und Schwedens (588 KKS).

Für die Auswertungen und Berechnungen wurden die Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat vom ersten Halbjahr 2016 für die 28 EU-Mitgliedsstaaten herangezogen.

 

Bild: © Bernd_Leitner – Fotolia.com

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