Experten warnen: Immobilienblase möglich

Immobilienblase

Das Platzen der Immobilienblase wird für immer mehr Experten wahrscheinlicher.

Weil in den vergangenen Jahren zu wenig in den Bau neuer Wohnungen investiert wurde, verengt sich der Markt. Dazu kommt, dass die Inflationsangst Privatanleger in das „Betongold“ treibt und somit die Preise hochschraubt. Experten befürchten eine Überhitzung des Immobilienmarktes oder gar eine Immobilienblase. Auch wenn die Bauzinsen derzeit historisch niedrige Werte erreichen: Nicht jeder sollte sich heute eine Immobilie als Anlageobjekt aussuchen.

 

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Mixtur des Immobilienbooms

Die Finanzmärkte kommen kaum zur Ruhe, weshalb Kapitalanleger ihre Rendite verstärkt in Wohnungen suchen. Weil immer mehr Privatleute bundesweit ihr Geld vor der Inflation retten wollen, verknappt diese Massenflucht in den Immobilienmarkt dessen Angebot. Experten sehen diese Entwicklung sehr kritisch. Die Mixtur von historisch niedrigen Bauzinsen bis weit unter vier Prozent und der Inflationsangst füllt bei Bau und Handwerk die Auftragsbücher. Die Baubranche konnte im Jahr 2011 eine Umsatzsteigerung von 9,5 Prozent verzeichnen. Die Nachfrage ist dermaßen hoch, dass auch schon vor Zwangsversteigerungen immer mehr Immobilien einen neuen Besitzer fänden, so Holger Lippmann, Chef des Liegenschaftsfonds Berlins.

 

Kaufrausch auch in kleineren Städten

Generell steigt in Deutschland die Sorge um das Geld. Nahezu die Hälfte der Deutschen befürchtet, dass die Inflation ihr Vermögen aufzehren könnte. Dies ergab eine Umfrage zum Jahreswechsel. Ein Jahr zuvor sorgte sich darum nur jeder Dritte. Der Trend geht bei den Privatanlegern deshalb von den Fonds und Aktien zu Immobilien und Betriebsrenten. Der Kaufrausch im Immobilienmarkt treibt besonders die Preise in Bestlagen der Großstädte wie Köln, München oder Hamburg. Fachleute konzentrieren sich deshalb schon längst auf die nächsten Investitionsregionen: Immobilien in Städten wie Kiel, Magdeburg und Mainz werden verstärkt nachgefragt.

 

Wohnungen immer knapper

Vor allem der Neubau von Wohnungen sei jahrelang verschleppt worden, meint der Bochumer Immobilienexperte Volker Eichener. Eine Studie des Pestel-Instituts aus Hannover macht die Dramatik der Immobiliensituation in den westdeutschen Metropolen deutlich: In München fehlten demnach aktuell 31.000 Mietwohnung, Frankfurt mangele es an 17.500 und in Hamburg fehlten 15.000. Der Staat müsse wieder mehr fördern, beispielsweise durch die Erhöhung der steuerlichen Abschreibung beim Wohnungsbau, so Eichener.

 

Inflationsangst piekt Immobilienblase

Die Bundesbank reiht sich mit ihrem jüngsten Monatsbericht ein in die Gruppe der Mahner: Sie beschreibt das Rückschlagpotenzial für die Preise als noch überschaubar. Trotzdem warnt sie davor, dass mit der sinkenden Bevölkerungszahl sich die Perspektiven für das Wirtschaftswachstum verschlechtern. Deshalb seien die Mieten der Zukunft nicht hoch genug, um die gestiegenen Kaufpreise zu finanzieren. Bei einem Wohnungskauf sollte ein wahrscheinlicher Preisrückschlag berücksichtigt werden. Bankenfachmann Bernd Nolte sieht die Lage dramatischer: Sobald es in Deutschland zu Rezessionstendenzen kommt, würde die Immobilienblase platzen. Er geht davon aus, dass es in zwei bis drei Jahren soweit ist. Wer sich dann in Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit befindet, kreditfinanziert gekauft und knapp kalkuliert hat, hat dann Probleme. Zu leichtfertig vergäben Banken Kredite an Käufer und Bauherren, die sich eine Immobilie im Grunde nicht leisten könnten. Daher rät Nolte, nicht jede Immobilie zu jedem Preis aus Inflationsangst zu kaufen.

 

Mit Material von dpa

Bild © Aamon – Fotolia.com

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