Folgen der Fed Leitzinserhöhung

Die Fed Leitzinserhöhung und die Folgen

Die Fed Leitzinserhöhung war ein Signal für die Finanzwelt – in welche Richtung wird es aber jetzt gehen?

Es ist ein historischer Augenblick. Die Fed (Federal Reserve System) – die US-Notenbank – hat erstmals seit 2006 den Leitzins wieder angehoben. Zwar lediglich um 25 Basispunkte, doch damit hat Janet Yellen, die Chefin der Notenbank, ein Zeichen gesetzt. Zuvor lag der Zinssatz zwischen Null und 0,25 Prozent, jetzt zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Damit ist das Ende einer lockeren Geldpolitik eingeläutet, die vor allem dazu diente: Der Wirtschaft in Krisenzeiten billiges Geld zu geben, um die Krise möglichst schnell zu überwinden. Doch wo und wie können Verbraucher von dieser Entscheidung profitieren?

Folgen für Sparanlagen und Kredite

Im Prinzip hat die Fed Leitzinserhöhung keinen direkten Einfluss auf die Sparguthaben in Deutschland bzw. Europa. Denn die Sparzinsen hierzulande orientieren sich am Euribor, also dem zwischen Banken vereinbarten Zinssatz, zu dem sie sich gegenseitig Geld leihen. Die EZB (Europäische Zentralbank) hat bisher ihre Geldpolitik jedoch nicht verändert. Sie pumpt weiterhin Geld in den Finanzmarkt und hält den Leitzins in Europa auf geringem Niveau. Wer dennoch überlegt, sein Erspartes bspw. in Festgeldkonten anzulegen, sollte dies für maximal zwei Jahre tun, so Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. Dadurch könnten sich Verbraucher aktuell ca. 1,4 Prozent Zinsen sichern.

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Berechnungskriterien
  • Berechnungskriterien: Festgeld

  • (min. 500,- Euro - Anlagebetrag hat Einfluss auf Höhe der Zinsen)

  • (Anlagedauer hat Einfluss auf Höhe der Zinsen)

 

Auch bei der Aufnahme von Krediten gilt: Solange die EZB die Zinsen unverändert lässt, sind Kredite immer noch vergleichsweise günstig zu bekommen. Eine Zinssteigerung sollten Verbraucher jedoch einplanen, rät die Finanzexperten Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale. Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale weist außerdem darauf hin, sich möglichst früh nach Angeboten einer Anschlussfinanzierung umzuschauen. ­Hierbei ist vor allem auf eine lange und feste Zinsbindung zu achten, da man so noch von den aktuell geringen Zinsen profitieren kann.

 

Nur geringer Einfluss auf Aktien

Wer Aktien von US-Unternehmen hält, müsse mit einer leicht sinkenden Rendite rechnen, so Oelmann. Ihrer Ansicht nach sei die Leitzinsänderung der Fed aber bereits „eingepreist“ und hätte damit keinen allzu großen Einfluss auf die Aktienkurse. Allerdings kann es dennoch passieren, dass die Kurse einzelner Aktien stärker sinken, weil viele zum Jahresende sichere Gewinne mitnehmen wollen. Ob die Fed den Leitzins weiter anheben wird, bleibt offen. Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale rät daher, das Risiko bei Aktien zu verringern: Am besten sei es, wenn die Geldanlagen auf weltweit unterschiedliche Anlageklassen verteilt werden.

 

Wechselkurse und Währung

Die Entscheidung der Fed hat vor allem auch eines bewirkt: die Aufwertung des Dollars gegenüber dem Euro. Für den Verbraucher bedeute das mit hoher Sicherheit, dass die Import-Produkte aus den USA teurer werden, vermutet Oelmann. Aber auch Urlauber müssen unterm Strich mehr zahlen, haben diese das Geld nicht schon im Vorfeld getauscht. Spätestens jedoch beim Umtausch in Euro werden Reisende weniger Euro für ihre Dollar erhalten. Daher ist es sinnvoll, die restlichen Dollar zu behalten oder diese erst wieder umzutauschen, wenn sich der Wechselkurs zu Gunsten des Euro verbessert hat.

 

 

Mit Material von dpa

Bild © Alterfalter – Fotolia.com

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