Forward-Darlehen: Zinsen für die Anschlussfinanzierung sichern

Mit dem Forward-Darlehen Zinsen für die Anschlussfinanzierung sichern

Ein Forward-Darlehen schafft Zinssicherheit.

Bei fast jedem Baukredit steht irgendwann die Anschlussfinanzierung an. Hausbesitzer, deren Zinsbindung in diesen Wochen und Monaten ausläuft, können sich die Hände reiben: Sie profitieren von historisch niedrigen Zinsen.

Doch was machen die Eigenheimerwerber, die noch für Jahre an ihren alten Zins gebunden sind? Mit einem Forward-Darlehen können sie sich schon heute den Zinssatz für die Anschlussfinanzierung festschreiben lassen – bis zu fünf Jahre im Voraus. Wir erklären, wie ein Forward-Darlehen funktioniert und für wen es sich lohnt.

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Berechnungskriterien
  • Berechnungskriterien: Festgeld

  • (min. 500,- Euro - Anlagebetrag hat Einfluss auf Höhe der Zinsen)

  • (Anlagedauer hat Einfluss auf Höhe der Zinsen)

 

Banken verlangen für Forward-Darlehen einen höheren Zinssatz

Noch 2010 lag der durchschnittliche Zinssatz für langfristige Baukredite laut Bundesbank-Statistiken bei 4,49 Prozent. Heute beträgt er nur noch 1,82 Prozent. Das weckt auch bei all jenen Begehrlichkeiten, die noch an ihren alten Zins gebunden sind. Wer sich 2010 für eine 10-jährige Finanzierung entschieden hat, kann sein teures Baudarlehen erst 2020 ablösen. Doch wer weiß, wie sich bis dahin die Zinsen entwickeln?

Mit einem Forward-Darlehen können Kreditnehmer sich schon heute den Zinssatz ihrer Anschlussfinanzierung festschreiben lassen. Allerdings berechnen Banken dafür einen Aufschlag. Meist liegt dieser zwischen 0,01 und 0,03 Prozentpunkten für jeden Monat bis zur Ablösung des alten Darlehens. Je früher im Voraus man das Forward-Darlehen abschließt, desto größer ist also der Aufschlag auf den aktuellen Zins.

 

Erst die Zukunft zeigt, ob sich ein Forward-Darlehen lohnt

Es kann sich also als Gewinn- oder Verlustgeschäft erweisen. Für eine 10-jährige Anschlussfinanzierung von 120.000 Euro verlangen die günstigsten Banken von Kunden mit Top-Bonität derzeit einen Effektivzins von 1,24 Prozent. Bei einem Forward-Darlehen, das in drei Jahren ausgezahlt wird, liegt der günstigste Zinssatz bei 2,06 Prozent.

Bleiben die Zinsen niedrig, zahlen Verbraucher also drauf – bei konstantem Zinssatz immerhin 7.836 Euro. Damit sich das Forward-Darlehen rentiert, müssten die Zinsen für das Finanzierungsbeispiel bis 2020 also auf über 2,06 Prozent steigen.

 

Ein Forward-Darlehen bindet, schafft aber auch Sicherheit

Aktuell gehen fast alle Experten mittelfristig von steigenden Zinsen aus. Ob es wirklich dazu kommt und wie schnell sich das Zinsniveau verändern wird, lässt sich aber nicht zuverlässig prognostizieren. Ein Forward-Darlehen schafft dagegen Sicherheit und Berechenbarkeit. Verbraucher können sich schon heute einen verhältnismäßig niedrigen Zins sichern und müssen sich mit der weiteren Zinsentwicklung über Jahre nicht mehr beschäftigen.

Auf der anderen Seite sind Kreditnehmer an ein einmal abgeschlossenes Forward-Darlehen auf lange Sicht gebunden.  Sie müssen es zu den verabredeten Konditionen abnehmen, egal wie sich der Zinssatz oder die persönlichen Lebensumstände bis zur Fälligkeit verändern. Steigt der Kunde aus dem Darlehen aus, kann die Bank eine teure Nichtabnahmeentschädigung verlangen. Bei einem Umzug oder einer Scheidung kann ein Forward-Darlehen also zur Belastung werden.

Verbraucher sollten die Vor- und Nachteile deshalb sorgfältig abwägen. Wer in stabilen Verhältnissen lebt und langfristige Zinssicherheit für die laufende Finanzierung sucht, für den kann ein Forward-Darlehen die richtige Wahl sein.

Mit Material von: bundesbank.de

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