Gasverbrauch in Deutschland angestiegen

Gestiegener Gasverbrauch in Deutschland

Der Gasverbrauch in Deutschland ist angestiegen, was u.a. auf die kühlere Witterung zurückzuführen ist.

Im ersten Halbjahr 2016 ist der bundesdeutsche Verbrauch von Erdgas weiter angestiegen. Die ersten Zahlen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weisen einen Anstieg von knapp sieben Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 aus.

Warum ist der Gasverbrauch in diesem Jahr gestiegen?

Insgesamt lag der Erdgasverbrauch in der ersten Jahreshälfte bei 494 Milliarden Kilowattstunden (1. Halbjahr 2015: 462,4 Mrd. kWh). Für den erhöhten Gasverbrauch gibt es mehrere Gründe. In den Monaten Januar, März und April war die Witterung kühler als im Vorjahr, es musste also mehr geheizt werden. Außerdem gab es in diesem Jahr einen Schalttag. Laut Angaben des Verbandes lag der Gasverbrauch der Industrie auf dem Niveau des Vorjahres. Stark angestiegen ist allerdings der Erdgasverbrauch bei der Stromerzeugung.

  • Spare jetzt Stromkosten!



  • eigenen Verbrauch eingeben

Stromerzeugung aus Erdgas ist wieder auf dem Vormarsch

In der jüngeren Vergangenheit galten Gaskraftwerke als nicht sehr wirtschaftlich. Die Kraftwerke sind zwar sehr flexibel und gelten daher als ideale Ergänzung zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, die Kosten lagen jedoch lange Zeit höher als bei Kohlekraftwerken. Vor wenigen Jahren machten Gaskraftwerke daher eher Verluste.

Doch in der Zwischenzeit sind die Großhandelspreise von Erdgas weiter gesunken. Der Branchendienst Energate zeigt anhand der Zahlen des Energiekonzerns RWE, dass Gaskraftwerke mittlerweile wieder Gewinne erwirtschaften und profitabler sind als Kohlekraftwerke. Daher steigt der Erdgasverbrauch.

Woher kommt das in Deutschland verbrauchte Erdgas?

Im Jahr 2015 wurden laut Angaben des BDEW insgesamt 1.184 Milliarden Kilowattstunden Gas in Deutschland verbraucht. Der größte Teil davon stammt aus Russland. Rund 40 Prozent der Erdgaslieferungen stammen von dort. Darauf folgen die Niederlande mit 29 Prozent und Norwegen mit 21 Prozent. Aus Deutschland selbst kommen nur sieben Prozent des nationalen Erdgasverbrauchs. Die restlichen drei Prozent stammen aus Dänemark, Großbritannien und sonstigen Ländern.

Privater Erdgasverbrauch richtet sich nach Wohnungsgröße und Dämmung

Für private Haushalte spielt neben der Witterung und der beheizten Wohnfläche auch die Dämmung des Hauses eine große Rolle. Frei stehende Gebäude mit geringem Wärmeschutz haben den höchsten Verbrauch. Hier können pro Heizperiode schnell 20.000 Kilowattstunden zusammen kommen.

Für diesen Verbrauch wird im Grundversorgungstarif des örtlichen Grundversorgers derzeit 1.463 Euro fällig. Da viele Gasverbraucher einen günstigeren Heizgastarif abgeschlossen haben, entstehen im bundesdeutschen Durchschnitt aktuell Kosten von 1.204 Euro. Die günstigsten verfügbaren Tarife liefern die gleiche Menge Gas jedoch für nur 786 Euro.

Daher sollten sich private Gaskunden noch vor Beginn der Heizperiode um einen passenden Gastarif kümmern. Je nach aktuellem Tarif können die jährlichen Heizkosten so fast halbiert werden.

Mit Material vom BDEW

Bild: © seen / Fotolia.com

keine weiteren Kommentare mglich.