Gesundheitscheck für Autofahrer: Hamburger Senioren oftmals in Unfälle verwickelt

Senioren

Laut Statistiken sind Senioren in die Mehrzahl der Autounfälle in Hamburg verwickelt. Politiker fordern daher Gesundheitschecks für Autofahrer.

Laut einer Statistik aus Hamburg bauen Rentner in der Hansestadt besonders häufig Unfälle. 61,6 Prozent der in Hamburg verursachten Zusammenstöße ließen sich auf Senioren ab 65 Jahren zurückführen – so viel wie keine andere Gruppe. Daher ist nun wieder eine Debatte über regelmäßige Gesundheitschecks für Autofahrer entbrannt. Dies meldet Stern.de. Michael Neumann (SPD), Innensenator in Hamburg, hat diese Statistik zum Anlass genommen, sich dafür einzusetzen, dass alle 15 Jahre für Autofahrer ein Gesundheitscheck vorgeschrieben wird. Dabei sollen diese auf ihre Fahrtauglichkeit hin untersucht werden, so Neumann gegenüber der Bild-Zeitung.

 

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Gesundheitscheck für Autofahrer: Ramsauer dagegen

Auch die Grünen machen sich für Gesundheitschecks für Autofahrer stark – und das unabhängig vom Alter des Fahrers. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Stephan Kühn, forderte in der „AutoBild“, den Gesundheitscheck für Autofahrer sogar schon jetzt vorzuschreiben, wenn der Führerschein älter als 15 Jahre sein sollte. Er sagte, die eigene Fahrtauglichkeit falsch einzuschätzen, sei keine Frage des Alters. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) möchte allerdings das Urteil über die Fahrtüchtigkeit dem Hausarzt überlassen. Zudem sei hierfür nicht das Alter, sondern der Gesundheitszustand des Fahrers entscheidend. Ältere Menschen dürften nicht diskriminiert werden.

 

ADAC: Keine Verkehrsgefährdung durch Senioren

Neumann verweist darauf, dass in der EU ab 2013 der Führerschein nur noch für 15 Jahre ausgestellt werde. Seiner Meinung nach sollte man diesen aber nicht automatisch erhalten. Daher solle der Bundesverkehrsminister die Chance ergreifen und parallel zu der Befristung auch Gesundheitschecks für Autofahrer einführen. Bei der NRW-CDU stößt dieser Vorstoß auf wenig Gegenliebe. Lutz Lienenkämper von der NRW-CDU sagte, die Vorwürfe seien Klischees und Vorurteile, die letztlich keinen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten würden. Auch der ADAC sieht durch Senioren keine Gefahr für den Verkehr. ADAC-Vizepräsident Klaus Becker sagte, die Zahlen des Statistischen Bundesamtes würden den Trend in Hamburg nicht bestätigen können. Demnach verursachen Autofahrer ab 65 Jahren nur 13 Prozent der Unfälle. Vielmehr seien ältere Verkehrsteilnehmer besonnen und ruhig am Steuer. Manuela Anacker, Referentin für Sozialpolitik beim VdK NRW, betonte zudem, dass Senioren oftmals auf das Auto angewiesen wären, um am Leben teilzunehmen.

 

Mit Material von Stern.de, Der Westen

Bild © Doc RaBe – Fotolia.com

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