Haftpflicht für Hunde trotz Vorschrift in 13 Bundesländern wenig beliebt

Haftpflicht für Hunde

Über 5 Milliarden Euro geben die Deutschen für ihre Hunde aus. Dennoch sparen viele an der vorgeschriebenen Haftpflicht für Hunde.

Nachdem die Haftpflicht für Hunde im vergangenen Jahr auch in Thüringen und Niedersachsen gesetzlich verankert wurde, sind Hundehalter in mittlerweile 13 der 16 Bundesländer dazu verpflichtet, eine Hundehalterhaftpflichtversicherung abzuschließen. Einzige Ausnahmen sind dabei Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Bayern, in denen die Versicherungspflicht lediglich für Hunde bestimmter Rassen gilt. Darunter befinden sich vor allem grundsätzlich gefährliche Hunderassen wie Bullterrier, American Staffordshire Terrier sowie diverse Mastinoarten und Pitbull Terrier. Viele dieser Hunde sind zudem schwer versicherbar, die meisten Versicherer erheben einen Risikoaufschlag.

 

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Nur jeder zweite Hundehalter versichert

Nach den Schätzungen des Industrieverbandes Heimtierbedarf leben rund 5,3 Millionen Hunde in Deutschland. Die Ausgaben für die Vierbeiner belaufen sich laut einer Studie der Universität Göttingen auf etwa fünf Milliarden Euro im Jahr. Das Geld fließt vor allem in Futter, Tierarztbesuche, Arzneimittel, Hundesteuer, Betreuung, Spielzeug – und Versicherungen. Dennoch ist nicht jeder Euro gut angelegt, sagt Peter Grieble, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Viele Hundehalter sparen am falschen Ende und verzichten auf eine Haftpflicht für ihren Hund. Lediglich jeder zweite Hundehalter in Deutschland hat eine solche Police abgeschlossen, bestätigt Jürgen Großkrüger, Prokurist der Uelzener Versicherung.

 

Kleiner Hund – kleiner Schaden?

Vor allem die Halter kleiner Hunde verzichten mit der Begründung, der Hund könne keinen großen Schaden anrichten, auf den gesetzlich vorgeschriebenen Schutz. Doch schon ein freilaufender Zwergpudel kann beispielsweise eine Schaf- oder Rinderherde in Panik versetzen, sodass die Tiere auf die Straße laufen und eine Massenkarambolage verursachen, erklärt Grieble. Die Größe des Hundes ist dabei unerheblich – der Schaden kann sich auf Millionen belaufen. Ist keine Haftpflicht für Hunde abgeschlossen, haftet der Halter mit seinem gesamten Privatvermögen. Daher rät der Experte zu einer möglichst hohen Deckungssumme. Wer sparen will, kann jedoch die verschiedenen Angebote der Versicherer vergleichen. Kosten und Leistungen weisen hier erhebliche Unterschiede auf, so der Experte.

 

Versicherer kann Vertrag kündigen

Anders als bei der ebenfalls vorgeschriebenen Kfz-Haftpflicht greift bei der Haftpflicht für Hunde nicht das Pflichtversicherungsgesetz. Zwar gibt es eine gesetzliche Versicherungspflicht, der Versicherer ist aber nicht verpflichtet, jeden Hundehalter aufzunehmen, erklärt Katrin Rüter vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Assekuranz kann die Versicherung eines Hundes ablehnen oder den Vertrag nach einem Schadensfall kündigen. Der Hundehalter muss sich dann um einen neuen Vertrag bemühen. Hat der Hund mehrfach hohe Schäden verursacht, kann es schlimmstenfalls passieren, dass der Besitzer den Hund abgeben muss.

 

Mit Material von Welt Online

Bild © fotolia.com/Maria.P

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