Heiztechnik: Ölheizungen hängen 2015 erneuerbare Energien ab

Heiztechnik 2015: Ölheizungen wieder mit mehr Absatz

Die Ölheizung als Heiztechnik gewinnt nach Jahren des Abschwungs 2015 wieder mehr Anhänger.

Dieses Jahr entschieden sich wieder mehr Hausbesitzer für den Kauf einer Ölheizung. Der Grund für die Absatzstärke: die niedrigen Brennstoffpreise. So stiegen die Verkaufszahlen nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) von Januar bis September diesen Jahres um 30 Prozent an. Wärmepumpen und Biomassekessel als Heiztechniken hingegen verloren den Verbandszahlen zufolge in diesem Zeitraum an Boden.

 

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Ölkessel-Heiztechnik nach Jahren der Flaute wieder im Aufwind

Andreas Lücke, BDH-Hauptgeschäftsführer, sieht die Ursache für den neuerlichen Boom der Ölheizungen einerseits im derzeit niedrigen Ölpreis. Andererseits spiele für diese Entwicklung auch eine Rolle, dass viele Ölkessel mittlerweile veraltet sind und Modernisierungsarbeiten ohnehin fällig waren. In den letzten Jahren war die Ölheizung als Heiztechnik immer unbeliebter geworden, was sich in kontinuierlich sinkenden Verkaufszahlen bei den Ölkessseln niederschlug: Betrug ihr Marktanteil vor zehn Jahren noch ein gutes Viertel, belief er sich 2014 auf nur noch ein Zehntel.

 

Gasheizung ist Heiztechnik-Marktführer, erneuerbare Energien schwächeln

Auf Platz eins der wichtigsten Wärmeerzeuger liegt nach wie vor die Gasheizung. Ihr Absatz lag in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres bei 387.000 Stück. Ölkessel wurden in dem gleichen Zeitraum 62.000 Stück verkauft. Auch Biomasse-Anlagen, die mit ihrer Heiztechnik Pellets, Hackschnitzel oder Scheitholz als Brennstoff benutzen, verzeichnen ein Minus beim Verkauf: Im Schnitt werden 18 Prozent weniger Biomassekessel verkauft. Bei Wärmepumpen, die sich die Wärme von Grundwasser, Luft oder Erde zunutze machen, gab es ein durchschnittliches Minus von 4 Prozent.

 

Umweltschützer: Verstärkter Einsatz erneuerbarer Energien bei Heiztechniken nötig

Der Trend weg von den regenerativen Energien beunruhigt die Umweltverbände hierzulande. Eine moderne Ölheizung sei aufgrund ihres erhöhten Wirkungsgrades zwar effizienter als in die Jahre gekommene Heiztechniken, jedoch seien noch mehr erneuerbare Energien als Wärmeerzeuger nötig, so Caroline Gebauer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Wer sein Haus jetzt mit einer Ölheizung ausstatte, gebe es für die nächsten 30 Jahre für erneuerbare Energien verloren, so ihre Einschätzung. Es sei außerdem ohnehin nicht davon auszugehen, dass der Ölpreis über lange Zeit auf seinem aktuell sehr niedrigen Niveau verharre.

 

Verschiedene Erklärungen für Absatzminus bei Wärmepumpen

Anders als der BUND sehen es die Hersteller: Es gäbe keine Indizien für einen Zusammenhang zwischen dem schrumpfenden Wärmepumpenabsatz und dem Öl-Boom. Stattdessen mache der hohe Strompreis der Heiztechnik Wärmepumpe zu schaffen, so BDH-Chef Lücke. Zudem würden Wärmepumpen größtenteils nur in neue Häuser eingebaut; bei Bestandsimmobilien hingegen fänden vor allem Ölheizungen Verwendung.

 

Mit Material von dpa

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