Verbraucher interessieren sich weniger für Ökostrom

Interesse an Ökostrom sinkt

Das Interesse an Ökostrom ist zwar vorhanden, hat sich aber etwas abgeschwächt.

Das Interesse an Ökostrom ist weiter gesunken. Nur noch gut ein Drittel (36 Prozent) der Stromkunden, die 2017 ihren Anbieter gewechselt haben, wählten einen Ökostrom-Tarif. Im Jahr nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima waren es noch 76 Prozent aller Stromwechsler. Darüber hinaus ist das Interesse an Ökostrom regional unterschiedlich stark ausgeprägt. In den Stadtstaaten Berlin und Hamburg wählen Verbraucher häufiger grünen Strom, in Niedersachsen, Saarland und Rheinland-Pfalz seltener.

Verbraucherinteresse seit Jahren auf dem Rückzug

Ein Jahr nach dem Atomunfall in Japan war das Interesse der deutschen Verbraucher an Ökostrom so hoch wie nie. Seither hat die Nachfrage stetig abgenommen. Private Stromkunden unterstützen aber auch ohne einen Ökotarif die Energiewende – nämlich über die Ökostrom-Umlage. Mit ihr wir der Ausbau der erneuerbaren Energie finanziert. Die Umlage hat sich seit 2012 um rund 50 Prozent verteuert. Aktuell beläuft sie sich auf 6,79 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Eine Familie mit einem Stromverbrauch von 4.000 kWh bezahlt so 272 Euro pro Jahr für die Energiewende.

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Staatstaaten bei Ökostrom vorn

Das Interesse nach Ökostrom ist regional unterschiedlich verteilt. Die höchsten Ökostrom-Wechselquoten werden in Berlin (53 Prozent) und Hamburg (51 Prozent) erzielt. Auf den Plätzen folgen Bremen mit 40 Prozent und Brandenburg mit 38 Prozent.

Die Stadtstaaten haben hier die Nase vorn, was ganz unterschiedliche Gründe hat. Aber ähnlich wie bei Bio-Lebensmitteln sind Stadtbewohner eher Ökostrom-Produkten zugeneigt als Verbraucher in ländlichen Gebieten. Gleichzeitig handelt es sich bei den Großstädten um hart umkämpfte Strommärkte. Die Stromversorger können sich mit Öko-Siegeln von der Konkurrenz abheben.

Den geringsten Anteil von Wechseln zu einem Ökostromtarif sind in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen (je 32 Prozent) zu verzeichnen.

Wechsel zu einem Ökostrom-Tarif senkt die Stromrechnung

Zertifizierter Ökostrom ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern lohnt sich auch finanziell. Wer noch zu den Bedingungen der örtlichen Grundversorgung beliefert wird, spart durch den Wechsel zu einem Ökostromtarif mit Gütesiegel (Verbrauch: 4.000 kWh) derzeit durchschnittlich rund 300 Euro pro Jahr ein.

 

Bild: ©suzannmeer – Fotolia.com

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