Verbraucher interessieren sich weniger für Ökostrom

Interesse für Ökostrom in Deutschland

Das Interesse für Ökostrom in Deutschland hat im Vergleich zum Vorjahr leicht abgenommen.

Immer weniger Verbraucher wollen Ökostrom. Das hat eine Auswertung der Tarifexperten von Verivox ergeben. Hat sich 2016 knapp die Hälfte der Verbraucher (49 Prozent) für einen Ökotarif entschieden, waren es im ersten Quartal dieses Jahres noch 42 Prozent. Am größten war das Interesse nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima im Jahr 2012. Drei Viertel derjenigen, die ihren Anbieter gewechselt haben, wählten grünen Strom.

 

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Ökostrom günstiger als die Grundversorgung

Ökostrom ist in der Regel deutlich günstiger als Strom aus der Grundversorgung. Eine vierköpfige Familie, die noch nie ihren Anbieter gewechselt hat, bezahlt derzeit 1.242 Euro pro Jahr bei einem Verbrauch von 4.000 kWh. Im günstigsten empfohlenen Ökostromtarif mit Gütesiegel werden für die gleiche Strommenge nur 826 Euro fällig. Die jährliche Ersparnis beträgt 416 Euro. Bei der Wahl eines Ökostromanbieters mit den besonders strengen Gütesiegeln zahlt die Familie durchschnittlich 988 Euro. Die Haushaltskasse wird um 254 Euro pro Jahr entlastet.

 

Verbraucher fördern Energiewende mit der EEG-Umlage

Auch wer keinen Ökostrom bezieht, unterstützt ganz automatisch die Energiewende. Über die EEG-Umlage zahlen private Verbraucher für jede Kilowattstunde verbrauchten Strom 6,88 Cent für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Bei einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden macht das 275 Euro aus.

Wer sich darüber hinaus engagieren möchte, sollte einen Ökostromtarif mit Gütesiegel wählen. Gütesiegel geben beispielsweise Auskunft darüber, ob ein Teil der Einnahmen in den Bau neuer Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung investiert wird. Besonders streng sind die Siegel „Grüner Strom Label“ und „ok power“. Viele Ökostromtarife besitzen jedoch keinerlei Gütesiegel. Sie garantieren nur, dass der Strom aus regenerativen Quellen stammt.

 

Strom aus der Steckdose bleibt derselbe

Ökostromkunden werden nicht direkt mit grünem Strom beliefert. Der Strom, der aus der Steckdose fließt, bleibt zunächst der gleiche. Was sich ändert, ist der Energiemix in Deutschland. Der Wechsel zu hochwertigem Ökostrom trägt dazu bei, dass immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt und ins Netz eingespeist wird. Der Anteil von Atom- und Kohlestrom sinkt.

 

Bild: © BWE / Thorsten Paulsen

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