Internetgeschwindigkeit: Keine Überraschungen mehr

Klarheit bei gebuchter Internetgeschwindigkeit

Telefon- und Internetanbieter werden zu mehr Transparenz beim Vertragsabschluss verpflichtet.

Viele Internetkunden fragen sich beim Blick auf ihre Internetgeschwindigkeit: Kommt die gebuchte – und vom Provider versprochene – Bandbreite überhaupt zu Hause an? Ab sofort soll für Verbraucher von Anfang an Klarheit herrschen. Telefon- und Internetanbieter in Deutschland wurden jetzt zu mehr Transparenz und mehr Verständlichkeit beim Vertragsabschluss verpflichtet.

Recht auf reale Einschätzung der Internetgeschwindigkeit

Provider müssen ihre Kunden ausführlich über die Leistungen und Inhalte eines DSL- oder Kabeltarifs informieren. Die entsprechende Transparenzverordnung der Bundesnetzagentur (BuNA) wurde am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen. Verbraucher haben demnach einen Anspruch auf Auskunft zu Mindestvertragslaufzeit, Kündigungsfrist – und der verfügbaren Internetgeschwindigkeit. Die Informationen sollen auf einem übersichtlichen Dokument übermittelt werden, Kündigungsfrist und Vertragslaufzeit sollen zudem auch auf den Rechnungen angegeben werden.

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Bisher Internetgeschwindigkeit oft langsamer als vereinbart

Nach einer Studie der Bundesnetzagentur zur Internetgeschwindigkeit gibt es eine deutliche Diskrepanz zwischen der tatsächlich realisierten und der beworbenen Bandbreite – und das „über alle Technologien, Produkte und Anbieter hinweg.“ Die Anbieter machten „gar keine oder nur wenig belastbare Aussagen zur realisierbaren Datenübertragungsrate“. Vielfach stellt sich bislang erst nach Vertragsabschluss heraus, dass der Anbieter vor Ort nicht die bestellte maximale Bandbreite bereitstellen kann. Der Kunde weiß bei Vertragsabschluss oft nicht, mit welcher Leistung er konkret rechnen kann.

Verfügbare Internetgeschwindigkeit prüfen

Die Internetanbieter müssen Kunden nun auch auf Möglichkeiten zur Überprüfung der Bandbreite vor Ort hinweisen. Die Bundesnetzagentur hat für Nutzer ein entsprechendes Angebot ins Netz gestellt. Auf der Webseite Breitbandmessung.de können Verbraucher sich das prozentuale Verhältnis zwischen vertraglich ausgemachter maximaler und wirklicher Rate oder die ermittelte Download-Datenübertragungsrate in Mbit/s anzeigen lassen.

Rechte der Verbraucher gestärkt

Mit dem Vorstoß der BuNA werden die Rechte der Verbraucher im Telekommunikationsbereich gestärkt. Bisher waren die Tarifleistungen oft im Kleingedruckten des Tarifs versteckt. Doch nun könnten Kunden leichter das für sie passende Angebot finden und Abweichungen vom Vereinbarten besser kontrollieren, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Auf der Suche nach einem geeigneten Anbieter oder Tarif helfen außerdem Online-Vergleichsportale wie TopTarif. Hier lassen sich Tarife und Leistungen je nach Bedarf direkt gegenüberstellen. Die Netzagentur rechnet durch ihre Verordnung außerdem mit einer Verstärkung des Wettbewerbs – von der Verbraucher durch verbesserte Prei-Leistungs-Verhältnisse ebenfalls profitieren würden.

Die Transparenzverordnung wird nun noch im Bundestag geprüft. Im Anschluss wird sie nach einer Umsetzungsfrist in Kraft treten.

 

Mit Material von dpa, onlinekosten.de

Bild @ Maksym Yemelyanov / Fotolia.com

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