Kaufkraft: Belastung durch Stromkosten im Osten ein Drittel höher

Kaufkraft im Osten geringer, was zu höheren Stromkosten führt

Eine geringe Kaufkraft im Osten Deutschlands und die höheren Strompreise führen zu einer Ost-West-Schere bei Strompreisen.

In Ostdeutschland ist Strom deutlich teurer als in Westdeutschland. Aktuell beträgt die Preisschere rund 4 Prozent. Doch den Menschen in den neuen Bundesländern steht auch weniger Geld zur Verfügung als den Westdeutschen. Die Folge: Der Anteil des Haushaltseinkommens, der für Strom drauf geht, ist im Osten über 30 Prozent höher als im Westen.

 

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Geringe Kaufkraft und hohe Stromkosten verursachen Doppelbelastung

Bundesweit schwankt die Kaufkraft deutlich. Im Jahr 2016 lag sie in den alten Bundesländern bei durchschnittlich 46.608 Euro pro Haushalt. In den neuen Bundesländern waren es durchschnittlich nur 37.003 Euro.

Zu dieser Ungleichheit bei der Kaufkraft kommt das unterschiedlich hohe Strompreisniveau hinzu. Im Osten zahlt ein Haushalt aktuell mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh durchschnittlich 1.031 Euro. Der gleiche Haushalt im Westen Deutschlands wird mit durchschnittlich 988 Euro belastet

Auf die gesamte Kaufkraft umgelegt, müssen Haushalte in den neuen Bundesländern 2,8 Prozent ihrer Kaufkraft ausschließlich für Strom aufbringen, in den alten Bundesländern sind es nur 2,1 Prozent.

Kaufkraft-Bereinigung: Mecklenburg-Vorpommern stark, Bayern nur gering belastet

Rechnet man die Strompreise auf die Kaufkraft um, wird deutlich, dass die Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns am stärksten belastet werden. Im Vergleich zum nationalen Durchschnitt liegt die Belastung durch die Stromkosten in diesem Bundesland um 31 Prozent höher. Überdurchschnittlich hoch liegt die Belastung auch in den anderen neuen Bundesländern: Sachsen-Anhalt (+27 Prozent), Sachsen (+26 Prozent), Thüringen (+24 Prozent), Berlin und Brandenburg (jeweils +23 Prozent).

Am geringsten ist die Kostenbelastung im kaufkraftstarken Bayern. Sie liegt 11 Prozent unter dem Durchschnitt in Deutschland. Relativ niedrig ist sie auch in Hessen (-10 Prozent), Baden-Württemberg (-10 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (-4 Prozent).

 

Kaufkraft-Unterschiede durch Anbieterwechsel ausgleichen

Der Kampf um Neukunden auf dem Strommarkt hat zu einem großen Preisgefälle zwischen den Anbietern geführt. Daher sollten Haushalte Verbraucher sollten daher ihre Stromrechnung regelmäßig auf den Prüfstand stellen und bei Bedarf zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Ein Vierpersonenhaushalt, der aus der Grundversorgung zum günstigsten verbraucherfreundlichen Angebot wechselt, spart aktuell durchschnittlich 366 Euro pro Jahr.

 

Methodik

Die microm-Daten zur Kaufkraft beinhalten alle Einkünfte aus Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben, zuzüglich Transferleistungen wie Arbeitslosen-, Kindergeld oder Renten. Regelmäßige Zahlungen für z.B. Miete, Strom oder Beiträge für Versicherungen wurden nicht abgezogen. Stand: Januar 2016.
Bild: © Sergej Toporkov – Fotolia.com

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