Klimagipfel in Paris: Der große Wurf?

War der Klimagipfel in Paris ein Erfolg?

Auf dem Klimagipfel in Paris haben sich 195 Staaten verpflichtet, die gemeinsam festgelegten Klimaziele zu erreichen.

Mit 195 Staaten haben sich fast alle souveränen Länder der Weltgemeinschaft zur Umsetzung des vereinbarten Klimaziels bekannt: die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu beschränken, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad. Ferner wurde das Ziel gesetzt, ab der zweiten Hälfte des Jahrhunderts nur noch so viel CO2 auszustoßen, wie Pflanzen und Wälder aufnehmen können. Damit sollen die schlimmsten Folgen des globalen Klimawandels abgewendet werden. Wirtschaftsverbände kritisieren jedoch die engagierten Ziele vom Klimagipfel in Paris: Die Staaten außerhalb der EU müssen erst zu den anderen Ländern aufschließen.

 

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Ambitionierte Ziele

Malte Meinshausen von der australischen Universität Melbourne bezeichnet die Ziele der G7-Staaten, von Öl, Gas und Kohle wegzukommen als ehrgeizig. Denn die Vereinbarungen vom Gipfel beinhalten ebenso die Reduzierung von Methan und Lachgas. Damit auch ärmere Länder das 2-Grad-Ziel erreichen, sollen diese finanzielle und technische Unterstützung erhalten. Auch die Bundesrepublik Deutschland setzt sich für das 1,5-Grad-Ziel ein. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks betont aber, dass der Klimaschutzplan entsprechend nachgebessert werden müsse.

 

Kritisch wird jedoch angemerkt, dass die jeweils nationalen Pläne zusammen gerade mal dazu ausreichen, die Erderwärmung auf ca. drei Grad zu begrenzen. Insofern müssen die Pläne verschärft werden, sonst drohe das 1,5-Grad-Ziel zu scheitern, so Jan Kowalzig von Oxfam. Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sieht das ähnlich: Auf Grundlage dieser Selbstverpflichtungen kommen die Staaten 2030 zusammen schon auf 800 Gigatonnen CO2-Emissionen, was bereits recht nahe an der Grenze von 1.000 Gigatonnen ist. Somit rücke das Ziel, die Erhöhung auf 1,5 Grad zu beschränken, in unerreichbare Ferne.

 

Teilweise Kritik seitens der Wirtschaftsverbände

Der Arbeitgeberverband Business Europe ist der Meinung, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen sei gefährdet, wenn die anderen Staaten nicht im gleichen Maße ihren Einspar-Ehrgeiz steigern würden. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sehe auf der einen Seite Chancen, Schwellenländer dazu zu bringen, in energieeffizientere Anlagen zu investieren. Auf der anderen Seite existieren auch Unsicherheiten, die vorher geklärt werden müssten. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) betont, dass das Abkommen keine Grundlage für Deutschland und die EU biete, tiefergreifende Maßnahmen zum Klimaschutz einzuleiten.

 

Folgen des Klimawandels

Eine mögliche Folge des Klimawandels durch eine globale Erwärmung von zwei Grad sei zum einen das Sterben eines Großteils der Korallen. Diese bieten nicht nur Schutz für die Küsten, sondern sind auch Nahrungslieferant für eine Vielzahl von Fischen. Aber auch das Abschmelzen der Polkappen hat weitreichende Folgen: Der Anstieg des Meeresspiegels um mehrere Meter kann dazu führen, dass Städte wie Hamburg dann unter dem Meeresspiegel liegen würden. Schließlich gebe es weltweit auch eine Zunahme von Wetterextremen in Form von längeren Trockenperioden, Stürmen oder extremer Kälte.

 

Was können die Verbraucher unternehmen?

Beim Wechsel von Strom- oder Gasanbieter können Kunden einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz leisten: Bei der Auswahl der Anbieter kann man sich ausschließlich Öko-Tarife anzeigen lassen. Außerdem erfährt man in den Details genau, aus welchen regenerativen Energiequellen sich zum Beispiel der Ökostrom zusammensetzt.

 

Mit Material von dpa

Bild © iStockphoto.com/Deejpilot

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