Klimaschutzplan 2050: Wann und wie kommt er?

Kommt der Klimaschutzplan für 2050?

Der Klimaschutzplan bis 2050 kommt – oder etwa nicht? Die Gasindustrie protestiert und die große Koalition ist sich uneinig.

Eigentlich sollte alles längst in trockenen Tüchern sein. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wollte mit einem ehrgeizigen deutschen Klimaschutzplan für die nächsten 30 Jahre zur UN-Klimakonferenz in Marrakesch fahren. Doch in der Abstimmung innerhalb der Koalition wurden dem Klimaschutzplan viele Zähne gezogen. Nun protestiert die deutsche Gaswirtschaft gegen den Plan. Ob er bis Anfang November verabschiedet wird, ist ungewiss.

 

  • Spare jetzt Stromkosten!



  • eigenen Verbrauch eingeben

Klimaschutzplan 2050 ein „zahnloser Tiger“?

Der Klimaschutzplan sieht vor, dass der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) in Deutschland bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent reduziert werden soll. Wie dieses Ziel zu erreichen ist, ist stark umstritten. Es ist klar, dass dafür in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität ein großer Umschwung stattfinden muss. Dazu waren klare Regelungen und Verbote geplant, die jedoch unter dem Druck des Wirtschaftsflügels der Union in großen Teilen abgemildert wurden. Andernfalls drohe dem Wirtschaftsstandort Deutschland Gefahr. Dem Klimaschutzplan 2050 ging ein Bürgerdialog und ein langer Abstimmungsprozess mit den Kommunen voraus. Seine letztendliche Form erhält er jedoch in der Abstimmung zwischen den einzelnen Regierungsressorts. Dort wurden viele Formulierungen abgeschwächt und bewusst vage gehalten. Die Opposition bezeichnete den Klimaschutzplan 2050 daher bereits als „zahnlosen Tiger“.

 

Klimaschutzplan ohne Rücksicht auf Gasversorger?

Der deutschen Gaswirtschaft sind alle Formulierungen ein Dorn im Auge, die darauf hinauslaufen, dass Erdgas als Lieferant für Heizenergie langfristig abgeschafft werden soll. Aus diesem Grund haben die wichtigsten Gas-Verbände einen Appell veröffentlicht, der erreichen soll, dass der Klimaschutzplan weniger strikt vorgibt, welche Technologien in Zukunft genutzt werden sollen. Sie sieht aktuell die Umstellung auf Wärmepumpen und damit das Heizen mit Strom zu sehr im Vorteil.

 

Derzeit wird etwa die Hälfte der Gebäude in Deutschland mit Erdgas beheizt. Die Branche beruft sich darauf, dass mit den Erdgasnetzen eine große und stabile Infrastruktur vorhanden ist. Diese kann nicht nur Heizenergie liefern, sondern auch Gas, das aus Ökostrom produziert wird. Zusätzlich kann sich die Branche darauf berufen, dass Erdgas von allen fossilen Energieträgern bei der Verbrennung den geringsten Kohlendioxid-Ausstoß hat. Mit ihrem Appell will die Gaswirtschaft erreichen, dass Erdgas auch nach dem Jahr 2030 noch ein zentraler Bestandteil der Heizungsinfrastruktur in Deutschland bleibt.

 

Selbst einen Beitrag leisten

Verbraucher müssen aber nicht tatenlos zusehen, bis die Bundesregierung einen spruchreifen Klimaschutzplan vorlegt. Wer sich heute für einen Ökogas-Anbieter entscheidet und auf sein Heizverhalten achtet, kann jetzt schon einen Beitrag für den Klimaschutz in Deutschland leisten. Ein weiterer positiver Effekt: Gaspreise vergleichen senkt auch die persönlichen Kosten ­– sparen und Klimaschutz schließen sich also nicht aus, sondern gehen Hand in Hand.

 

Bild: © seen / Fotolia.com

keine weiteren Kommentare mglich.