Kredit: Vorfälligkeitsentschädigung häufig falsch berechnet

Kredit: Vorfälligkeitsentschädigung falsch berechnet

Vorfälligkeitsentschädigung oft zu hoch angesetzt - falsche Berechnungen möglich

Möchte ein Kreditnehmer vorzeitig aus seinem Baukredit ausstiegen, so muss er bei vielen Banken eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Diese ist eine Gebühr für die außerplanmäßige Rückzahlung des Darlehens während der Zinsbindungsfrist. Meist sind die Ablösesummen erheblich, daher lohnt es sich für Verbraucher, genau nachzurechnen. Fehler bei der Berechnung können zum Nachteil des Verbrauchers ausfallen und Tausende Euro über der zulässigen Summe liegen, so Dirk Scobel von der Verbraucherzentrale Hamburg. Daher kann es sich auch Jahre später immer noch lohnen, die Berechnung neu aufzurollen.

 

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Berechnungskriterien
  • Berechnungskriterien: Festgeld

  • (min. 500,- Euro - Anlagebetrag hat Einfluss auf Höhe der Zinsen)

  • (Anlagedauer hat Einfluss auf Höhe der Zinsen)

Vorfälligkeitsentschädigung: Kredit-Schadenersatz in jedem zweiten Fall falsch

Laut Hartmut Schwarz, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen, ist sogar jede zweite Schadenersatz-Berechnung von Kreditinstituten falsch. Gerade weil die Zinsen sich derzeit in einem Dauertief befinden, straft die Bank ihre untreuen Kunden mit einer hohen Vorfälligkeitsentschädigung ab. Bei einem vorzeitig gekündigten Darlehen entgehen der Bank Zinsen in Höhe von einigen Prozentpunkten. Zwar erhält die Bank die Restsumme als hohe Einmalzahlung, jedoch kann sie das Geld zum heutigen Niedrigzinsniveau nur schwer gut verzinst anlegen. Daher gilt laut Scobel: Je niedriger die Zinsen, desto höher die Vorfälligkeitsentschädigung.

 

Vorfälligkeitsentschädigung grundsätzlich zulässig

Gesetzlich ist die Vorfälligkeitsentschädigung als Schadenersatz für versäumte Erträge zulässig. Die Höhe der Strafzahlung ist jedoch von Bank zu Bank sehr unterschiedlich und in den meisten Fällen vom Kündigungsgrund abhängig. Hat man eine größere Summe vererbt bekommen und will den Kredit vorzeitig tilgen, so ist das für die Bank kein triftiger Kündigungsgrund. Auch eine Umschuldung ist kein anerkannter Grund für eine vorzeitige Kündigung. Erst, wenn die verlangten Ablösesummen den für die Bank entstandenen Schaden beispielsweise um das Doppelte übersteigen, liegt eine sittenwidrige Handlung vor.

 

Finanzielle Not: Zwingender Grund für Kündigung

Ein zulässiger Grund für eine vorzeitige Kündigung ist laut den Verbraucherschützern eine finanzielle Notlage des Kreditnehmers. Muss der Kunde aufgrund eines neuen Jobs umziehen und die zuvor erworbene Immobilie veräußern, muss die Bank einer Kündigung zustimmen. In diesem Fall müssen allerdings ebenfalls bestimmte Regeln, die der Bundesgerichtshof in verschiedenen Urteilen festgelegt hat, befolgt werden. Wer sein Haus sanieren möchte, aber keine Finanzierung bei seiner derzeitigen Bank erhält, kann ebenfalls vorzeitig kündigen und sich einem anderen Baufinanzierer zuwenden. Das bisherige Kreditinstitut kann in diesem Fall eine faire Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.

 

Rechenvorgaben nicht immer eingehalten

Die Verbraucherschützer monieren vor allem die fehlerhafte Berechnung vieler Geldinstitute. Trotz Rechenvorgabe suchen die Banken einen Weg, um möglichst hohe Entschädigungen zu fordern. Gerade Kunden, die eine Sondertilgung vereinbart haben, sollten an dieser Stelle die Augen aufhalten. Auch bei Änderungen des Tilgungssatzes kann es zu fehlerhaften Kalkulationen kommen, warnt die Verbraucherzentrale. Denn diese Vorteile des Kunden sollten aus der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung ausgeschlossen bleiben, so Scobel.

 

Nachberechnung auch Jahre später möglich

Auch Jahre später kann bei einer falschen Berechnung Geld von der Bank zurückgefordert werden. Daher sollten Bankkunden, die einen Fehler vermuten, auch nachdem die Summe bereits überwiesen worden ist, eine Nachberechnung verlangen. Etwaige Ansprüche sind noch drei Jahre lang gültig.

 

Mit Material von RP Online

Bild © Christopher Meder – Fotolia.com

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