Methan-Projekt: Kohlendioxid soll in Energie verwandelt werden

Energiewende

Forscher arbeiten an Projekten, die CO2 in Methan umwandeln, das dann wiederum als Energiequelle verwendet werden kann.

Ausgerechnet das klimaschädliche CO2 könnte nun bei der Energiewende eine wichtige Rolle spielen. Forscher planen, überschüssigen Strom aus Sonnen- und Windenergie dafür zu nutzen, aus Kohlendioxid Methan herzustellen. Das Methan könnte dann direkt ins europäische Erdgasnetz eingespeist und an Haushalte geliefert, in Autotanks gefüllt oder in Gaskraftwerken verfeuert werden. Die Technische Universität München (TUM) stellte nun mit namhaften Unternehmen ein Konzept vor, das dieses Verfahren voranbringen soll. Auch wenn wesentliche Techniken hierfür schon bekannt sind, ist die Anwendung in der Praxis noch schwierig.

 

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Methan-Produktion: TUM arbeitet mit vielen Unternehmen zusammen

Dieses iC4-Projekt wird mit 6,3 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium gefördert. Die TUM arbeitet hierfür mit E.ON, Linde, MAN, Siemens, Clariant, Wacker Chemie und dem Fraunhofer Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik zusammen. Professor Bernhard Rieger von Lehrstuhl für Makromolekulare Chemie der TUM sagte, es gehe im Zuge der Energiewende darum, klimaneutrale Techniken zu entwickeln. An dem breiten Engagement von Firmen sieht er ein Zeichen, wie wichtig das Thema genommen werde.

 

Methan-Projekt auch in Stuttgart

Zeitgleich arbeiten auch Forscher in Stuttgart am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden Württemberg (ZSW) an der Speichertechnologie, die sie „Power to Gas“ nennen. Die Forscher in Baden-Württemberg verfügen bereits über eine transportable 25-Kilowatt-Pilotanlage, die in Stuttgart, im Hunsrück und im emsländischen Werlte getestet wurde. Geplant ist zudem eine Anlage mit zehnfacher Kapazität, die zusammen mit der Firma SolarFuel und dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) realisiert werden soll. Außerdem sei im Auftrag von Audi eine Anlage mit sechs Megawatt in Werlte geplant, das etwa der Leistung von zwei Windkraftanlagen entspricht. ZSW-Sprecherin Claudia Brusdeylins sagte, man wolle 4.000 Kubikmeter Methan am Tag produzieren, was fast einem industriellen Maßstab gleichkomme. Es gebe viele Interessenten und man rechne mit einer Marktreife bis 2015.

 

Methan geeigneter als Wasserstoff

Das Problem bei Windkraft ist, dass bei einer Flaute kein Windstrom produziert wird. Auch Pumpspeicherkraftwerke können dies nicht ausgleichen, die ohnehin aus Naturschutzgründen oftmals umstritten sind. Methan oder Wasserstoffgas können allerdings dagegen auch Diesel oder Benzin ersetzen. Bisher widmeten sich Forscher weltweit vor allem dem Wasserstoff, der allerdings sehr schwierig zu speichern ist. Methan funktioniert da schon einfacher und kann zudem auch vollständig ins Erdgasnetz eingespeist werden, was bei Wasserstoff nicht möglich ist. Rieger sieht daher Methan im Vorteil.

 

Methan-Projekt erst in einigen Jahren marktreif

Bislang sei es allerdings noch nicht wirtschaftlich, Methan zu produzieren, räumt ZWS-Fachgebietsleister Michael Specht ein. Die Marktreife werde erst in einigen Jahren erreicht. So fehle es auch an politischen Rahmenbedingungen. Gerd Rosenkranz von der Deutschen Umwelthilfe in Berlin befürwortet dieses Projekt, sagt allerdings auch, dass es noch nicht ausgearbeitet sei, sondern erst in 15 Jahren voll zum Einsatz kommen könne. Erst müssten Wind- und Sonnenenergie am Strommix einen größeren Anteil haben. Nach Angaben der Forscher aus Stuttgart gehen etwa 40 Prozent der Energie bei der Umwandlung bislang noch verloren. Dies sei nur vertretbar, wenn überschüssiger Strom verwendet werden würde.

 

 

Mit Material von dpa

Bild © Robert Hoetink – Fotolia.com

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