Microsoft: Windows und Office weiterhin Zugpferde

Windows und Office haben dem Software-Marktführer Microsoft ein weiteres Rekordquartal beschert. Umsatz und Gewinn stiegen zweistellig.

Die alten Zugpferde von Microsoft, Windows und Office, haben dem US-Konzern zum Auftakt seines Geschäftsjahres Milliarden in die Kassen gespült. Neben dem Betriebssystem Windows 7 erwies sich auch das Büropaket Office 2010 als Verkaufsschlager. Der Konzernumsatz kletterte in dem Ende September abgeschlossenen ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2010/11 um 25 Prozent auf den Rekordwert von 16,2 Milliarden Dollar (11,6 Mrd. Euro). Der Gewinn sprang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 51 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar hoch.

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«Das war ein außergewöhnliches Quartal», sagte der für das Tagesgeschäft zuständige Vorstand Kevin Turner Ende der Woche in Redmond bei Seattle (US-Staat Washington). Vor allem die Firmenkunden hätten kräftig zugeschlagen, auch bei der Software für Großrechner und bei Datenbank-Anwendungen. Die Privatkunden indes griffen verstärkt zur Spielkonsole Xbox 360. Die Börse reagierte auf die Zwischenbilanz mit einem kräftigen Kursaufschlag.

Fast die Hälfte des Konzerngewinns stammt vom Betriebssystem Windows 7, das den Misserfolg des Vorgängers Vista vergessen macht. Windows 7 ist seit gut einem Jahr auf dem Markt und schon heute das erfolgreichste Windows aller Zeiten mit mehr als 240 Millionen verkauften Lizenzen. Zweites großes Standbein ist Office, dessen 2010er Version im Mai herausgekommen ist.

Der operative Gewinn bei Windows stieg um 25 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar; in der Geschäftskunden-Sparte mit Office sprang das Ergebnis um 20 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar hoch. Die Software wird zumeist gleich mit einem neuen Computer ausgeliefert. Nach dem Stillstand in der Wirtschaftskrise tauschen vor allem Firmen derzeit ihre Rechner aus.

Microsoft-Finanzchef Peter Klein sieht den Trend ungebrochen und sprach von einem «gesunden Zyklus». Dagegen hatten Marktforscher und Hardware-Hersteller die Sorge geschürt, dass sich der Boom bei den Computerverkäufen deutlich abschwächt. Apple-Chef Steve Jobs hat sogar schon den Abgesang auf den PC angestimmt und sieht in mobilen Geräten wie dem Tablet-Computer iPad die Zukunft.

Auch Microsoft erwartet Veränderungen, aber eher langfristig und weniger radikal. Der Konzern hat sein Engagement im Internet und bei den mobilen Geräten kräftig verstärkt. Vor allem ins sogenannte Cloud Computing fließt viel Geld. Dabei liegen die Programme zentral auf Servern im Internet statt lokal auf dem eigenen Computer und werden je nach Bedarf abgerufen.

Microsoft reklamiert erste Erfolge seiner Strategie für sich: Die firmeneigene Suchmaschine Bing habe dank der Kooperation mit dem Branchenurgestein Yahoo Marktanteile hinzugewinnen können, hieß es. Geld verdient der Softwarekonzern in diesem Geschäft jedoch nicht.

Erst vor einer Woche hatte Microsoft nach langem Warten sein neues Handy-Betriebssystem Windows Phone 7 herausgebracht. Der Vorläufer war in der Bedeutungslosigkeit versunken, stattdessen rollte Google mit seinem Smartphone-Betriebssystem Android den Markt auf. Der Internetkonzern beherrscht bereits die Websuche und hat Microsoft das Leben zusätzlich mit Webanwendungen für Textverarbeitung und andere Aufgaben schwer gemacht. (dpa/dt)

 

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