Neues Gesetz für Drohnen – Absturz für Hobbypiloten?

Neues Gesetz für Drohnen kommt

Ein neues Gesetz für Drohnen kommt. Die Frage ist, reguliert der Staat zu stark und macht daraus ein bürokratisiertes Hobby?

Drohnen erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie sind einfach in Betrieb zu nehmen, können Fotos knipsen und teils Videos aufnehmen. Alexander Dobrindts neuer Gesetzentwurf lässt aber dunkle Wolken am Himmel aufziehen: Dieser sieht strengere Regeln für das Fliegen der Copter vor. Aus einem schnellen und einfachen Spaß kann also bald eine streng regulierte Freizeitbeschäftigung werden.

 

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Neues Gesetz für Drohnen – Das soll sich ändern

Kennzeichnungspflicht:

Flugmodelle und unbenannte Luftfahrtsysteme (UAS) mit einem Gewicht von mehr als 0,25 kg müssen Piloten bald mit ihrem Namen und ihrer Adresse kennzeichnen. Das erfolgt über eine Plakette und soll 15 Euro kosten.

Kenntnisnachweis:

Wer Modelle mit mehr als 2 kg fliegen will, muss entsprechende Kenntnisse nachweisen. Dazu zählen eine Pilotenlizenz, eine Bescheinigung von einem Luftsportverein (beschränkt auf Flugmodelle) oder einer vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannten Stelle. Die Bescheinigung gilt 5 oder 10 Jahre und kostet 25 Euro.

Erlaubnis:

Nur Flugmodelle und UAS über 5 kg, die auch bei Nacht aufsteigen, bedürfen einer Erlaubnis, die die Landesluftfahrtbehörden ausstellen.

Betriebsverbot:

Multicopter und Drohnen sollen u.a. keine Menschansammlungen, Einsatzorte von Feuerwehr bzw. Polizei und Industrieanalgen überfliegen dürfen und sich nur innerhalb des Sichtbereiches des Piloten bewegen. Die maximale Aufstiegshöhe beträgt 100 Meter und Hobbyflieger sollen grundsätzlich nicht das Grundstück des Nachbarn überfliegen, wenn die Drohne Fotos oder Videos aufzeichnen kann.

Einsatz von Videobrillen:

Das Steuern über eine Videobrille ist weiterhin erlaubt. Dabei darf das Flugmodell nicht höher als 30 Meter fliegen und nicht schwerer als 0,25 kg sein. Möglich es auch, wenn eine zweite Person ständigen Sichtkontakt zu Drohne hat.

 

Mehr Sicherheit im Umgang mit Drohnen?

Ob die Maßnahmen dazu führen, dass weniger Hobbyflieger ihre Fluggeräte in der Nähe von Flughäfen aufsteigen lassen, darf man bezweifeln. Bisher ist nicht klar, wie die Plakette angebracht wird und wie fälschungssicher sie ist. Daher werden Bastler sicherlich eine Möglichkeit finden, diese zu entfernen.

Zudem stellt sich die Frage, wie Käufer dazu veranlasst werden sollen, ihre Drohnen zu kennzeichnen. Der Kauf müsste kontrolliert und daraufhin der Behörde gemeldet werden. Ebenso bleibt die Frage offen, was beim privaten Weiterverkauf der Drohne passiert. Soll dieser auch „überwacht“ werden, um eine Kennzeichnungspflicht umzusetzen?

Und wer soll kontrollieren, dass sich jeder Hobbypilot an die Vorgaben hält? Wenn diese ihre Fluggeräte auf freien Wiesen auf dem Land oder am Stadtrand steuern, werden dort sicherlich keine Beamte vor Ort sein, die mögliche Rechtsverstöße ahnden.

Sollen Copterpiloten alle Regeln akkurat befolgen, ist eine massive Überwachung eigentlich notwendig. Sie würde jedoch die Grundrechte der Bürger verletzen und Orwells „1984“ wie ein Kinderbuch aussehen lassen. Ein Gesetz ist zwar durchaus sinnvoll, um einen Rahmen zu schaffen. Es sollte die Daumenschrauben für Hobbypiloten aber zu nicht allzu stark anziehen.

 

Mehr Klarheit beim Versicherungsschutz?

Bisher decken nur einige Versicherer in der Privathaftpflicht das Fliegen mit Drohnen ab. Dabei gibt es jedoch Unterschiede, unter welchen Bedingungen der Schutz greift: Je nach Tarif können Multicopter nur bis 0,1 kg, 0,5 kg oder 5 kg versichert sein. Das Gesetz würde hier Klarheit schaffen und eine einheitliche Regelung mit sich bringen. Verbraucher wären auf der sicheren Seite und die Versicherungen müssten in den Haftpflicht-Policen entsprechende Punkte aufnehmen. Oder sie bieten optionale Zusatzbausteine gegen einen Aufpreis an.

 

 

Mit Material vom BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur)

 

Bild © recht_schoen – Fotolia.com

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