Noch nach Ablauf der Kündigungsfrist Kfz-Versicherung wechseln

Kfz-Versicherung wechseln: Info

Mit dem Sonderkündigungsrecht auch nach Ablauf der Kündigungsfrist die Kfz-Versicherung wechseln.

Wie der ADAC mitteilt, war am 30. November deutschlandweit wieder der jährliche Stichtag, um die eigene Kfz-Versicherung fristgerecht zu kündigen und zu einem neuen Anbieter zu wechseln. Doch selbst wer die Frist verschlafen hat, kann noch von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, um den Versicherer zu wechseln. Aber lohnt sich der Aufwand überhaupt?

 

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Autohalter wechseln nicht gern ihre Kfz-Versicherung

Hierzulande ist die Bereitschaft, die Kfz-Versicherung zu wechseln, gering. Wie eine Studie der YouGovPsychonomics AG herausfand, sind nur rund 15 Prozent der Befragten bereit, ihre Kfz-Versicherung zu wechseln. Doch während Neukunden vom Versicherer mit unterschiedlichen Sonderkonditionen umworben werden, haben Bestandskunden das Nachsehen und profitieren nicht von preiswerten Tarifen. Sie werden vom Versicherer häufig nicht einmal über günstigere Angebote informiert. Grund für die geringe Wechselbereitschaft der deutschen Autohalter ist allerdings auch die einmonatige Kündigungsfrist der Kfz-Versicherung.

 

Kündigungsfrist für Kfz-Versicherung: Stichtag 30. November

Kfz-Versicherungen haben in der Regel eine Laufzeit von einem Kalenderjahr, enden also am 31.12. Wer wechseln möchte, muss allerdings die Kündigungsfrist für Kfz-Versicherungen beachten, die im Regelfall einen Monat beträgt. Deshalb gilt der 30. November deutschlandweit als Stichtag, um die eigene Kfz-Versicherung fristgerecht zu kündigen und pünktlich zum Jahreswechsel zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Diese Frist wird jedoch häufig vergessen und der Kfz-Versicherungsvertrag verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr. Mithilfe des Sonderkündigungsrechts kann allerdings auch nach Ablauf der Kündigungsfrist die Kfz-Versicherung gewechselt werden.

 

Wann kann das Sonderkündigungsrecht in Anspruch genommen werden?

Das Sonderkündigungsrecht gilt nur unter bestimmten Voraussetzungen. Hierzu zählt ein Fahrzeugschaden, ein Fahrzeugwechsel oder eine Erhöhung der Versicherungsbeiträge. Für jede dieser Voraussetzungen gelten allerdings wiederum verschiedene Bedingungen und Fristen, die im Fall einer Sonderkündigung der Versicherung beachtet werden müssen.

 

Schadensfall: Nach einem Unfall oder einem Schaden am Fahrzeug haben beide Parteien das Recht, den Versicherungsvertrag fristlos zu kündigen. In der Regel macht der Versicherer davon allerdings keinen Gebrauch. Er kann den Kunden in Zukunft in eine niedrigere Schadensfreiheitklasse einstufen. Für den Versicherungsnehmer hingegen lohnt sich das Sonderkündigungsrecht jedoch, um einer Beitragserhöhung zu entgehen.

 

Fahrzeugwechsel: Auch bei Ab- und Ummeldung des versicherten Fahrzeuges kann das Recht auf Sonderkündigung für Kfz-Versicherungen genutzt werden, um noch nach Ablauf der Kündigungsfrist das Vertragsverhältnis zu lösen. Dies gilt automatisch bei jedem Fahrzeugwechsel.

 

Beitragserhöhung: Eine Erhöhung des jährlichen Versicherungsbeitrages ist der häufigste Grund für eine außerordentliche Kündigung der Kfz-Versicherung. Steigen die Beiträge, ohne dass dafür mehr Zusatzleistungen vom Versicherer angeboten werden, können Kunden ihr Sonderkündigungsrecht nutzen. Im Kündigungsschreiben sollte allerdings konkret auf die Beitragserhöhung als Kündigungsgrund hingewiesen werden.

 

Sonderkündigung Versicherung: Gründe für eine Beitragserhöhung

Die Gründe für eine Beitragserhöhung sind sehr unterschiedlich. Risikofaktoren wie zum Beispiel die Fahrzeugklasse oder der Wohnort, die sogenannten Typ- und Regionalklassen des Kfz-Halters, werden vom Versicherer regelmäßig überprüft und neu bewertet. Darüber hinaus prüfen die Versicherer auch die gefahrenen Kilometer pro Jahr sowie Geschlecht, Alter und Berufsgruppe des Fahrzeughalters, um das Risiko zu ermitteln. Hierbei kann es schnell zu einer Neueinschätzung des Risikos und damit verbunden zu einer Beitragserhöhung bei der Kfz-Versicherung kommen. In Deutschland betrifft dies jährlich knapp ein Drittel aller zugelassenen Fahrzeuge. Eine Preiserhöhung ist jedoch häufig in der Jahresrechnung versteckt. Um auch außerhalb der Kündigungsfrist für Kfz-Versicherungen den Vertrag aufzulösen, sollte die Rechnung gründlich überprüft werden.

 

Typ- und Regionalklassen ändern sich jährlich

Wie der ADAC erklärt, gilt die Sonderkündigung für Kfz-Versicherungen immer dann, wenn die Versicherung durch eine Änderung der Typ- und Regionalklassen teurer wird. Gleichzeitig versuchen die Versicherer die Erhöhung häufig dadurch zu verstecken, dass der Kfz-Halter in der Schadenfreiheitsrabattstaffel besser eingestuft wird. Grundsätzlich sollte deshalb vor allem auf die Typ- und Regionalklassen geachtet werden, um eine Beitragserhöhung zu erkennen.

 

Kündigungsfrist Kfz-Versicherung: Diese Fristen gelten für die Sonderkündigung

Auch bei einer Sonderkündigung der Kfz-Versicherung müssen Fahrzeughalter bestimmte Fristen beachten, um von dem Recht Gebrauch machen zu können. Im Regelfall beträgt auch diese Frist einen Monat. Nach dem Erhalt der Beitragserhöhung etwa kann die Sonderkündigung innerhalb von einem Monat per Einschreiben vorgenommen werden. In einem Schadensfall hingegen beginnt die einmonatige Frist nach Beendigung der Verhandlungen über die Versicherungsleistungen (Kasko). Darüber hinaus gilt es, bestimmte Formalitäten einzuhalten, damit die Kündigung rechtswirksam ist.

 

Wie sollte eine Sonderkündigung erfolgen?

Ob eine Sonderkündigung schriftlich (Brief) oder in Textform (Fax, E-Mail) erfolgen muss, wird in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Versicherungsvertrags festgehalten. Am sichersten ist jedoch die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein, um einen Nachweis darüber zu erhalten, ob die Kündigung tatsächlich beim Versicherer eingegangen ist. Wichtig ist hierbei außerdem, den Kündigungsgrund genau festzuhalten. Eine Kündigung sollte darüber hinaus alle Angaben zur eigenen Person (Name, Adresse) sowie die Kunden- oder Vertragsnummer enthalten. Hierfür gibt es verschiedene Vorlagen, die im Internet heruntergeladen werden können.

 

Wann lohnt sich der Versicherungswechsel?

Automobilexperten weisen häufig darauf hin, dass mit einem Versicherungswechsel viel Geld gespart werden kann. Doch nicht jeder Zeitpunkt eignet sich gleich gut dafür. Da die Versicherer ihre Prämien für das folgende Jahr erst Anfang November festlegen, lohnt es sich häufig nicht, vorher schon einen Wechsel zu tätigen. Wer bereits im Sommer einen neuen Tarif findet, erlebt dann am Ende des Jahres womöglich eine Preiserhöhung, weil die Prämien neu kalkuliert werden.

 

Mit Material von ADAC

Bild © kwarner – Fotolia.com

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