O2-E-Plus Netzfusion: Im Januar 2016 wird es ernst

O2-E-Plus Netzfusion startet 2016

Die O2-E-Plus Netzfusion wird 2016 beginnen und aller Voraussicht nach bis 2021 andauern.

Der Kauf von E-Plus durch O2 liegt bereits einige Zeit zurück: Vor mehr als einem Jahr hat der Teléfonica-Konzern E-Plus – den damals drittgrößten Mobilfunknetzanbieter in Deutschland – für acht Milliarden Euro übernommen. Kurz darauf wurde angekündigt, dass die Netze der Teléfonica-Tochter O2 und E-Plus zusammengelegt werden sollen. O2-Kunden konnten bereits zuvor dank „National Roaming“ auf die Netze von E-Plus zugreifen. Anfang 2016 werden laut Aussage des Unternehmens die Netze zusammengelegt, um so die Stärken beider Netze zu nutzen.

 

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Zusammenlegung und Ausbau

Konkret spricht der Telekommunikationskonzern davon, die Stärken von O2 bei LTE und die von E-Plus bei UMTS miteinander zu kombinieren. Die Planung sieht dabei wie folgt aus: Zu Beginn der Netzfusion von UMTS- und GSM-Netz wird sich auf die Ballungszentren konzentriert, um so 60 Prozent der deutschen Bundesbürger zu erreichen. Die Fusion soll sich über einen Zeitraum von fünf Jahren hinwegziehen. 2021 dann soll die Integration voraussichtlich komplett abgeschlossen sein. Dazu werden dem Unternehmen zufolge die geografisch am besten platzierten Mobilfunkstationen ausgesucht und umgebaut. Der Umbau der Standorte dauere nur wenige Stunden und die Zusammenlegung könne dann innerhalb einer Woche abgeschlossen sein. Ein erklärtes Ziel ist weiterhin der Ausbau des schnellen LTE-Netzes.

 

Markus Haas, Chief Operating Officer von Telefónica Deutschland, hat außerdem angekündigt, nicht mehr benötigte Personalkapazitäten abzubauen. Dadurch und durch die Netzintegration sollen mehr als 5 Millionen Euro eingespart werden. In welchen Bereichen der Personalabbau stattfindet, wurde nicht näher erläutert.

 

Vorteile und Nachteile für den Kunden

Auf den ersten Blick bietet das Großprojekt von Teléfonica Vorteile für die Kunden: Dazu zählen vor allem eine bessere Netzabdeckung und damit eine bessere Erreichbarkeit. Wenn der Ausbau von LTE ebenso vorangetrieben wird, könnten Kunden ebenso von schnellerem mobilen Internet profitieren. Das setzt jedoch voraus, dass die Konkurrenten Vodafone und Telekom den Ausbau ihrer Netze nur mäßig vorantreiben – was eher unwahrscheinlich ist. Zumal die Telekom seit kurzem Prepaid-Tarife für ihr LTE-Netz anbietet.

 

Ein möglicher Nachteil könnten jedoch steigende Preise für Tarife sein. Einerseits um den Ausbau zu finanzieren und andererseits aufgrund der verringerten Anzahl von Netzanbietern. Der E-Plus-Konzern hatte in der Vergangenheit öfter seine Tarife günstiger angeboten als die Konkurrenz und damit für einen allgemeinen leichten Preisrutsch gesorgt. Ob sich der Wettbewerb abschwächt, bleibt jedoch abzuwarten.

 

Merken die Kunden die Zusammenlegung?

Laut Julia Hoffstaedter, Teléfonica-Unternehmenssprecherin, sollen die Umbauarbeiten für die Kunden kaum bzw. gar nicht zu spüren sein. Insofern sollen Störungen beim Surfen und Telefonieren nicht auftreten. Allerdings führte die Zusammenlegung in jüngster Vergangenheit zu Problemen – vor allem in der Berliner U-Bahn. Aufgrund des „National Roaming“ war das E-Plus-3G-Netz wegen der zahlreichen O2-Kunden überlastet. Angesichts von 5,5 Millionen Kunden zusätzlich am Tag wundert dieser Umstand kaum.

Mit Material von dpa und golem.de

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