Online-Betrug vorbeugen – Tipps für Bankkunden

Online-Betrug

Die gute alte TAN-Liste hat ausgedient: Moderne TAN-Verfahren wie der TAN-Generator und die mTAN bieten ein weitaus höheres Maß an Sicherheit.

Online-Betrug wird im Zeitalter der Internet-Dienstleistungen zu einem allgegenwärtigen Problem. Jeder zweite Internet-Nutzer ist schon einmal der Internetkriminalität zum Opfer gefallen. Dabei liegt es in der Verantwortung jedes Einzelnen, verantwortlich mit seinen Daten umzugehen, um Online-Betrug zu vermeiden. Laut einem aktuellen BGH-Urteil trifft Bankkunden eine Mitschuld, wenn sie beispielsweise auf gefälschten Internetseiten leichtfertig ihre Geheimnummer preisgeben. Sie erhalten in diesem Fall keinen Schadenersatz, selbst wenn der eingeräumte Verfügungsrahmen des Kunden ohne seine Zustimmung überschritten werde, urteilte der Bundesgerichtshof.

 

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Vorsichtsmaßnahmen beachten – Chance auf Schadenersatz

Laut BITKOM-Sicherheitsexperten Lutz Neugebauer sollten Bankkunden beim Online-Banking einige wichtige Dinge beachten. Zum einen sollte das sicherste Überweisungsverfahren der Bank gewählt werden. Such eine Sicherheitssoftware auf dem neuesten Stand bietet Schutz vor Online-Betrug. Und zu guter Letzt sollten User auf ihren gesunden Menschenverstand vertrauen. Hat man alle Vorsichtsmaßnahmen walten lassen, hat man als Betrugsopfer laut BITKOM auch eine Chance auf Schadenersatz. Hierfür sollte man die Vorsichtsmaßnahmen aber belegen können.

 

28 Millionen Kunden nutzen Online-Banking

Mittlerweile nutzen 28 Millionen Deutsche das Online-Banking. Für Online-Betrüger sind diese Bankkunden eine lukrative Einnahmequelle. Laut Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2010 etwa 5.300 Phishing-Fälle registriert und ein Abbruch ist nicht in Sicht. Oftmals ist der Online-Betrug auch deshalb erfolgreich, weil Kunden unvorsichtig mit ihren Daten umgehen. Im aktuellen Fall vor dem BGH hatte der Bankkunde zehn Transaktionsnummern auf einmal eingegeben, obwohl er eine Warnung von der Bank erhielt. Aber was kann man tun, um sich gegen Phishing zu schützen? Die BITKOM-Experten haben sechs Tipps zusammengestellt.

 

1. Bei E-Mails Vorsicht walten lassen

Erhält man eine angebliche E-Mail von der Bank, vertrauliche Informationen im Internet preiszugeben, so ist sie in jedem Fall gefälscht. Die E-Mail sollte am besten sofort gelöscht werden. Auch hinter einer E-Mail von einem Unbekannten, oftmals mit einem Anhang, kann ein Phishing-Trojaner stecken. Anhänge von E-Mails, deren Absender unbekannt ist, sollte man grundsätzlich nicht öffnen. Drohungen wie eine Kontosperre sollte man ignorieren.

 

2. PC vor Schädlingen schützen

Bevor man einen PC das erste Mal im Internet nutzt, lohnt ein Blick auf die Sicherheitsausstattung. Dazu gehören erstrangig ein Anti-Viren-Programm sowie eine Firewall. Diese Programme, der Internet-Browser und auch das Betriebssystem sollten danach regelmäßig aktualisiert werden, d.h. die neuesten Updates installiert werden. Oftmals wird Schadsoftware auch über CDs, USB-Sticks oder andere Datenträger verbreitet, daher sollten diese vor einer Nutzung stets auf Viren geprüft werden. Auf das Online-Banking sollte man auf keinen Fall von einem öffentlichen Computer aus, beispielsweise in einem Internet-Café zugreifen.

 

3. Aufruf der Bank-Webseite beachten

Um das Online-Banking zu beginnen, gibt man die Webadresse der Bank entweder direkt ein oder benutzt ein gespeichertes Lesezeichen. Bei Zweifeln findet man die offizielle Webadresse zum Online-Banking in den Unterlagen der Bank. Eine verschlüsselte Verbindung ist dabei an den Buchstaben „https“ statt „http“ in der Webadresse.

 

4. Moderne TAN-Verfahren nutzen

Noch vor einiger Zeit war die TAN-Liste auf Papier das gewohnte Verfahren beim Online-Banking. Die Transaktionsnummern (TANs) konnten aus der Liste frei gewählt werden. Moderne TAN-Verfahren bieten heute ein höheres Maß an Sicherheit. Beim iTAN-Verfahren werden die Codes beispielsweise durchnummeriert. Per Zufallsgenerator bestimmt die Bank bei jeder Transaktion, welche TAN eingegeben werden muss. Noch sicherer ist das sogenannte mTAN-Verfahren. Hierbei geht die TAN per SMS an den Kunden und ist nur für eine kurze Zeit gültig. Bei den Verfahren chipTAN und HBCI erhält der Kunde wiederum einen TAN-Generator bzw. ein Kartenlesegerät als Zusatzgerät für das Generieren einer TAN. Bankkunden können sich bei ihrer Bank erkundigen, welche Verfahren für sie zur Verfügung stehen.

 

5. Geheimzahl schützen

Weder Passwort (PIN) noch TAN sollten auf dem Computer gespeichert werden. Auch der Passwort-Manager des Browsers birgt ein Risiko. Auch sollte das Passwort sicher sein und aus einer Kombination aus Klein- und Großbuchstaben sowie Zahlen und Sondereichen bestehen. Oftmals wählen Kunden das gleiche Passwort für verschiedene Dienste im Netz. Davon raten die Experten dringend ab. Wer sicher gehen will, ändert die PIN zudem in regelmäßigen Abständen.

 

6. Bei Online-Betrug Bank alarmieren

Hat man den Verdacht, dass Online-Betrüge am Werk sind, sollte man unverzüglich die Bank informieren. Dann hat man eventuell auch noch eine Chance, das Geld zurückbuchen zu lassen, wenn die Phishing-Überweisung noch nicht lange zurückliegt. Ist ein finanzieller Schaden entstanden, sollte unbedingt Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Nur so kann man das Geld bei der Bank zurückverlangen. In vielen Fällen zeigen sich die Banken kulant, wenn keine grobe Fahrlässigkeit seitens des Kunden vorliegt.

 

Mit Material von dpa, BITKOM

Bild © Alterfalter – Fotolia.com

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