PKV mit Verlusten, GKV mit Überschüssen – Zusatzbeiträge 2012 unwahrscheinlich

PKV erleiden Verluste

Immer mehr Nichtzahler führen bei den PKV zu hohen Verlusten – Bestandskunden müssen mit Beitragserhöhungen rechnen.

Während die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) in den ersten drei Quartalen 2011 einen Gewinn von 3,9 Milliarden Euro erzielten, haben die Privatversicherer mit derben Verlusten von mittlerweile 554 Millionen Euro zu kämpfen, berichtet das Handelsblatt. Der Grund: Immer mehr Privatpatienten zahlen ihre Beiträge nicht – mittlerweile beläuft sich die Zahl der Kunden, die mindestens drei Monate ihre Beiträge nicht gezahlt haben, auf 142.800. Die gesetzlichen Krankenkassen profitieren hingegen von der guten Konjunktur und Einsparungen bei Arzneimitteln. Und für die Kunden bedeutet dies, dass nur wenige gesetzlich Versicherte 2012 mit Zusatzbeiträgen rechnen müssen. Die Bestandskunden der PKV sollten sich allerdings auf Prämienerhöhungen einstellen.

 

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Finanzpolster macht Zusatzbeiträge 2012 unwahrscheinlich

Mittlerweile verfügen die gesetzlichen Krankenkassen über ein dickes Finanzpolster. So wird für das Jahresende ein Überschuss von rund drei Milliarden Euro erwartet, da die Ausgaben des letzten Quartals immer höher sind als im restlichen Jahresverlauf. Die Ersatzkassen, darunter die Marktführer Barmer GEK und die Techniker Krankenkasse, erwirtschafteten mit knapp 1,7 Milliarden Euro die höchsten Überschüsse. Die positive Finanzentwicklung ist vor allem auf die guten Einnahmen infolge der Konjunktur und die Einsparungen bei Medikamenten zurückzuführen. Allerdings warnen Regierungskreise weiterhin vor Risiken und mahnen, die Reserven der Kassen unangetastet zu lassen. Dennoch können gesetzlich Versicherte angesichts der guten Finanzlage damit rechnen, im nächsten Jahr nicht von Zusatzbeiträgen betroffen zu sein.

 

Nichtzahler: Verluste bei den PKV

Seit Juni des Jahres 2010 sind die Einnahmeverluste der Privatversicherer durch Nichtzahler um fast 50 Prozent gestiegen. So wurden Ende Juni 2011 insgesamt 142.800 Kunden erfasst, die mindestens drei Monate mit ihren Beiträgen im Rückstand waren. Im Juni des Vorjahres waren es nur 120.800 Nichtzahler. So sind auch die Verluste in diesem Zeitraum von 289 Millionen auf 500 Millionen Euro gestiegen. Der Grund für diesen starken Anstieg der Nichtzahler ist, dass seit 2009 für die PKV eine Versicherungspflicht besteht. So dürfen Privatversicherer keine Kunden mehr vor die Tür setzen, wenn diese ihre Beiträge nicht gezahlt haben. Für die Bestandskunden haben die hohen Verluste zur Folge, dass sich im kommenden Jahr bei vielen Privatversicherern die Prämien kräftig erhöhen werden. Besonders betroffen von Verlusten aufgrund von Nichtzahlern sind Versicherer, die in den vergangenen Jahren Kunden mit billigen Tarifen gewinnen wollten, wie etwa die Generali-Tochter Central oder die Ergo-Tochter DKV.

 

Prämienerhöhungen fallen unterschiedlich hoch aus

Allerdings fallen die Prämiensteigerungen nicht bei allen Privatversicherern gleich hoch aus, berichtet RP Online. So müssen Versicherte der DKV ab Januar 2012 mit einer durchschnittlichen Beitragserhöhung von 3,5 Prozent rechnen. In einigen Tarifen, in denen besonders viele der Versicherten schwer erkrankt sind, sind jedoch auch Steigerungen um bis zu 40 Prozent nicht ausgeschlossen. Auch die Gothaer will im kommenden Jahr von ihren Kunden rund 5 Prozent mehr verlangen, die Central sogar durchschnittlich 12,9 Prozent.

 

Tarif wechseln und Selbstbehalt erhöhen

Doch Privatversicherte müssen sich nicht einfach in ihr Schicksal fügen. Verbraucherschützer raten, in einen anderen Tarif der privaten Krankenversicherung zu wechseln. Hierzu sollten die Kunden überprüfen, auf welche Leistungen sie verzichten könnten und einen entsprechend günstigeren Tarif auswählen. Da nicht bei jedem Privatversicherer der Wechsel reibungslos funktioniert, sollte der Wechsel zudem schriftlich eingefordert und eine Frist gesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit, die Beitragslast zu mindern, besteht in der Erhöhung des Selbstbehalts. Zwar müssen die Versicherten dann einen höheren Anteil der Arztrechnungen selber tragen, aber auch die Beiträge würden sinken. Jedoch ist diese Alternative nur jungen, gesunden Versicherten zu empfehlen, da ein hoher Selbstbehalt bei krankheitsanfälligen Patienten sehr teuer werden kann.

 

Mit Material von Handelsblatt, RP Online

Bild © detailblick – Fotolia.com

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