Private Zusatzversicherung im Test – das sind die Ergebnisse

Private Zusatzversicherung: Info

Sechs private Zusatzversicherungen in Deutschland aus dem Gesundheitsbereich hat das DISQ getestet.

Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ)hat für eine Untersuchung des Nachrichtensenders n-tv 40 Versicherungen in Augenschein genommen. Das Ergebnis des Tests: Nicht nur der Preis zählt bei der Wahl der privaten Zusatzversicherung, sondern auf die Leistung – auf das Verhältnis der beiden Aspekte kommt es an. Private Zusatzversicherungen kommen für Gesundheits- und Pflegeleistungen auf, die die gesetzliche Krankenkasse nicht zahlt. Allerdings sollte vorher genau geprüft werden, welche Versicherungen wirklich im persönlichen Fall nötig sind und welches Preis-Leistungs-Verhältnis das Beste ist.

 

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Test privater Zusatzversicherungen in sechs Kategorien

Wie wurde die Qualität der privaten Zusatzversicherungen getestet? Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat in Kooperation mit dem Ratingunternehmen Franke und Bornberg die Pflege- und Krankenzusatzversicherungen von 40 Versicherungsunternehmen untersucht. Dabei ging es um sechs Kategorien: Krankenzusatzversicherungen – stationär und ambulant –, Pflegeversicherungen mit und ohne staatliche Zulagen sowie Zusatztarife für Zahnersatz und Zahnersatz und -behandlung. Für die Untersuchung nahm das Institut eine Kostenanalyse vor, ebenso eine Bewertung der Versicherungsleistungen. Für die Kategorie Pflegeversicherungen wurden die ausgezahlten Pflegeleistungen einberechnet, also Pflegetagegelder. Dazu wurden die Angaben verwendet, die in den Vertragsbedingungen oder auf dem Versicherungsschein der Policen zu finden sind. Sie entsprechen dem Stand September 2015.

 

Das Preis-Leistungs-Verhältnis zählt

Die Untersuchung des DISQ ergab vor allem, dass ein großes Einsparpotenzial in den verschiedenen Versicherungsbereichen besteht. Dasselbe gilt für die ambulanten Zusatztarife, die für Behandlungen nach Naturheilverfahren oder eine Sehhilfe aufkommen. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Versicherungsprodukt besteht ein Unterschied von 93 Prozent. Doch ausschlaggebend sind die enthaltenen Versicherungsleistungen.

 

Große Unterschiede bei den Pflegeversicherungen

Im Hinblick auf die Leistungen vergab das DISQ an mehr als 61 Prozent der privaten Pflegeversicherungen sehr gute Ratings. Doch die Untersuchung förderte auch hier große Unterschiede zwischen dem schlechtesten und dem besten Produkt zutage. Bei den Pflegetagegeldern waren die Diskrepanzen besonders gut ersichtlich: Die besten Versicherungen zahlen viermal mehr als die schlechteste Police in der jeweiligen Pflegestufe.

 

Stationäre Krankenhauszusatzversicherung und Zahnzusatzpolice

Der Versicherer Domcura belegt in der Kategorie stationäre Krankenzusatzversicherungen Platz eins. Gute Leistungen des Tarifs, kombiniert mit sehr günstigen Beiträgen ergaben das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Auf dem zweiten und dritten Rang folgen die Versicherer Barmenia und Inter. In der Kategorie ambulante Krankenzusatzversicherungen befinden sich auf dem ersten Platz zwei Versicherer: Signal Iduna und Deutscher Ring, dahinter folgt Münchener Verein. Die Rangliste der Zusatzversicherungen für Zahnersatz führt die DKV an. Sie bietet die besten Versicherungsleistungen an. Platz zwei und drei belegen Alte Oldenburger und Allianz. Die DKV bietet zudem auch die besten Leistungen im Bereich der Zahnzusatzversicherungen an, die die Zahnbehandlung einschließen, nicht nur den Zahnersatz. Hier folgen auf den nächsten Plätzen AXA und Stuttgarter.

 

Pflegeversicherung ohne staatliche Zulagen

Die Kategorie Pflegeversicherungen ohne staatliche Zulagen gewann die Württembergische, gefolgt von der Hanse Merkur. Den dritten Platz belegen gemeinsam Deutsche Familienversicherung und Domcura. Hinsichtlich der staatlich geförderten Pflegeversicherungen gewinnen zwei Versicherungen: Envivas und Central. Dahinter folgt Arag.

 

Wann ist eine private Zusatzversicherung sinnvoll?

Eine private Zusatzversicherung ist als Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung zu empfehlen. Die Krankenkassen gewährleisten die Grundversorgung der Versicherungsnehmer. Steht jedoch ein Aufenthalt im Krankenhaus bevor oder geht es um Zahnersatz, dann haben gesetzlich Versicherte im Gegensatz zu privat Krankenversicherten oft das Nachsehen. Um den eigenen Versicherungsschutz aufzustocken, kann also eine private Zusatzversicherung abgeschlossen werden. Doch welche Policen sind wirklich nötig?

 

Was bringt eine Zahnzusatzversicherung?

Beim Zahnarzt kann für einen Zahnersatz oder Füllungen schnell eine hohe Summe fällig werden. Besonders wenn der Patient ein sehr hochwertiges Material für eine Füllung wünscht, etwa Keramik, werden schnell einige Hundert Euro fällig. Mit einer Zahnzusatzversicherung wird zumindest ein großer Teil dieser Kosten übernommen. Allerdings variiert die Leistung von Police zu Police. Während die eine Versicherung ein teures Zahnimplantat für den Versicherungsnehmer zahlt, schließt die andere dies in ihren AGB aus. Daher sollten Patienten vorher gründlich den Vertrag ihrer Zahnzusatzversicherung prüfen und sicherstellen, dass die gewünschten Leistungen übernommen werden.

 

Was bringt eine Krankenhauszusatzversicherung?

Wer gesetzlich versichert ist und diese Police um eine Krankenhauszusatzversicherung ergänzt, der erhält einen ähnlichen Status wie ein Privatversicherter. Einzelzimmer statt Mehrbettzimmer und Chefarztbehandlung gehören zu den Leistungen einer solchen Zusatzversicherung. Die Leistungen variieren: Bei einigen Policen ist beispielsweise die Übernahme des Arzthonorars inklusive, wenn der Patient die Behandlung durch einen Spezialisten wünscht. Andere übernehmen beispielsweise die Kosten für den Aufenthalt in einer Spezialklinik. Auch hier lohnt sich ein ausführlicher Vergleich.

 

Private Pflegezusatzversicherung

Da die gesetzliche Pflegeversicherung in der Regel nicht ausreicht, lohnt es sich, eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Diese zahlt die Differenz, die sich zu den tatsächlichen Kosten ergibt. Diese Differenz kann mehrere Tausend Euro betragen, wenn es beispielsweise um die Unterbringung in einem Pflegeheim geht. Es ist ratsam, eine Pflegezusatzversicherung möglichst frühzeitig abzuschließen, da dann die Beiträge niedriger sind. Zudem richten sich die Beiträge auch nach dem Einkommen des Versicherungsnehmers. Ein weiterer Faktor ist der Gesundheitszustand: Weist der Versicherungsnehmer mehrere Vorerkrankungen auf, steigen die Beiträge. Nicht selten wird der Antrag sogar ganz abgelehnt. Bei der Pflegezusatzversicherung sollten Versicherungsnehmer den Abschluss besonders sorgfältig planen, denn die Beiträge müssen meist über lange Zeit gezahlt werden.

 

Mit Material von disq.de

Bild © Falko Matte – Fotolia.com

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