Reaktorkatastrophen häufiger möglich

Wahrscheinlichkeit von Reaktorkatastrophen

Reaktorkatastrophen sind einer aktuellen Studie zufolge häufiger als bislang angenommen.

Atomkraftwerkkatastrophen wie zuletzt in Fukushima ereignen sich wahrscheinlich häufiger als bisher angenommen. Forschern des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie haben ermittelt, dass Kernschmelzen einmal in zehn bis 20 Jahren auftreten können, so ein Bericht des Handelsblattes. Diese Berechnungen wurden anhand der bisherigen Laufzeiten der weltweit vorhandenen Atomreaktoren und der aufgetretenen Kernschmelzen ermittelt. Die neue Wahrscheinlichkeit übersteigt frühere Schätzungen um das 200-fache.

 

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Wahrscheinlichkeit 200-fach höher

Das Risiko einer Reaktorkatastrophe wie die in Fukushima ist höher als bislang angenommen. Die Forschergruppe um Jos Lelieveld, Max-Planck-Instituts-Direktor, hat den neuen Wahrscheinlichkeitswert anhand der Laufzeiten aller bisher in Betrieb genommenen zivilen Reaktoren berechnet. Die Laufzeit beträgt dabei 14.500 Jahre. Sie wurde durch die Zahl der bisherigen Kernschmelzen geteilt: Vier Kernschmelzen haben bisher stattgefunden – drei in Fukushima und eine in Tschernobyl. Alle 3.625 Reaktorjahre kommt es demnach zu einem GAU, wie er von der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (International Nuclear Event Scale, INES) definiert wird. Eine Schätzung der US-amerikanischen Zulassungskommission für Kernreaktoren aus dem Jahr 1990 ergab ein 200-mal niedrigeres Risiko.

 

Einmal in 50 Jahren eine Kernschmelze

In Westeuropa gäbe es den Forschern zufolge ein GAU-Risiko von einer radioaktiven Verseuchung in 50 Jahren mit mehr als 40 Kilobecquerel pro Quadratmeter. Ab diesem Wert stuft die Internationale Atomenergie Behörde IAEA ein Gebiet als kontaminiert ein. Käme es in Westeuropa zu einer einzigen Kernschmelze, wären im Schnitt 28 Millionen Menschen von einer Kontamination über diesem Becquerelwert betroffen. Aufgrund der dichten Besiedelung in Südwestdeutschland und der zahlreichen Kernkraftwerke im Grenzgebiet von Frankreich, Belgien und Deutschland wäre das Risiko dort besonders hoch.

 

Mit Material von Handelsblatt

Bild © styleuneed – Fotolia.com

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