Rentenerhöhung: Steuerpflicht für Rentner kommt

Steuerpflicht dank Rentenerhöhung

der jüngsten Rentenerhöhung muss mancher Ruheständler mit einer Steuerpflicht rechnen. Eine Steuererklärung kann dann sinnvoll sein.

Die Renten steigen im Juli 2016 ordentlich an: Im Osten sind es 5,95 Prozent und im Westen 4,95 Prozent. Allerdings werden sich nicht alle Ruheständler darüber freuen. Immerhin folgt damit für 160.000 Rentner ab Abfang Juli die Steuerpflicht. Im nächsten Jahr werden damit insgesamt 4,4 Mio. der knapp 20 Mio. Rentenempfänger zur Einkommensteuer herangezogen.

 

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Mehr Steuereinnahmen

Auf der einen Seite würde der Fiskus durch die Besteuerung der Renten zusätzlich 720 Mio. Euro einnehmen. Auf der anderen Seite kostet die Erhöhung jedoch 12,7 Mrd. Euro. Bereits 2005 wurde die steigende Besteuerung der Renten beschlossen: So werden die Altersbezüge bis 2040 mehr und mehr besteuert. Zwar hat jeder Ruheständler einen Freibetrag, doch durch den elf Jahre alten Beschluss und die Rentenerhöhungen wird dieser immer häufiger überschritten.

 

Trotz Erhöhung Altersarmut befürchtet

Selbst wer 45 Jahre lang auf Mindestlohn-Niveau (8,50 Euro/Std.) entlohnt würde und eine 38,5-Stunden-Woche hätte, erreicht kaum die Rente oberhalb der Grundsicherung von 788 Euro. Erst bei ca. 11,68 Euro Stundenlohn werde das Niveau erreicht. Das geht aus einer Anfrage der Linken an die Bundesregierung hervor. So decke der Mindestlohn vielleicht die Kosten während der Berufstätigkeit, aber im Alter reiche die eingezahlte Rente kaum aus.

 

Protest der Gewerkschaften löste eine Äußerung des Präsidenten des Ifo Institut für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, aus. Dieser habe sich gegen eine Erhöhung des Mindestlohns ausgesprochen. Gewerkschaftsnahe Forscher plädierten ihrerseits für eine Anhebung auf neun Euro. Die Begründung: Man orientiere sich damit an den Vorgaben der Tariflohnentwicklung.

 

Privat vorsorgen als Heilsbringer?

Wird es die gesetzliche Rente auch noch in 40 Jahren geben? Auf diese Frage findet sich nur schwerlich eine endgültige Antwort. Daher ist es ratsam, auch privat für die Zeit nach der Pensionierung vorzusorgen. Ob mit Riester-Rente oder betrieblicher Altersvorsorge (bAV), das hängt von der individuellen Lebenslage ab: Für den einen lohnt sich die Riester eher als die bAV und umgekehrt.

 

Riester-Rente:

Bei der Riester-Rente zwackt man einen monatlichen Beitrag vom Nettoeinkommen ab. Um die volle Förderung von 154 Euro zu erhalten, müssen es mindestens vier Prozent des Bruttojahreseinkommens sein. Bei 30.000 Euro jährlich sind das 1.200 Euro. Für jedes Kind, das nach 2008 geboren ist, gibt es zusätzlich noch 300 Euro und für jedes Kind, das vor 2008 auf die Welt gekommen ist, 185 Euro. Mit zwei Kindern, eines vor und eines nach 2008 geboren, zahlt man unterm Strich 561 Euro (1.200-[300+154+185]). Das aber nur, wenn man jährlich die Steuerklärung abgibt.

 

Betriebliche Altersvorsorge:
Wer sich für eine bAV entscheidet, zahlt einen Teil seines Bruttolohns – maximal 248 Euro im Monat – in die private Vorsorge. Der Vorteil: In der Ansparphase wird der Arbeitnehmer steuerlich etwas entlastet. Das hat aber auch einen Nachteil. Tritt man in den Ruhestand, ist die ausgezahlte Privatrente steuerpflichtig und wird mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Dieser ist aber meist geringer als zur Zeit der Berufstätigkeit. Versicherte in der gesetzlichen Krankenkasse zahlen zudem die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.

 

Was können Rentner jetzt tun?

Wer von der Besteuerung betroffen ist, sollte unter Umständen eine freiwillige Steuererklärung in Betracht ziehen. Was kann steuerlich geltend gemacht werden?

– Krankheitskosten (außergewöhnliche Belastungen): u.a. Brille, Zahnersatz, Behandlungskosten, Medikamentenzuzahlungen

– Haushaltsnahe Dienstleistungen: Haushaltshilfen, Pflegeleistungen, Handwerksarbeiten (keine Materialkosten) in Wohnung, Haus und Garten

– Kosten für Beerdigungen, Renovierung, Scheidung u.a.

 

Hinweis: Wie viel Steuern der Staat erstattet, kann nicht pauschal gesagt werden, da das von vielen Faktoren abhängt. Hilfe für die Steuerklärung gibt es u.a bei Lohnsteuerhilfevereinen ­– die Kosten für deren Leistung können ebenfalls von der Steuer abgesetzt werden.

 

 

 

Mit Material von dpa

Bild © Kay Boysen – Fotolia.com

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