Sonderkündigungsrecht bei der Krankenkasse

Ihr Sonderkündigungsrecht bei der Krankenkasse

Aufgrund der Beitragserhöhung der gesetzlichen Kassen hat man ein Sonderkündigungsrecht bei der Krankenkasse.

Ab Anfang Januar steigen bei vielen gesetzlichen Kassen die Zusatzbeiträge unterschiedlich stark. Für einige Verbraucher ist das ein Grund zum Wechseln. Hier sollte jedoch das Sonderkündigungsrecht bei der Krankenkasse beachtet werden: Mitglieder müssen spätestens bis zum Ablauf des Monats kündigen, an dem die Zusatzbeiträge entweder erhoben oder erhöht wurden. Projektleiterin Sabine Baierl-Johna von der Stiftung Warentest betont dahingehend, dass bei Nichteinhaltung dieser Frist das Recht auf eine außerordentliche Kündigung verfällt.

 

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Jeder darf wechseln

Grundsätzlich gilt jedoch, dass jeder Versicherte seinen Vertrag jederzeit kündigen kann – auch ohne Sonderrechte. Allerdings muss man dafür mindestens 18 Monate lang Mitglied sein. In der Regel dauert es zwei Monate, bis man die Krankenkasse gewechselt hat – auch bei einer außerordentlichen Kündigung. Wer zum Beispiel im Januar die Mitgliedschaft kündigt, tritt in eine Übergangfrist und ist dann erst am 1. April offiziell Mitglied bei der neuen Kasse. In dieser Zeit hat der Versicherungsnehmer aber die höheren Beiträge der alten Kasse zu tragen.

 

Gibt es Unterschiede in der Leistung?

Wie die Stiftung Warentest ermittelt hat, sind 95 Prozent aller Leistungen der Krankenkassen identisch. Das resultiert aus einer gesetzlichen Regelung, die allen Kassen gewisse Verpflichtungen vorschreibt. Anders bei den freiwilligen Leistungen: Ein Teil der Anbieter gewährt bei bestimmten Behandlungen Zuschüsse, bietet kostenlos zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen an oder stellt für Mitglieder eine gebührenfreie Hotline zu Gesundheitsfragen bereit.

 

Baierl-Johna rät daher, die Krankenversicherungen nach den persönlichen Bedürfnissen auszuwählen. Sonst zahlt man am Ende zwar einen geringeren Beitrag, muss aber für die Extrakosten der Behandlungen aufkommen, wodurch unterm Strich vielleicht sogar Mehrkosten entstehen können. 2016 wird die Differenz der Beiträge stärker sein als 2015. Daher könnten gerade Besserverdiener mehrere hundert Euro bei einem Wechsel der Krankenkasse sparen, so Baierl-Johna weiter.

 

Gründe für die Erhöhung der Beiträge

Als Ursache für die Steigerung der Beiträge geben die Kassen ein stärkeres Wachstum der Ausgaben gegenüber den Einnahmen an. Die Kosten für Ärzte sind um 4 Prozent, für Arzneimittel um 4,4, für Klinikbehandlungen um 3,1 und für das Krankengeld um 5 Prozent gestiegen. Dadurch haben die Krankenkassen in den ersten drei Quartalen ein Defizit von gut 395 Millionen Euro eingefahren. Christoph Straub, Vorstandschef der Barmer GEK, sagt, es habe einige Gesetzänderungen gegeben, die mehr Kosten verursacht haben. Dazu zählen u.a. Reformen, die eine bessere Pflege in den Kliniken gewährleisten sollen.

 

Kritik seitens der Wirtschaft und Gewerkschaft

Ein Großteil der deutschen Wirtschaft kritisiert die steigenden Krankenkassenbeiträge und will sich nicht an den Mehrkosten beteiligen. Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), betont, dass immer noch der Arbeitgeber in den ersten sechs Wochen des Krankheitsfall für die Lohnfortzahlung aufkommt. Hierbei gehe es immerhin um eine Summe von 51 Milliarden Euro im Jahr. Schweitzer meint weiter, eine paritätische Finanzierung der Beiträge komme nur infrage, wenn dies auch für die Lohnfortzahlung eingeführt werde.

 

Die Dienstleitungsgewerkschaft Verdi spricht sich hingegen für eine gleichmäßige Finanzierung der Beiträge durch Arbeitgeber und -nehmer aus. Verdi-Chef Frank Bsirke betrachte es als Fehler, den Arbeitergeberbeitrag einzufrieren, weil sich dadurch die Schere zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil vergrößere.

 

Mit Material von dpa

Bild © Setareh – Fotolia.com

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