Sonntagsfrage: Gilt mein Handyvertrag auch im Ausland?

Handyvertrag im Ausland: Info

Gilt mein Handyvertrag auch im Ausland? Einige Anbieter sind kulant, was die außerplanmäßige Kündigung betrifft, andere ermöglichen eine Stilllegung des Vertrags.

Mittlerweile bieten viele Mobilfunkunternehmen Handyverträge an, die monatlich gekündigt werden können. Doch günstiger sind oftmals die Verträge, bei denen sich Kunden über zwei Jahre an den Anbieter binden. Daher entscheiden sich viele Nutzer für diese längerfristigen Handyverträge, die in der Regel über eine Kündigungsfrist von drei Monaten verfügen. Für den günstigeren Tarif müssen Nutzer einen Nachteil in Kauf nehmen: weniger Flexibilität. So fragen sich viele Mobilfunkkunden vor einem längeren Aufenthalt fernab der Heimat oder einem Umzug in einen anderen Staat: Gilt mein Handyvertrag auch im Ausland? Kann man den Vertrag auf Eis legen oder sogar außerplanmäßig kündigen? Die Verbraucherzentrale Hamburg klärt auf.

 

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Hohe Roaming-Gebühren bei Weiternutzung des Vertrags

Handynutzer, die aus beruflichen oder auch privaten Gründen ins Ausland ziehen, können ihren Mobilfunkvertrag zwar weiter nutzen, sollten dies jedoch aus Kostengründen vermeiden: Zu den normalen Ausgaben für den Handyvertrag addieren sich hohe Kosten für Telefonate, SMS und Internetnutzung in dem ausländischen Handynetz, die sogenannten Roaming-Gebühren. Mobilfunkkunden haben also mitunter mit hohen Kosten zu kämpfen, weshalb es nicht empfohlen wird, seinen Handyvertrag im Ausland zu nutzen. Kann man also den Vertrag vorzeitig kündigen?

 

Festnetzverträge können vorzeitig gekündigt werden

Für Festnetzverträge gilt laut § 46 VIII des Telekommunikationsgesetzes (TKG) Folgendes: „Verbraucher sind zur Kündigung des Vertrages unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende des Kalendermonats berechtigt, wenn die Leistung am neuen Wohnsitz nicht angeboten wird.“ Das bedeutet, dass ein Festnetzvertrag außerplanmäßig – unter Einhaltung der Frist – gekündigt werden kann, wenn der Kunde ins Ausland geht, denn dann kann der Anbieter die Leistung nicht mehr erbringen. Doch findet diese Regelung auch bei Mobilfunkverträgen Anwendung?

 

Anbieter verweigern häufig die vorzeitige Kündigung

Viele Mobilfunkunternehmen sagen: nein. Die Begründung: Im Gegensatz zu einem Festnetzanschluss sei es dem Kunden möglich, den Mobilfunkvertrag im Ausland zu nutzen, auch wenn dies teurer wäre als im Inland. Eine vorzeitige Auflösung des Vertrags ist demnach nicht möglich, sodass der Kunde bis zum Ende der Laufzeit zahlen muss. Diese Regelung stößt auf massive Kritik der Verbraucherzentrale.

 

Verbraucherschützer: Eine vorzeitige Kündigung sollte rechtlich möglich sein

Laut Verbraucherzentrale Hamburg haben Mobilfunkanbieter folgende Pflicht: Sie müssen ihren Kunden bei einem Wohnortwechsel die im Vertrag vereinbarte Leistung „ohne Änderung der Laufzeit oder anderer Vertragsinhalte“ erbringen. Dazu gehört auch der Preis. Zieht der Kunde allerdings ins Ausland, kann er die Leistung nicht mehr zum vereinbarten Preis in Anspruch nehmen. Aufgrund dieser Änderung der Preiskonditionen sei der Kunde berechtigt, seinen Vertrag vorzeitig zu kündigen, so die Verbraucherzentrale. Dennoch müssen Kunden in der Praxis noch meist auf die Kulanz der Mobilfunkanbieter hoffen. Diese fordern Verbraucherschützer von den Unternehmen vor allem dann, wenn der Umzug ins Ausland zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nicht vorhersehbar war, weil er etwa in einer plötzlichen beruflichen Verpflichtung begründet liegt.

 

Stilllegung des Handyvertrags während des Auslandsaufenthalts

Ein Handyvertrag lässt sich bei einigen Anbietern stilllegen. Dazu sollten Mobilfunkkunden sich vorher gründlich die Vertragskonditionen durchlesen. Für die Stilllegung des Handyvertrags muss der Kunde in der Regel einen schriftlichen Nachweis über seinen geplanten Auslandsaufenthalt vorlegen. Bei den meisten Anbietern muss dies bis spätestens zwei Wochen vor Antritt der Ausreise geschehen. Ein Pausieren des Vertrags ist meist für einen Zeitraum von zwei Monaten bis zu einem Jahr möglich. Alternativ kann ein Handyvertrag auch auf eine andere Person umgeschrieben werden.

 

So kündigen Handynutzer ihren Mobilfunkvertrag

Mobilfunkkunden, die ins Ausland ziehen und ihren Handyvertrag kündigen möchten, können dies per E-Mail, per Fax oder am Telefon tun. Bei einigen Anbietern muss über den Postweg gekündigt werden – in jedem Fall lohnt sich ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Falls der Anbieter der außerordentlichen Kündigung widerspricht, helfen die Experten der Verbraucherzentrale weiter. Im Internet gibt es Muster-Kündigungsschreiben, in denen alle notwendigen Angaben bereits vorgegeben sind. Wird per Post gekündigt, ist es ratsam, dies per Einschreiben mit Rückschein zu tun. Damit kann der Kunde im Zweifelsfall hinterher beweisen, dass er die Kündigung eingereicht hat und diese auch vom Adressaten angenommen worden ist. Der Postweg ist also immer die sicherste Variante. Kunden sollten auf die Fristen achten: Hier zählt nicht das Datum des Absendens der Kündigung, sondern der Tag des Eintreffens beim Handyanbieter.

 

Welche Möglichkeiten zur Handynutzung gibt es im Ausland?

Wer ins Ausland geht, kann zunächst die Konditionen seines deutschen Vertrags prüfen: Nicht selten enthalten diese spezielle Tarifoptionen für das Ausland, sodass der Vertrag beibehalten werden kann. Ist dies nicht der Fall, können Reisende einen neuen Handyvertrag im Ausland abschließen oder – die praktischere Variante für kürzere Aufenthalte – sich eine Prepaid-Karte kaufen. Ein Vertrag ist günstiger als eine Prepaid-Karte, bedeutet jedoch wieder eine Bindung für einen gewissen Zeitraum. Am besten ist es, in einen Telefonladen zu gehen und sich vor Ort beraten zu lassen. Praktischer und flexibler ist es, eine Prepaid-Karte zu kaufen. Mit einer solchen Karte zahlt der Nutzer im Voraus, es droht keine Kostenfalle. Prepaid-Karten gibt es in europäischen Ländern mit verschiedenen Surf-Optionen oder Spezialtarifen nach Deutschland.

 

Mit Material von vzhh.de

Bild © takasu – Fotolia.com

 

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