Sonntagsfrage: PKV 2016 – was ändert sich?

PKV 2016: Info

PKV 2016 – Was ändert sich zum neuen Jahr bei den Beiträgen?

Bei den privaten Krankenversicherungen (PKV) heißt es für Kunden zum Jahreswechsel erneut: Eine Beitragserhöhung ist vermutlich unvermeidbar. Dies berichtet das Magazin „Die Welt“. Grund dafür ist eine Kombination von negativen Faktoren. Die meisten PKV konnten kaum neue Kunden hinzugewinnen oder erlebten sogar Einbußen beim Kundenstamm. Vor allem aber sinken die Kapitalerträge der PKV aufgrund der historisch niedrigen Zinsen. Hinzu kommt die Unsicherheit, welche Veränderungen die privaten Krankenversicherungen nach der kommenden Bundestagswahl im Jahr 2017 erwarten. Es passiert also viel in der PKV 2016 – was ändert sich für die Kunden?

 

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Privater Versicherungsmarkt schwächelt in Deutschland

Seit einigen Jahren hat sich die Zahl der Vollversicherten in der PKV negativ entwickelt. Insgesamt mussten die PKV nach Angaben des Verbandes einen Rückgang von rund 0,6 Prozent bei den Bestandskunden hinnehmen. Das setzt einen Trend fort, der seit dem Jahr 2009 zu verzeichnen ist. Im diesen Zeitraum kam es teilweise zu deutlichen Einbußen: Zwar konnten einige Privatversicherungen auch deutliche Zuwächse bei der Kundenzahl verzeichnen – Spitzenreiter ist die PKV HanseMerkur, die die Zahl an Vollversicherten um fast 65 Prozent erhöhen konnte –, insgesamt aber überwiegen die Verluste. Besonders hart traf es Central und die Bayerische Beamtenversicherung, die jeweils Rückgänge der Versichertenzahl im zweistelligen Bereich zu verzeichnen hatten. Zusätzlich schadeten den PKV auch die demografische Entwicklung und die sinkende Zahl an Selbstständigen.

 

Lockangebote und Niedrigzinsen lassen Erträge sinken

Für die von Experten vermuteten und von manchen PKV bereits bestätigten Beitragserhöhungen zum Jahr 2016 sind aber nicht nur diese Faktoren verantwortlich. Ein Teil der Probleme ist hausgemacht. So haben viele Krankenversicherungen in den vergangenen Jahren Neukunden mit Lockangeboten geworben. Die Hoffnung war, dass die Kunden nach einigen Jahren in Tarife mit stärkerer Leistung wechseln würden. Stattdessen kam es zu einem Unterbietungswettbewerb, in dem Versicherte vermehrt in noch günstigere Tarife wechselten. Die Folge: In den letzten Jahren entwickelten sich die Beiträge bei über der Hälfte der zehn größten PKV rückläufig. Die niedrigen Zinsen auf den Kapitalmärkten sind laut Branchenexperten sogar eine Bedrohung für das Geschäftsmodell der PKV. Die von ihnen angelegten und verwalteten Altersrückstellungen der Kunden bringen immer niedrigere Erträge. So ging im Vergleich zum Jahr 2013 die Nettorendite etwa bei der DEVK um neun Prozent zurück, die Debeka musste Einbußen von rund fünf Prozent hinnehmen. Somit sind Anpassungen nach Expertenmeinung unvermeidbar bei den PKV 2016. Was ändert sich konkret für die Kunden?

 

PKV 2016: Was ändert sich für Neukunden?

Die Beiträge bei den PKV ändern sich 2016 in der Mehrheit der Fälle für Neukunden. So haben unter anderem bereits Signal, uniVersa, Barmenia, HanseMerkur, AXA, Allianz, Gothaer, Debeka und der Münchener Verein Beitragserhöhungen bei den Tarifen für Neukunden bekanntgegeben. Da die Tarifvielfalt bei den PKV sehr groß ist und zahlreiche individuelle Faktoren bei der Beitragsberechnung berücksichtigt werden, ist keine allgemeingültige Aussage über die Beitragserhöhung in absoluten Zahlen möglich. Jedoch sind die Tendenzen benennbar. So werden die Beiträge bei der AXA im Durchschnitt um rund fünf Prozent steigen. Bei der Allianz wird es nach eigenen Angaben zu einer Erhöhung von durchschnittlich unter 1,5 Prozent kommen. Im individuellen Einzelfall können die Tarife aber um zehn Prozent und mehr verteuert werden. Andere Neukunden dagegen dürfen voraussichtlich mit niedrigeren Beiträgen rechnen.

 

Beitragsanpassung auch bei Bestandskunden

Ähnlich sieht auch die Beitragsentwicklung bei den Bestandskunden aus: Angaben in absoluten Zahlen sind nicht möglich, teilweise kann es zu günstigeren Beiträgen kommen, die Tendenz ist aber eindeutig – die Versicherungsbeiträge werden im Schnitt steigen. Der Münchener Verein beispielsweise rechnet damit, dass die durchschnittliche Erhöhung der Beiträge vier Prozent betragen wird. Auch wenn die Beiträge bei vielen Versicherungen nur moderat steigen, können im Einzelfall finanziell herausfordernde Erhöhungen auf die Kunden zukommen. Rechenbeispiele beziffern etwa die Kostenerhöhung für einen älteren Kunden in bestimmten Tarifen mit über 200 Euro monatlich. Betrachtet man die Beitragsentwicklung in den letzten 14 Jahren, so haben sich die Beiträge im Branchendurchschnitt nahezu verdoppelt.

 

Neue Richtlinien für PKV ab 2016: Was ändert sich beim Tarifwechsel?

Kunden, die sich die PKV nach der Beitragserhöhungen nicht oder kaum leisten können, sollten in einen günstigeren Tarif wechseln. Einfacher wird dieser Wechsel dank neuer Richtlinien der PKV ab 2016. Was ändert sich im Idealfall? Die PKV haben sich verpflichtet, Tarifwechsel schneller umzusetzen. Innerhalb eines Monats sollen diese nun möglich sein. Darüber hinaus bekommen Versicherte bei Anfragen geeignete und günstigere Tarife von den PKV selbst aufgezeigt. Da die Angebotsbreite bei vielen PKV sehr groß ist, stellt dies laut Expertenmeinung eine deutliche Hilfestellung nicht nur für ältere Kunden dar. Ob die Richtlinien aber auch von allen PKV umgesetzt werden, ist noch nicht abschließend geklärt.

 

Wie sollen Kunden auf die Beitragserhöhungen reagieren?

Vor dem Jahr 2016 und der konkreten Bekanntgabe der Anpassungen sollten Kunden nach Expertenmeinung weder Tarif noch PKV wechseln. Der Grund dafür: Viele PKV geben Beitragserhöhungen an Bestandskunden nicht oder reduziert weiter. Bei einer Beitragserhöhung können Bestandskunden zum Teil auch mit dauerhaften Zuschüssen zu ihren Altersrückstellungen rechnen. Wer als Kunde erst einmal abwartet, wie sich seine Beiträge Anfang 2016 entwickeln, trifft somit unter Umständen die bessere Wahl. Bei einem sofortigen Wechsel der PKV hingegen muss der Kunde mit dem nach aktuellen Schätzungen höchstwahrscheinlich teureren Neukundentarif einsteigen.

 

Mit Material von welt.de

Bild © ferkelraggae – Fotolia.com

 

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