Sonntagsfrage: Was ist DSL-Vectoring?

Vectoring: Info

Was ist DSL-Vectoring und was bringt es dem Verbraucher?

In der letzten Zeit machte das sogenannte Vectoring immer wieder von sich reden. Doch was ist DSL-Vectoring? Die neue Technik reduziert Störungen bei der Datenübertragung per Kupferkabel. Dadurch sollen sich die Bandbreiten bei der Internetnutzung merklich erhöhen.

 

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Kupferkabel sind störungsanfällig

Werden für die Internetübertragung Kupferkabel statt Glasfaserkabel genutzt, kommt es zu einer erhöhten Störanfälligkeit. Der Ausbau des Glasfasernetzes geht jedoch nur langsam voran, sodass viele Kunden von schwachen Internetverbindungen betroffen sind. Vor allem auf dem letzten Teilstück der Kabelverbindung kommt es zu Störfrequenzen. Während bundesweit auf weiten Strecken bereits das Glasfasernetz genutzt wird, sind die letzten Stationen vom Verteiler bis zum Verbraucher oft noch Kupferleitungen. Mit Vectoring können die herkömmlichen Telefonleitungen als zuverlässige Breitbandkabel genutzt werden und bilden so einen attraktiven Kompromiss für Internetprovider und ihre Kunden.

 

Was ist DSL-Vectoring und wie funktioniert es?

Ihre Störanfälligkeit ist das größte Problem von Kupferleitungen. In Glasfasernetzen nimmt die Signalstärke auch auf langen Distanzen nicht ab. Bei Kupferkabeln kommt es jedoch zu Signalverlusten, je weiter Sender und Empfänger voneinander entfernt sind. Mehr als 50 Mbit/s kann ein Internetanschluss per Kupferkabel selten realisieren. Bei langen Distanzen sind es oft sogar nur 20 Mbit/s. Abhilfe kann hier das Vectoring schaffen.

 

Störsignale lassen sich mit Vectoring gezielt unterdrücken

Die Störungen in Kupferkabeln entstehen durch Konflikte der Datenleitungen untereinander und durch äußere Einflüsse. Die Kupferkabel sind auf den Zuleitungen immer in Bündeln zusammengefasst. Durch diese räumliche Nähe entstehen Störsignale, die als Übersprechen oder Crosstalk bezeichnet werden. Ursprung dieser Bezeichnung sind akustische Störungen, die man von veralteten Telefonleitungen kennt. Bei einigen Telefonaten hörte man im Hintergrund leise die Stimmen anderer Sprecher. Zwar ist das heutige Übersprechen akustisch nicht mehr auszumachen, rein technisch ist die Überlagerung von Frequenzen aber noch identisch. Auch elektromagnetische Schwingungen im Erdboden führen zu einer Verringerung der Übertragungsgeschwindigkeit.

 

Internetnutzer benötigen Vectoring-tauglichen Router

Vectoring ist eine Methode, um Störungen in den Kupferleitungen zu reduzieren. Dabei sollen Störsignale unterdrückt werden, bevor sie sich negativ auf die Internetgeschwindigkeit auswirken können. Vergleichen kann man dies mit Kopfhörern, die Außengeräusche unterdrücken. Voraussetzung für das Vectoring ist das Vorhandensein von VDSL-Leitungen. Zumindest bis zum Kabelverzweiger muss ein Glasfaserkabel anliegen, da die Technik sonst nicht angewendet werden kann. Die Kabelverzweiger befinden sich in den grauen Kästen, die am Straßenrand zu finden sind. Mit einem Vectoring-Gerät in diesem Kasten werden die Störsignale bis zum Endverbraucher weitgehend unterdrückt. Der Endverbraucher benötigt ein neues Modem, das das Vectoring unterstützt. Neuere Router sind bereits auf das Vectoring eingestellt. Die Störsignale auf der Leitung werden von beiden Enden aus gemessen und gezielt gelöscht.

 

Verbesserte Übertragungsraten durch DSL-Vectoring

Die Vorteile des Vectorings liegen auf der Hand. Mit geringem Aufwand lässt sich die Signalstärke deutlich verbessern, wodurch sich die Übertragungsgeschwindigkeit merklich erhöht. Technisch basiert das Vectoring auf VDSL2, das Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s verspricht. Die 20 bis 50 Mbit/s, die bei der Nutzung von Kupferkabeln ohne Vectoring beim Kunden landen, lassen sich auf bis zu 100 Mbit/s beim Download erhöhen. Auch im Upload ist eine deutliche Verbesserung ersichtlich. Bis zu 40 Mbit/s können mit Vectoring erreicht werden.

 

Vectoring reduziert die Kosten für den Ausbau des Glasfasernetzes

Dass der Ausbau des Glasfasernetzes nur langsam vorangeht, liegt vor allem an den damit verbundenen Kosten. Um ein Glasfaserkabel verlegen zu können, müssen Tiefbauarbeiten durchgeführt werden. Diese sind nicht nur teuer, sondern auch aufwendig. Das Verlegen der Kabel bis zum Endkunden ist ein zusätzlicher Kostenfaktor. Das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste geht davon aus, dass die zusätzlichen Anschlusskosten für jeden einzelnen Haushalt bei etwa 1.000 Euro in urbanen Gebieten und 4.000 Euro im ländlichen Raum liegen. Diese Kosten lassen sich reduzieren, wenn die Glasfasernetze nur bis zum Verteiler verlegt werden und das letzte Stück bis in die Haushalte störungsfrei mit Vectoring überbrückt wird.

 

Nur ein Provider kann am Kabelverzweiger Vectoring einsetzen

Ein Nachteil der Technologie ist, dass sämtliche Leitungen am Kabelverzweiger von einem Provider überwacht werden müssen. Ein zweiter Provider kann am gleichen Standort keine eigene Technologie installieren. Hier ist die Telekom im Vorteil. Die meisten Kabelverzweiger befinden sich in ihrem Besitz, insgesamt etwa 330.000 Stück. Nur in etwa 8.200 davon befinden sich eigene Leitungen von anderen Anbietern.

 

Die Telekom setzt in den nächsten Jahren vermehrt auf Vectoring

Mit Vectoring lässt sich relativ kurzfristig die Nachfrage nach schnellem Internet flächendeckend befriedigen. Denn der Ausbau des Glasfasernetzes wird bundesweit noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Allein die Telekom will rund sechs Milliarden Euro innerhalb der nächsten vier Jahre investieren, um den Ausbau des Festnetzes mit Vectoring voranzutreiben. Dadurch bekommen noch mehr Kunden Zugang zu einem zuverlässigen Breitbandanschluss.

 

Mit Material von golem.de, telekom.com

Bild © embeki / Fotolia.com

 

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