Sonntagsfrage: Was müssen Autofahrer bei Sturm beachten?

Autofahren bei Sturm: Info

Was müssen Autofahrer bei Sturm beachten? Oberstes Gebot: Nicht zu schnell fahren!

Im Herbst und Winter halten hierzulande Stürme, Starkregen, Schnee- und Graupelschauer Einzug. Besonders starke Windböen können Autofahrern sehr zu schaffen machen und zu äußerst brenzligen Situationen führen. Vor allem in bergigen Regionen und Talsenken kommt es nicht selten zu plötzlichen Wetterumschwüngen, die Autofahrer am Steuer überraschen. Bei starken Winden in der Stadt können auch parkende Fahrzeuge schwere Schäden davontragen. Was müssen Autofahrer bei Sturm beachten? Der ADAC erklärt, wie Kfz-Halter Unfälle verhindern und mit Schäden am Fahrzeug umgehen.

 

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Tempo drosseln und richtig gegenlenken

Je nach Angriffsfläche kann eine starke Sturmböe das Auto schnell aus der Spur werfen. Viele denken fälschlicherweise, mit erhöhter Geschwindigkeit sei dieses Risiko geringer. Doch im Gegenteil: Autofahrer sollten langsamer fahren, wenn sie merken, dass es stürmisch wird. Läuft das Auto tatsächlich Gefahr, aus der Bahn gebracht zu werden, kann der Fahrer bei geringerem Tempo besser gegensteuern. Wer aber in Panik gerät und ruckartig das Steuer bewegt, bewirkt das plötzliche Abreißen des Windstroms. Dann kann das Auto stark einlenken und aus der Bahn geschleudert werden. Vorsichtige und kontrollierte Lenkbewegungen sind die sicherste Maßnahme.

 

Baumreiche Strecken vermeiden

Eine große Gefahr bei Sturm bergen Bäume: Nicht selten passiert es, dass ein Baum auf das Fahrzeug fällt, daher sollten Kfz-Halter von Bäumen gesäumte Landstraßen und vor allem Strecken durch den Wald meiden, soweit dies möglich ist. In Waldschneisen ist auf Hinweisschilder zu achten. Auch auf Brücken ist die Gefahr, von einer starken Böe erfasst zu werden, überdurchschnittlich hoch. Daher wird empfohlen, auch dort mit nicht zu hohem Tempo zu fahren.

 

Überholen bei starkem Wind besonders riskant

Eine besonders gefährliche Aktion bei Sturm ist das Überholen von größeren Gefährten wie Bussen oder Lkws. Tritt der Pkw-Fahrer nach erfolgtem Überholmanöver aus dem Windschatten des überholten Fahrzeugs, muss er sich darauf einstellen, vom Seitenwind heftig erfasst zu werden und rechtzeitig gegenlenken. Solche Überholvorgänge sind bei starkem Wind oder Sturm nach Möglichkeit zu vermeiden. Besonders vorsichtig sollten zudem alle Pkw fahren, die eine Dachlast mit sich führen, also Skiboxen oder Dachgepäckträger. Die Aufprallfläche des Windes ist dann besonders hoch – dies gilt ebenfalls für höhere Fahrzeuge wie Busse, Lkw, Wohnmobile oder auch angehängte Wohnwagen. Diese können umkippen, sobald sie von einer Windböe erfasst werden, da sie nur zwei Räder haben. Nach Möglichkeit sollte mit angehängtem Wohnwagen bei Sturm nicht gefahren werden.

 

Gefahren bei Sturm für parkende Autos: Wer zahlt?

Doch nicht nur beim Fahren gibt es einiges zu beachten, auch parkende Autos können schwere Sturmschäden davontragen, beispielsweise durch abgebrochene Äste, umstürzende Baugerüste oder Dachziegel. Um dies zu verhindern, ist bei der Parkplatzsuche Vorsicht geboten: Das Fahrzeug sollte nicht unter Bäumen oder vor älteren Gebäuden abgestellt werden, von denen Äste bzw. Dachziegel auf das Auto fallen könnten. Auch ein Parkplatz in der Nähe eines Gewässers ist wegen der Überflutungsgefahr möglichst zu vermeiden. Am sichersten ist es, das Auto in einer Garage unterzubringen. Ist es doch zu einem Schaden durch Sturm gekommen, muss umgehend die Kfz-Teilkaskoversicherung benachrichtigt werden. Dafür müssen Beweisfotos geschossen und die Schäden genau dokumentiert werden. Eine Besonderheit bei Schäden durch Sturm: Die Meldung für die Versicherung muss Angaben des Wetteramts enthalten. Der Grund: Es muss mindestens ein Sturm der Stärke 8 gewesen sein, der das Auto beschädigt hat. Anders verhält es sich mit der Teilkaskopolice, wenn das Fahrzeug gegen einen Baum prallt, der aufgrund eines Sturms auf die Straße gefallen ist und bereits länger dort liegt. Hier können Kfz-Halter für eine Haftung des Schadens lediglich auf die Vollkaskopolice zählen. Wichtig bei solchen Schäden ist es, als Erstes den Versicherer zu informieren, rät der ADAC. Erst nach Absprache mit dem Versicherungsberater sollte ein Gutachter beauftragt oder ein Schaden repariert werden.

 

Welche Ansprüche gegen Dritte können geltend gemacht werden?

Ein Hausbesitzer kann für einen Schaden durch herabfallende Dachziegel haftbar gemacht werden. Er muss dann beweisen, dass die Ziegel zum Zeitpunkt des Vorfalls fest saßen. Stürzt ein Baum um, trägt ebenfalls der Eigentümer des Baumes die Beweislast, dass er seiner Pflicht nachgekommen ist: Er muss regelmäßig den Zustand des Baumes kontrollieren und ihn von morschen Ästen befreien. Auch wenn umstürzende Bauzäune oder Schilder ein Auto beschädigen, muss der Aufsteller haften, wenn er nicht für ordnungsgemäße Sicherheit gesorgt hat.

 

Starkregen, Hagel und Überschwemmung beim Autofahren

Ist es nicht nur windig, sondern entwickelt sich aus dem Sturm ein regelrechtes Unwetter mit Starkregen, sind häufig Überschwemmungen die Folge. Die Teilkasko haftet, wenn das Fahrzeug in einer überschwemmten Tiefgarage einen Wasserschaden davonträgt. Doch bei Sturm und starkem Regen sollten Autofahrer auf der Straße aufpassen: Wer in eine vollgelaufene Senke fährt, kann nicht auf eine Haftung der Kaskoversicherung hoffen. Grundsätzlich können sich Kfz-Halter als Regel merken: Kommt das Wasser zum Auto, greift die Kaskoversicherung, kommt das Auto zum Wasser, bleibt der Halter in aller Regel selbst auf den Kosten für die Reparatur sitzen. Beim Fahren sind Hagel und Regen besonders gefährlich: Sind die Schauer so dicht, dass der Autofahrer kaum noch etwas sehen kann, sollte er an den Rand fahren und an einem sicheren Platz auf dem Standstreifen warten, bis die Sicht wieder ausreichend weit ist. Droht die Gefahr von Aquaplaning, sollten Autofahrer auskuppeln und das Lenkrad gerade halten, um das Fahrzeug so gut wie möglich zu kontrollieren.

 

Mit Material von ADAC, welt.de

Bild © Roland Schnell – Fotolia.com

 

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