Sonntagsfrage: Welche staatlichen Zuschüsse gibt es für Elektroautos?

Zuschüsse für Elektroautos: Info

Welche staatlichen Zuschüsse gibt es für Elektroautos und welche Vorteile sind in Zukunft geplant?

Elektromobilität soll die Fortbewegungsmethode der Zukunft sein. Mit Strom betriebene Autos sollen die Menschen dann ohne Benzin von einem Ort zum anderen bringen. Vor allem die Umwelt würde es uns danken, denn die CO2-Emissionen durch Autos liegen bei rund 100 Tonnen CO2 pro Jahr. Als Ziel plant die Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen. Doch bisher sprechen die Zahlen nicht dafür, dass dieses Ziel erreicht werden kann. Im Jahr 2015 wurden nur etwa 12.000 reine Elektrofahrzeuge zugelassen, hinzu kamen 33.600 Hybride. Insgesamt waren zum Jahresende nicht einmal 20.000 Elektroautos zugelassen. Es gilt also, mehr Anreize zu schaffen. Die wichtigste Frage, um mehr Autofahrer für Elektroautos zu begeistern, lautet daher: Welche staatlichen Zuschüsse gibt es für Elektroautos?

 

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Kaufprämie für Elektroautos soll die Elektromobilität fördern

Seit längerem kursieren Gerüchte über eine Kaufprämie für Elektroautos. Ähnlich der Abwrackprämie soll eine Kaufprämie von bis zu 5.000 Euro für Privatleute den Absatz von E-Autos ankurbeln. Bezuschusst werden sollen entweder reine Elektrofahrzeuge, die eine elektrische Reichweite von mindestens 40 Kilometern haben oder deren CO2-Ausstoß bei unter 50 Gramm pro Kilometer liegt. Auch Gewerbetreibende sollen finanzielle Anreize bekommen. Auch ihnen winkt nach Plänen von Sigmar Gabriel eine Prämie, die jedoch niedriger ausfallen soll als die für Privatkunden. Hinzu kommen Sonderabschreibungen auf den Kaufpreis. Gabriels Förderpaket sieht zudem den schnellen Ausbau von Ladesäulen vor, ebenso wie die Förderung von Elektromobilität in öffentlichen Verwaltungen. Vor allem die Verbreitung von Ladesäulen könnte die Kaufanreize erhöhen. Denn bei einer ungefähren Reichweite von 120 bis 150 Kilometer pro Akkuladung kommt man zwar in Ballungsgebieten bequem von A nach B und wieder zurück, wer aber auch mal weiter fahren möchte, steht schnell mit leerem Akku im ladetechnischen Niemandsland. Finanzminister Wolfgang Schäuble sieht Gabriels Entwurf kritisch. Die Kosten für die Umsetzung des Förderpakets liegen bei etwa zwei Milliarden Euro. Wenn die Pläne den Bundestag passieren, könnten sie ab 2017 umgesetzt werden.

 

Privilegien für E-Mobil-Fahrer seit September 2015 möglich

Bereits im Frühjahr 2015 wurde das Elektromobilitätsgesetz verabschiedet, welches seit September 2015 in Kraft ist. Dieses erlaubt Kommunen, eigenständig Privilegien für Elektroautos festzulegen. Mögliche Vorteile für E-Mobil-Fahrer sind kostenlose Parkmöglichkeiten in der Innenstadt, reservierte Plätze an Ladesäulen oder die Nutzung von Busspuren. Vor allem die Großstädte hatten die Freigabe von Busspuren für Elektrofahrzeuge aber schon im Vorfeld abgelehnt. Der öffentliche Linienverkehr würde damit erheblich behindert, so ihre Argumentation.

 

Welche staatlichen Zuschüsse gibt es bereits jetzt für Elektroautos?

Die Anschaffung eines Elektroautos ist im Vergleich zum Kauf eines benzinbetriebenen Autos deutlich teurer. Dies liegt vor allem am teuren Akku, der im E-Auto den Antrieb bildet. Um Elektro-Autos dennoch attraktiv zu machen, gibt es steuerliche Vorteile für Besitzer von Dienstwagen. Auch wenn das Elektroauto für den Weg zur Arbeit genutzt wird, kann sich dies positiv auf die Steuerbelastung auswirken. Ausgelegt sind diese Steuervorteile für Neuanschaffungen bis zum Jahr 2023. Mit jedem Jahr sinkt der finanzielle Vorteil ein bisschen weiter.

 

Keine Kfz-Steuer für Elektroautos

Deutlich im Vorteil sind Elektroautos bei der Kfz-Steuer. Wer sein Fahrzeug vom 18. Mai 2011 bis zum 31. Dezember 2015 angemeldet hat, zahlt zehn Jahre lang keine Steuern. Für Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2016 gilt die Befreiung nur noch für fünf Jahre. Gültig ist dies für alle Elektroautos, die bis zum 31. Dezember 2020 zugelassen werden. Wichtig hierbei: Die Steuerbefreiung gilt für das Fahrzeug, nicht für den Halter. Wird ein nach dem 1. Januar 2016 zugelassenes Fahrzeug innerhalb von fünf Jahren weiterverkauft, kann der neue Besitzer auch die Steuerbefreiung übernehmen.

 

Neue Nummernschilder weisen Elektroautos aus

Obwohl die Privilegien des Elektromobilitätsgesetzes nur schleppend von Kommunen umgesetzt werden, können sich E-Auto-Fahrer schon auf die neuen Vorteile vorbereiten. Mit einem neuen Nummernschild können sich Fahrer schon von weitem als Elektroautobesitzer ausweisen. Optisch macht ein „E“ am Ende des Nummernschilds deutlich, dass hier umweltschonend mit Strom gefahren wird.

 

Welche staatlichen Zuschüsse gibt es für Elektroautos in anderen Ländern?

Während in Deutschland die Elektromobilität nur schleppend akzeptiert wird, ist sie in Norwegen bereits sehr verbreitet. Dort herrscht weltweit die höchste Dichte an Elektroautos in Relation zur Einwohnerzahl. Knapp 20 Prozent aller in Norwegen zugelassenen Autos sind inzwischen Elektroautos. Insgesamt sind es mehr als doppelt so viele wie in Deutschland, obwohl Norwegen mit fünf Millionen Menschen kaum mehr Einwohner hat als Berlin. Die Ursache hierfür liegt in den massiven staatlichen Kaufanreizen, die Norweger für Elektroautos bekommen. Die Anschaffungskosten für ein Auto sind etwa 50 bis 100 Prozent höher als hierzulande. Doch wer ein Elektroauto kauft, spart schon mal die 25 Prozent Mehrwertsteuer. Auch Importkosten und die Abgasabgabe fallen weg. Beim Kauf eines VW E-Golf können so etwa 9000 Euro eingespart werden. Doch nicht nur bei der Anschaffung werden Elektroauto-Freunde gefördert, sondern vor allem im Alltag. Sie dürfen in Norwegen Busspuren nutzen und können so Berufsverkehrstaus bequem umfahren. Kommunale Parkplätze können kostenlos genutzt werden und sogar einige Fährlinien transportieren Elektroautos kostenlos. Die Autobahngebühren fallen weg und an einigen Ladesäulen kann das Auto sogar kostenlos betankt werden. Ladesäulen stehen unter anderem an jedem Rathaus, zusätzlich an vielen Tankstellen und auch auf Firmenparkplätzen sind sie zunehmend verbreitet.

 

Mit Material von heise.de, faz.net, focus.de

Bild © Gunnar Assmy – Fotolia.com

 

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