Staatliche Förderung von Elektroautos umstritten

Staatliche Förderung von Elektroautos umstritten

Die staatliche Förderung von Elektroautos ist umstritten – stattdessen könnten die öffentlichen Busse auf einen E-Antrieb umgerüstet werden.

Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren zu lassen. Zur Erreichung dieses Ziels trifft sich Bundeskanzelerin Angela Merkel mit den Autoherstellern VW, Daimler und BMW, um mögliche staatliche Kaufzuschüsse zu diskutieren. Davon erhoffen sich die Befürworter einen Durchbruch, zumal dadurch auch langfristig Arbeitsplätze in der hiesigen Autoindustrie gesichert werden könnten. Kritiker stehen dem eher skeptisch gegenüber und meinen, dass die Gelder auf besserem Weg in den Umweltschutz investiert werden sollten.

 

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Bis 5.000 Euro staatliche Förderung

Um den Absatz von Elektroautos zu beleben, steht eine Summe in Höhe von 5.000 Euro im Raum. Dieser Betrag soll aber nicht nur allein vom Staat finanziert werden, sondern zum Teil auch von der Autoindustrie. Audi-Betriebsratschef Peter Mosch meint jedoch, dass die Hersteller nur einen kleinen Teil übernehmen sollten.

 

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter findet die Summe von 5.000 Euro ebenfalls angemessen und meint, dass „übermotorisierte Spritfresser“ zur Refinanzierung genutzt werden könnten. Dadurch würden diejenigen gefördert, die mit dem Kauf eines E-Autos einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und diejenigen gefordert, die mit dem Erwerb eines konventionellen Fahrzeugs die Luft verschmutzen, so Hofreiter weiter.

 

Batteriezellenproduktion in Deutschland?

Um zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern, steht auch eine Batteriezellenproduktion in Deutschland zur Debatte. Mosch betont zwar, dass die Kompetenz dafür aktuell in Asien liege, doch entscheidend sei es, wo sich dieses Know-How in Zukunft befinden werde. Porsche-Chef Oliver Blume sieht es ähnlich wie sein Kollege: Die Bundesregierung müsse die Autoindustrie dabei unterstützen, eine ortsansässige Batteriezellenproduktion anzusiedeln. Gleichzeitig mahnt Blume jedoch an, dass die Kaufprämien allein keine Besserungen bringen. Wichtiger seien vielmehr auch Investitionen in flächendenkende Ladenetze mit hoher Leistung.

 

Das ist bisher auch ein Problem der E-Moblität: „Tanksäulen“ für E-Autos sind weit weniger häufig anzutreffen als klassische Tankstellen. Neben dieser infrastrukturellen Schwierigkeit geht es jedoch ebenso darum, dass die Ladestationen mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Setzt man hingegen auf fossile Brennstoffe oder Atomenergie, ist es fraglich, ob das Ziel erreicht wird, eine nachhaltige E-Auto-Flotte in Deutschland aufzubauen.

 

Kritik und Alternativvorschlag von Greenpeace

Daniel Moser, Greenpeace-Verkehrsexperte, hält die staatliche Förderung von Elektroautos für „doppelt unsinnig“. Er argumentiert, dass es wenig zielführend sei, Porsche-Fahrern dadurch den Kauf ihrer Hybridlimousine zu finanzieren. Stattdessen sollte die Regierung die jährliche Dieselprämie von sieben Milliarden Euro abschaffen. Somit könnte eine nach Mosers Ansicht nachhaltigere Verkehrswende eingeleitet werden. Weiterhin schlägt Greenpeace vor, die öffentliche Busflotte auf einen elektrischen Antrieb umzurüsten, was zu einer Verbesserungen der Luftqualität führen könnte, da ca. zwei Millionen CO2 eingespart würden.

 

Regierung geht mit gutem Beispiel voran?

Ab Sommer 2017 sollen die Abgeordneten des Bundestages auch mit E-Autos durch Berlin gefahren werden. Hierbei ist der Ältestenrat einer Empfehlung der Inneren Kommission gefolgt, als neuen Vertragspartner das bundeseigene Unternehmen BwFuhrparkService GmbH gewinnen zu wollen. Der Vertrag mit dem bisherigen Anbieter, der auf ca. 100 Fahrzeuge der oberen Mittelklasse setzt, läuft noch bis zum 31. Juli 2017. Wenn diese Fahrzeugtypen auch als E-Auto zur Verfügung stehen sollten, würden jene ab diesem Zeitpunkt auch eingesetzt werden.

 

 

Mit Material von dpa

Bild © Foto-Ruhrgebiet – Fotolia.com

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