Steigende Strompreise zum Jahreswechsel erwartet

Strompreis-Steigerung für Verbraucher

Auf viele Verbraucher kommen ab 2017 wieder Strompreis-Steigerung zu. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.

Weil Netzentgelte und EEG-Umlage steigen, müssen deutsche Verbraucher zum Jahreswechsel mit höheren Strompreisen rechnen. Die geschätzten Mehrkosten belaufen sich auf durchschnittlich 44 Euro pro Jahr, was einer Preissteigerung von 4,1 Prozent entspricht. Aktuell bezahlt eine Familie für 4.000 Kilowattstunden Strom im Schnitt 1.087 Euro pro Jahr. Im kommenden Jahr werden die Kosten unterm Strich bei durchschnittlich 1.131 Euro liegen. Die Gründe im Detail:

 

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Netzkosten explodieren

Instandhaltung, Modernisierung und der notwendige Ausbau der Stromnetze in Deutschland kosten Geld. Viel Geld. Und Netzbetreiber müssen immer häufiger eingreifen, um die Netzstabilität zu gewährleisten. Auch diese Kosten steigen. Die Übertragungsnetzbetreiber sehen sich deshalb gezwungen, die Netzentgelte zu erhöhen. Tennet hat jüngst eine Preiserhöhung von 80 Prozent angekündigt. Betroffen ist rund die Hälfte aller deutschen Haushalte. Das Unternehmen 50Hertz will mit 45 Prozent ebenfalls kräftig an der Preisschraube drehen. Amprion rechnet mit einer Erhöhung von 12 Prozent.

 

EEG-Umlage steigt weiter

Nach einer Prognose der Agora Energiewende wird die EEG-Umlage im nächsten Jahr weiter steigen. Die Denkfabrik geht von einer Erhöhung von 6,35 Cent je Kilowattstunde auf 7,1 bis 7,3 Cent aus. Wichtiger Treiber der EEG-Umlage sind die seit Jahren sinkenden Börsenstrompreise. Sie führen dazu, dass die Differenz zwischen zugesicherter Ökostrom-Vergütung und den am freien Markt zu erzielenden Preis zunimmt. Die EEG-Umlage muss diese immer größer werdende Lücke ausgleichen.

 

Sinkende Beschaffungspreise mildern Preissteigerungen ab

Die sinkenden Beschaffungspreise wirken sich hingegen leicht dämpfend auf die Strompreisentwicklung aus. Der Börsenstrompreis belief sich im 1. Halbjahr 2016 im Durchschnitt auf 2,5 Cent pro Kilowattstunde. Im Jahr 2015 betrug er noch etwa 3,2 Cent pro Kilowattstunde. Stromanbieter, die sich günstige Konditionen gesichert haben, können diese Ersparnis an ihre Kunden weitergeben.

Der Preis für Haushaltsstrom setzt sich aus verschiedenen Preiskomponenten zusammen. Die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und die Netznutzungsentgelte machen jeweils rund ein Viertel aus. Der Posten „Beschaffung, Marge und Vertrieb“ schlägt mit gut einem Fünftel zu Buche.

 

Mit Material von: Agora Energiewende

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