Stiftung Warentest gibt Tipps für den Schadenfall

Schadenfall

Wer unaufmerksam ist oder nach einem Schadenfall zu lange wartet, gefährdet seinen Versicherungssschutz.

Wer über einen gründlichen Versicherungsschutz verfügt, wiegt sich meist in Sicherheit. Aber auch wenn gewisse Risiken abgedeckt sind, hat das Versicherungsrecht durchaus seine Tücken. So können Hausrat-, Wohngebäude- oder Kaskoversicherung etwa die Leistungen kürzen, wenn der Versicherungsnehmer nicht vorsichtig genug war. Darauf weist die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Test hin. Auch beim Kranken­haus­tagegeld könne der Versicherer die Leistung verweigern, wenn Patienten zum Beispiel ihren Krankenhausaufenthalt nicht rechtzeitig melden. Ungenau beantwortete Gesundheitsfragen könnten hingegen die Kranken- und Berufsunfähigkeits­versicherung gefährden. Wer jedoch einige wenige Regeln beachtet, kann einen nahtlosen Versicherungsschutz gewährleisten, so die Stiftung Warentest.

 

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Grobe Fahrlässigkeit ausschließen

Schon ein kleines Missgeschick kann zu einer Minderung des Versicherungsschutzes führen, wenn es sich dabei um grobe Fahrlässigkeit handelt. Ob das der Fall ist, wird meist im Einzelfall vom Gericht entschieden. Um gar nicht erst in diese Lage zu kommen, können Versicherungsnehmer etwas mehr Vorsicht walten lassen. Kerzen offen brennen zu lassen und dann den Raum zu verlassen, ist beispielsweise ein typischer Fall von grober Fahrlässigkeit. Wurde die Waschmaschine ohne Aqua-Stopp unbeaufsichtigt laufen lassen, kann ebenfalls von vermindertem Versicherungsschutz ausgegangen werden.

 

Schaden schnell melden

Wer im Schadenfall schnell handelt, wird meist von der Versicherung belohnt. Meist verlangt der Versicherer, dass der Schaden „ohne schuldhaftes Verzögern“ gemeldet wird. Die Fristen unterscheiden sich dabei von Versicherung zu Versicherung. So erwarten die Autoversicherung und die private Haftpflichtversicherung eine Schadensmeldung innerhalb der ersten Woche nach dem Vorfall. Unfall oder Krankheit müssen generell unverzüglich gemeldet werden – so können Unfallversicherung und Krankentagegeld sofort greifen.

 

Korrekte Angaben machen

Um den Versicherungsschutz zu gewährleisten, sollten alle Angaben im Antrag genau und gewissenhaft gemacht werden. Denn unvollständige oder gar falsche Daten etwa zum Gesundheitszustand können von der Berufsunfähigkeits- oder Krankenversicherung als Versicherungsbetrug ausgelegt werden. Aber auch bei der Schadensmeldung sollten nur Angaben gemacht werden, die 100-prozentig stimmen. Kommt es doch zu einem Streitfall, kann eine Rechtsschutzversicherung helfen, erklärt Stiftung Warentest – sozusagen als Versicherung gegen andere Versicherungen.

 

Von Haftpflicht bis Krankenversicherung – was ist zu beachten


Haftpflicht. Verantwortung für den Schaden nicht ohne Zustimmung des Versicherers übernehmen – erst Einschätzung abwarten.

Hausrat. Kaufbelege von wertvollen Gegenständen gut aufheben. Verlässt man das Haus oder die Wohnung für länger als zwei Monate, sollte darüber die Versicherung informiert werden. Melden sollte man auch ein Baugerüst an der Fassade. Nach einem Einbruch eine Liste der vermissten Gegenstände der Polizei zukommen lassen. Gestohlene Kreditkarten und Sparbücher sperren lassen.

Unfall. Der Schutz ist nur gewährleistet, die Merkmale der „PAUKE“ eingehalten werden: Das Ereignis muss plötzlich, von außen, unfreiwillig auf den Körper einwirken. Unfälle durch Trunkenheit sind dabei ausgeschlossen.

Berufsunfähigkeit. Genaue und ehrliche Angaben im Antrag sind entscheidend. Sonst kann der Versicherer womöglich Betrug vermuten.

Rechtsschutz. Für zuvor entstandene Streitigkeiten kommt die Versicherung nicht auf. Auch werden nur Klagen übernommen, die Aussicht auf Erfolg haben.

Auto. Generell gilt: Kein Alkohol am Steuer. War der Fahrer alkoholisiert, kann die Kasko Leistungen kürzen oder gar verweigern. Die Haftpflicht kann eine Selbstbeteiligung von bis zu 5.000 Euro fordern.

Kranken. Essenzieller Versicherungsschutz – daher Beiträge pünktlich zahlen. Sind zwei Monatsbeiträge nicht gezahlt worden, kann der Versicherer nach einer Mahnung die Leistung einfrieren. Dann gilt nur noch der Notfall-Schutz.

 

Mit Material von Stiftung Warentest

Bild © Jan Schumann – Fotolia.com

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