Strom: Über 100 Energieversorger erhöhen Preise im Frühjahr

Strompreiserhöhung

Auf den Verbraucher kommen höhere Strompreise zu

Bereits zum Jahresbeginn haben zahlreiche Stromversorger ihre Preise erhöht. Nun gehen die Stromkosten für Privatkunden wiederholt in die Höhe. Die aktuellen Strompreisänderungen betreffen seit März 101 Energieunternehmen und auch in den kommenden Wochen planen zahlreiche Versorger, ihre Preise entsprechend anzuheben. Durchschnittlich steigt der Strompreis im Frühjahr nach aktuellen Berechnungen um 6,1 Prozent. Über zehn Millionen Haushalte sind von diesen Preiserhöhungen betroffen, denn auch der größte deutsche Energieversorger E.ON hat bereits kräftig die Preise angehoben. Auch bei dem größten ostdeutschen Regionalversorger enviaM und anderen Unternehmen mit großem Kundenstamm wie die sächsische ENSO oder die Münchener Stadtwerke müssen Stromkunden mehr zahlen. Dabei hatten bereits im Januar und Februar mehr als 680 Anbieter die Preise erhöht, so zum Beispiel die drei Energieriesen RWE, EnBW und Vattenfall.

Hohe Strompreise: Vier-Personenhaushalt zahlt im Schnitt 60 Euro mehr im Jahr

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Infolge der Preisentwicklungen im Frühjahr muss ein vierköpfiger Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh Strom mit durchschnittlichen Mehrkosten von rund 60 Euro rechnen. Zwar gibt es auch Stromversorger, die eine Preissenkung angekündigt haben, diese Fälle treten jedoch nur vereinzelt auf. So ist beispielsweise der Strombezug in Leipzig und Saarbrücken seit Anfang April etwas günstiger.

EEG-Umlage treibt Strompreise?

Die durchschnittlichen Strompreise für Privatkunden liegen derzeit rund 6,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Mehrheit der Stromversorger begründet die diesjährigen Preiserhöhungen mit dem starken Anstieg der EEG-Umlage zur Förderung der Ökoenergien. Aus der Politik und seitens Verbraucherschützer wird jedoch der Vorwurf laut, dass die Konzerne günstige Konditionen bei der Strombeschaffung nicht vollständig an ihre Endkunden weitergegeben haben. Die Preiserhöhungswelle im Frühjahr begründen die Unternehmen wiederholt mit der EEG-Umlage. Die aktuelle Atomdebatte infolge der Katastrophe in Japan sowie das verhängte Atommoratorium haben hingegen noch keine Auswirkungen auf die Strompreise für Privatverbraucher, denn üblicherweise werden die Strommengen für Haushaltskunden von den Energieversorgern ein bis mehrere Jahre im Voraus eingekauft. Auch wenn der Börsenpreis derzeit steigt, macht sich das erst langfristig in der Tasche der Verbraucher bemerkbar – und das auch nur im Fall, dass der aktuelle Trend anhält.

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