Strom: Was bedeutet Ersatzversorgung?

Was bedeutet Ersatzversorgung bei Strom

Das Thema Ersatzversorgung ist bei Stromkunden gerade in aller Munde. Doch was verbirgt sich überhaupt dahinter?

Damit Stromversorger ihre Kunden beliefern können, sind sie auf die örtlichen Stromnetze angewiesen. Für die Durchleitung des Stroms zu den Haushalten sind die örtlichen Netzbetreiber zuständig. Gibt es Probleme zwischen Stromversorger und Netzbetreiber, kann das Recht zur Nutzung der Netze entzogen werden. Aktuell ist das im Zusammenhang mit dem Stromversorger Care Energy AG der Fall. Das Unternehmen und eine Reihe von Netzbetreibern haben sich gegenseitig die Zusammenarbeit gekündigt. Die Kunden werden dann zu den Bedingungen der Ersatzversorgung vom örtlichen Grundversorger beliefert. Was bedeutet das?

 

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Die Ersatzversorgung ist Hilfe im Notfall

Mit der Ersatzversorgung hat der Gesetzgeber sicher gestellt, dass niemand plötzlich ohne Strom dasteht. Wichtig ist hier der Paragraph 38 des Energiewirtschaftsgesetzes. Verliert ein Energieversorger das Netznutzungsrecht oder kommt es zu unvorhergesehenen Verzögerungen beim Wechsel des Anbieters, greift die Ersatzversorgung. Sie wird vom örtlichen Grundversorger bereitgestellt. Die Ersatzversorgung gilt für drei Monate, sie kann jederzeit gekündigt werden und darf den Grundversorgungstarif des örtlichen Anbieters nicht übersteigen.

 

Ich bin in der Ersatzversorgung. Was nun?

In der Ersatzversorgung ist die Stromversorgung gesichert, also kein Grund zur Panik. Die Beteiligten kommen auf betroffene Stromkunden zu. Der örtliche Netzbetreiber ist verpflichtet, alle Verbraucher direkt über die Kündigung des Netzzugangs und den Beginn der Ersatzversorgung schriftlich zu informieren. Das gilt auch für den örtlichen Grundversorger. Er muss schriftlich mitteilen, dass er nun der neue Stromversorger ist.

 

Ersatzversorgung: Zählerstand ablesen und festhalten

Sobald Sie darüber unterrichtet wurden, zu welchem Datum die Ersatzversorgung begonnen hat, heißt es handeln. Denn bei der Ersatzversorgung darf der Verbrauch auch abgeschätzt werden. Um nicht unnötig überhöhte Abschläge zu bezahlen, sollten Sie den aktuellen Zählerstand ablesen und ihn sowohl dem Netzbetreiber als auch dem Grundversorger mitteilen. Am einfachsten kann der Zählerstand mit einem Foto des Zählers dokumentiert werden.

 

Ersatzversorgung ist ein Luxusprodukt

In den meisten Fällen verlangt der örtliche Stromanbieter für die Ersatzversorgung die gleichen Preise wie im Grundversorgungstarif. Das ist sehr teuer, dafür kann die Versorgung jederzeit umgestellt werden. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Stromverbrauch von 4.000 kWh zahlt in diesem Tarif derzeit durchschnittlich 1.211 Euro pro Jahr. Im günstigsten verfügbaren Tarif mit fairen Konditionen werden 749 Euro fällig, was einem Preisunterschied von 462 Euro pro Jahr entspricht.

 

Ersatzversorgung: Kündigung dem neuen Anbieter überlassen

Ein neuer Stromversorger ist schnell gefunden. Am wichtigsten ist selbstverständlich der Preis. Daneben sollten Sie auf kurze Laufzeiten, eine Preisgarantie und die Kundenbewertungen achten. Mit dem Stromanbieterwechsel wird einfach der neue Anbieter beauftragt. Der übernimmt dann automatisch die Kündigung der Ersatzversorgung.

Bild © Thorsten Schier – Fotolia.com

Mit Material von Verivox

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