Stromnetzgebühren für private Haushalte stark angestiegen

Wie hoch sind die Stromnetzgebühren in Deutschland?

Die Stromnetzgebühren für den Transport der Energie werden immer höher. Die Rechnung dafür zahlt der Privatverbraucher.

Die jährliche Stromrechnung besteht aus verschiedenen Bestandteilen. Fast ein Viertel der Kosten entfallen auf die Stromnetzgebühren. Sie werden für den Transport der Elektrizität in die Haushalte fällig. Außerdem werden darüber die Mess- und Ablesekosten der Netzbetreiber gedeckt.

Die Stromnetzgebühren sind reguliert und werden staatlich kontrolliert. Trotzdem zahlen die privaten Haushalte immer mehr dafür. In den letzten fünf Jahren sind sie im bundesdeutschen Durchschnitt um insgesamt 17 Prozent angestiegen. Im Jahr 2016 werden die Haushalte in Deutschland daher mindestens acht Milliarden Euro dafür bezahlen.

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Stromnetzgebühren sind um 38 Euro gestiegen

Was der Anstieg der Stromnetzgebühren konkret bedeutet, wird anhand einer Musterrechnung deutlich. Ein Drei- bis Vierpersonen-Haushalt verbraucht durchschnittlich 4.000 kWh im Jahr. Im Jahr 2011 wurden dafür im bundesdeutschen Durchschnitt 225 Euro fällig.

Fünf Jahre später ist die Höhe der Stromnetzgebühren um 38 Euro auf insgesamt 263 Euro geklettert. In Prozent umgerechnet entspricht das einem Anstieg von 17 Prozent in fünf Jahren. Hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer, die zum Netto-Strompreis hinzugerechnet wird.

Stromnetzgebühren sind im Osten deutlich höher

In den neuen Bundesländern liegen die Stromnetzgebühren schon seit langer Zeit deutlich höher als in den alten Bundesländern. Als Gründe dafür werden häufig die hohen Kosten des Aufbaus der Infrastruktur nach der Wiedervereinigung und die große Fläche mit der vergleichsweise geringen Besiedlungsdichte angegeben.

Der oben angeführte Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh zahlt in den ostdeutschen Bundesländern durchschnittlich 305 Euro an Stromnetzgebühren. In den alten Bundesländern sind es jedoch nur 255 Euro. Dabei spielen die drei Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen mit ihrer hohen Besiedlungsdichte und entsprechend niedrigen Stromnetzgebühren eine große Rolle.

Im zeitlichen Verlauf bewegen sich die Stromnetzgebühren von Ost und West allerdings aufeinander zu. Derzeit beträgt der Unterschied durchschnittlich 20 Prozent, vor fünf Jahren waren es immerhin noch 27 Prozent.

Stromnetzgebühren von mehr als 8 Milliarden Euro für 2016

Wie hoch fallen die Stromnetzgebühren im Jahr 2016 für die privaten Haushalte aus? Ganz sicher ist das noch nicht, denn das hängt davon ab, wie viel Strom von den Haushalten letztendlich verbraucht wird. Aufgrund der Daten der letzten Jahre kann jedoch davon ausgegangen werden, dass es sich um etwa 130 Terawattstunden handeln wird.

Bei durchschnittlichen Stromnetzgebühren von 6,58 Cent/kWh kommen auf diese Weise etwa 8,5 Milliarden Euro zusammen. Das sind jedoch nur die Nettokosten. Denn wie erwähnt wird auf den gesamten Strompreis (Netzkosten, Beschaffung, Marge, Steuern und Abgaben) noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent erhoben.

Wie kommt dieser hohe Betrag an Stromnetzgebühren zustande? Die Kalkulation der Stromnetzbetreiber ist nicht immer durchsichtig. Das räumt selbst die Bundesnetzagentur, die für die Kontrolle der Stromnetzgebühren zuständig ist, ein. Garantiert wird den Betreibern jedenfalls eine Eigenkapitalrendite von neun Prozent – in Zeiten niedriger Zinsen ein durchaus attraktives Geschäft.

Ein weiterer Kostentreiber der Stromnetzgebühren ist die Energiewende. Neue Stromleitungen von Nord nach Süd sind teuer. Dazu kommen noch die Instandhaltungskosten und immer kostspieligere Maßnahmen, um die schwankende Stromproduktion aus Sonne und Wind auszugleichen. Am Ende zahlen in jedem Fall die Verbraucher – wie viel, hängt vollkommen vom jeweiligen Wohnort ab.

 

Mit Material von Verivox

Bild © Thorsten Schier – Fotolia.com

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