Strompreise steigen die nächsten Jahre weiter

Strompreise steigen langfristig an

Aufgrund der Trendwende an der Strompreisbörse werden die Strompreise langfristig wieder steigen.

Die Stromkosten für private Verbraucher in Deutschland steigen weiter an. Der Hauptgründe dafür sind höhere Netzgebühren und gestiegenen Abgaben. Die Großhandelspreise an der Strombörse haben bisher einen dämpfenden Einfluss auf diese Preisentwicklung ausgeübt. Doch auch hier beginnen die Preise zu steigen. Ohne diesen Dämpfer werden die Strompreise für private Haushalte noch stärker ansteigen.

Großhandelspreise vor der Trendwende

In den ersten Monaten dieses Jahres hat knapp die Hälfte der regionalen Versorger deutschlandweit die Strompreise um rund 4 Prozent erhöht. Die Gründe für die Preiserhöhungen sind laut den Versorgern in der Regel gestiegene staatliche Abgaben wie die EEG-Umlage und angestiegene Stromnetzgebühren.

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Die Großhandelspreise an der Strombörse hingegen sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Im Jahr 2016 lagen die durchschnittlichen Großhandelspreise rund 11 Prozent niedriger als im Jahr 2015. Diese Preisbewegung hat es einigen Grundversorgern ermöglicht, die Preise weniger stark anzuheben.

Doch diese Entwicklung scheint nun beendet zu sein. Die Preise an der Strombörse beginnen zu steigen. Der durchschnittliche Börsenstrompreis lag im Februar 2017 bereits 5 Prozent über dem Vorjahr.

„Börsenanalysten gehen davon aus, dass die Großhandelspreise für Strom ab dem Jahr 2017 auf Jahre hinaus deutlich anziehen“, sagt Dr. Arnd Schröder, Geschäftsführer von TopTarif. „Tritt dieser Fall ein, fällt auch der letzte Preisdämpfer weg und die deutschen Haushalte werden sich auf lange Sicht immer wieder mit Preiserhöhungen beschäftigen müssen. Nach unseren aktuellen Prognosen werden die Großhandelspreise 2017 etwa drei Prozent über den Preisen des Vorjahres liegen.“

 

Was tun angesichts der Rallye an der Strombörse?

Wer privat Strom bezieht, kann nicht direkt an der Strombörse einkaufen und wird in Zukunft mit Strompreiserhöhungen konfrontiert werden. Diesem Trend kann man mit der regelmäßigen Auswahl des günstigsten Stromversorgers begegnen. Erhöht der aktuelle Stromanbieter die Preise, muss im Voraus eine schriftliche Nachricht erfolgen. Tritt dieser Fall ein, sollte man vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Der Stromvertrag wird dann zum Zeitpunkt der Erhöhung gekündigt.

Auf diese Weise halten Stromkunden die jährlichen Kosten trotz steigender Strombörsenpreise möglichst niedrig. Denn je nach Strategie bezahlen die Stromversorger unterschiedliche Großhandelspreise und können Angebote machen, die sich preislich stark unterscheiden.

 

Methodik

Die Prognose zur Entwicklung der Strom-Beschaffungspreise 2017 wurde anhand der Jahres-, Quartals- und Monatsfutures der Energiebörsenpreise (EEX) mengengewichtet für die nächsten Liefermonate errechnet.

 

Bild: © Thorsten Schier – Fotolia.com

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